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Mehr Freiheit in der Pandemie: Vorfreude wächst

So viele schöne Herzenswünsche

Warendorf

So lange war die Hoffnung und die Sehnsucht, dass endlich wieder etwas geht in der Pandemie. Jetzt ist dieser Wunsch greifbar geworden. Und die Warendorfer haben auch schon konkrete Vorstellungen, worauf sie sich wirklich wieder freuen. Die WN haben nachgefragt.

Von Karl-Heinz Kockund

Die Warendorfer WSU im Zweikamp in der Saison 2016/2017 im Volksbank-Stadion Foto: R. Penno

Seit mehr als 15 Monaten hält das Coronavirus die Welt in Atem. Drei Wellen an Infektionen sind inzwischen über Deutschland hinweg gegangen. Die Menschen sind pandemiemüde und sehnen sich nach Normalität. Die Westfälischen Nachrichten haben bei Warendorfern nachgefragt, worauf die Vorfreude nach einem Ende der Beschränkungen am größten ist.

„Aus Unternehmersicht freue ich mich am meisten darauf, wieder Gäste empfangen zu dürfen, ihnen Abwechslung und eine schöne Zeit in Warendorf zu bieten“, sagt Gerhard Leve. „Und auf ein lebendiges Bild in der Stadt - während der Pandemie war das schon ein trauriges Bild. Jeder freut sich auf Normalität“, so der Inhaber des Hotel Restaurant „Im Engel“. „Durch das schlechte Wetter haben die Lockerungen in den zurückliegenden Tagen noch nicht so gegriffen, aber zum Wochenende geht es wieder los. “

Als Privatmann hofft der 53-Jährige bald wieder die Freiheit zu spüren, draußen ohne Maske gehen zu können. „Man freut sich ja schon über die kleinen Dinge des Lebens - auf eine unbeschwerte Zeit, die Volks- und Schützenfeste, den Fettmarkt und die Natur. Und ich hoffe, dass unser Urlaub im Ausland zum Tragen kommt.“ Was die nächsten Wochen anbetrifft ist er durchaus zuversichtlich, dass die Inzidenzwerte weiterhin einen guten Verlauf nehmen werden. „Aber da ist schon auch die Besorgnis über einen Rückfall im Herbst. Für die kalte Jahreszeit bin ich nicht zu einhundert Prozent optimistisch, dass es nur bergauf geht. Die Entwicklung solch einer Pandemie ist schwierig einzuschätzen.“

Es kommt Bewegung rein

Ähnlich zurückhaltend äußert sich Marion Strotmann. „Langsam kommt Bewegung in Deutschland rein, aber die Regierung wird wahrscheinlich vorsichtig bleiben. Ich glaube nicht an einen tollen Sommer, vielleicht wird im September vieles wieder gehen“, vermutet die 46-jährige Erzieherin, die klare Vorstellungen von einer Zeit nach dem Wegfall der gröbsten Einschränkungen hat. „Endlich wieder Ausflüge machen mit den Kindern, unsere kleine Tochter möchte so gerne in den Märchenwald. Ich fand es schon schlimm für die Kinder, dass sie nicht zur Schule gehen konnten. Wir hatten kein Home office, daher sind die Kinder viel allein zu Hause gewesen.“

Aber die Milteranerin hat noch weitere Wünsche für die Zeit, wenn die zuletzt eingeschränkten Grundrechte den Menschen wiedergegeben werden: „Wieder mehr Geselligkeit im Leben zu haben, wäre schön - sich mit Freunden treffen, mit der Clique etwas machen und Essen gehen. Ich weiß gar nicht, wann wir das zuletzt gemacht haben. Und mein Mann Ralf möchte vor allem das Schützenfest feiern.“

Auf gesellige Abende mit Freunden freut sich auch Sven Frommer: „Am Wochenende mal wieder zum Sportplatz gehen, das ganz normale Leben genießen.“ Darüber hinaus wünscht sich der kaufmännische Angestellte seinen normalen Berufsalltag zurück. Derzeit arbeitet er viel im Home office. „Das Zwischenmenschliche fehlt mir schon.“ Der 50-Jährige hegt Zweifel daran, dass es bald wieder so werden wird wie vor der Beginn der Pandemie. Eine Herdenimmunität sei die Voraussetzung dafür und die Unentschlossenen „müssen gelockt werden, sich impfen zu lassen.“

Schritt in die Normalität

„Bis Mitte Juni wird vieles wieder geöffnet. Das wird ein großer Schritt Richtung Normalität und schneller gehen als viele derzeit denken“, gibt sich Nils Kahle deutlich optimistischer. „Ich möchte gerne mal mit Freunden losgehen - die Stadt, die Kneipen und das Kino erkunden“, so der 22-jährige Wirtschaftsinformatiker, der seit Februar in Warendorf wohnt. „Beruflich bin eher weniger von der Pandemie betroffen, in der IT-Branche arbeitet man ja gerne im Home office.“

Ganz anders geht es da Franz-Theo Leve. Als Inhaber des Restaurant Porten Leve hat er die Folgen der weltweiten Virus-Krise intensiv zu spüren bekommen. „Ich freue mich darauf, dass wir wieder Gäste bewirten dürfen. Fast sieben Monate haben wir das vermisst. Auf der Außenterrasse geht das schon seit Donnerstag letzter Woche, aber bei dem lausigen Wetter hat das nur mit mehr oder weniger Erfolg geklappt. Ich hoffe, dass die Inzidenz so niedrig bleibt, dann dürfen wir ab Mitte nächster Woche drinnen wie draußen öffnen. Unser Reservierbuch zeigt, dass sich die Leute darauf freuen“, so der 63-jährige Warendorfer.

Aber auch als Privatperson hat er Pläne: „Rausgehen, Leute treffen, und wir sind Großeltern geworden. Die Kleine ist zweieinhalb Monate alt, da war man halt vorsichtig. Ich hoffe, dass wir alle bald durchgeimpft sind und es dann besser wird. Die Schüler dürfen wir nicht vergessen, die mussten doch auf vieles verzichten.“ So hat jeder Kreisstädter seine eigene Geschichte zur Pandemie zu erzählen. Was sie alle verbindet, ist die Vorfreude auf eine Rückkehr zu einem relativ unbeschwerten Leben ohne Sorgen um die Gesundheit oder die berufliche Existenz.

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