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Thalia-Spielschar feiert Premiere: „We wäd Millionär“

So macht Plattdeutsch Spaß

Warendorf

Zu Recht erhalten die Thalia-Laienschauspieler lang anhaltendem Applaus. Über knapp drei Stunden gelingt es ihnen, ihre Gäste, darunter „Stückerfinder“ Hermann Eistrup, bestens zu unterhalten und zum Lachen zu bringen. Auch Unkundige der plattdeutschen Sprache können alles verstehen.

Stephan Ohlmeier

Das Chaos ist perfekt: Gisela, ihre Kinder Gabriele und Frank und Mann Hubert am Frühstückstisch Foto: Ohlmeier

So macht Plattdeutsch Spaß. Im voll besetzten Saal des Kolpinghauses hat das neue Theaterstück „We wäd Millionär“ der Thalia-Spielschar der Kolpingsfamilie am Samstagabend eine begeisternde Premiere gefeiert. Dabei zeigten die Laienschauspieler ungeahnte schauspielerische Talente und präsentieren sich vor allem witzreich und humorvoll. Regisseurin Agnes Krühler hatte in den viermonatigen Proben ganze Arbeit geleistet.

Zum Stück: Bei Bergers ist das Geld immer Mangelware. Zwar erarbeitet Hubert (Theo Wienstroer) als Maurer ein normales Einkommen, aber damit kommt seine Frau Gisela (Renate Schwarze) nie aus. Von Huberts „Schwarzgeld“ bekommt sie nie etwas zu sehen und das Studium der beiden Kinder Gabriele und Frank (Christiane Hagemeyer und Florian Wienstroer) kostet auch viel Geld. Besondere Wünsche kann sich Gisela nicht leisten.

Doch dann kommt ihr eines Tages mit ihrer Schwester Hannelore (Ingeborg Hardensett) eine Idee. In Deutschlands bekanntester Quizshow will Gisela als kluge Hausfrau das große Geld gewinnen.

Gisela wird tatsächlich eingeladen und steht vor der nächsten Sendung mit drei ungenutzten Jokern schon bei 16 000 Euro. Sie träumt bereits von der Million. Ihre Kinder haben derweil andere Sorgen und glauben, dass ihre Mutter ein Verhältnis mit dem Makler Laurenz Vornholt (Hubert Kleuser) hat. Dieser will aber nur das Haus, in dem die Bergers seit 15 Jahren leben, verkaufen. Das Chaos ist perfekt und die Kinder überlegen sich einen Plan.

Lustig geht es im zweiten Akt weiter: Während Postbote Hans Portner (Jan Schnieder) von Hund Hektor gebissen wurde, fällt Reporterin Christina Lenz (Hannah Mehlis) um, weil sie kein Blut sehen kann.

Trauer im dritten Akt des Stückes: Gisela hat sich bei „We wäd Millionär“ verzockt und nur 500 Euro gewonnen. Ihr Mann hat als Telefonjoker versagt. Gegenseitig schieben sie sich die Schuld zu und überlegen, wie sie bereits von Gisela bestellte Ware wieder loswerden. Schließlich kommt Makler Vornholt wieder und verkauft zu Giselas Verblüffen das Haus an ihren Mann Hubert. Ende gut, alles gut.

Der Makler selbst hat in Giselas Tochter Gabriele die Traumfrau gefunden und Sohn Frank kommt mit der Reporterin Christina Lenz zusammen. Fazit des Stücks: „Geld macht nicht glücklich, beruht aber ungemein.“

Zu Recht erhielten die Laienschauspieler lang anhaltendem Applaus. Über knapp drei Stunden gelang es ihnen, ihre Gäste, darunter „Stückerfinder“ Hermann Eistrup, bestens zu unterhalten und zum Lachen zu bringen. Auch Unkundige der plattdeutschen Sprache konnten alles verstehen.

Die weiteren Aufführungen: 23. November um 19 Uhr, 30. November um 17 Uhr und 7. Dezember um 15 Uhr im Kolpinghaus. Die Karten kosten jeweils sieben Euro.

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