Tierwohl-Verstoß am Landgestüt Thema im Landtag

SPD findet Stellungnahme „unzureichend“

Warendorf

SPD-Landtagsabgeordnete Annette Watermann-Krass findet den Bericht von Ministerin Heinen-Esser zur Causa Landgestüt unzureichend.

Annette Watermann-Krass findet den Bericht von Ministerin Heinen-Esser zur Causa Landgestüt unzureichend. Foto: Florian Götting

Causa Landgestüt: In den vergangenen Wochen war es zunächst wieder ruhiger geworden um die Vorfälle am NRW-Landgestüt in Warendorf. Am Mittwoch jedoch stand das Thema auf der Tagesordnung im Ausschuss für Umwelt und Landwirtschaft im NRW-Landtag in Düsseldorf.

Nachdem die SPD-Fraktion einen Bericht der Landesregierung angefordert hatte, den diese zur Ausschusssitzung vorgelegt hat, äußert sich Annette Watermann-Krass, Mitglied des Ausschusses und Abgeordnete für den Kreis Warendorf, zu der Berichterstattung von Ministerin Heinen-Esser:

„Ich begrüße es sehr, dass die Landesregierung jetzt klar und deutlich anerkannt hat, dass auf dem Landgestüt im April gegen das Tierwohl verstoßen wurde. Dennoch ist der Bericht für mich an einigen Stellen unzureichend. Was ich vermisse, sind klare Aussagen zur weiteren Prüfung des Vorfalls und zudem der Kontakt zu den Zeugen vor Ort. Die neu einberufene Kommission des Landwirtschaftsministeriums hat nun mehrere Wochen damit verbracht, das Videomaterial zu prüfen.

Dabei waren in der Reithallezahlreiche Fachleute, nämlich Berufsreiter zugegen, die den Vorfall sehr gut einschätzen können. Dennoch wurden bisher keine Zeugenaussagen angefragt.“ Überhaupt sei es doch verwunderlich, dass das Ministerium zwar eine Kommission gebildet hat, auf den externen Sachverstand der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) dabei jedoch verzichtete. Deren Einbezug in der Kommission wäre aus Sicht der SPD-Landtagsabgeordneten essenziell für eine transparente Aufarbeitung gewesen.

Zum Ende des Berichts habe die Ministerin dann Besserung für Haltungs- und Ausbildungsbedingungen auf dem Landgestüt gelobt, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Dazu Annette Watermann-Krass: „Eine neue Reithalle wird derzeit gebaut. Man muss kein Reiter sein, um sich bewusst zu sein, dass der Ort der Ausbildung nicht besonders viel Einfluss auf die Methoden des Trainings hat. Zudem sollen weitere Paddocks, also kleine Ausläufe und Führanlagen für kontrollierte Bewegung kommen. Dabei ist das, was wirklich fehlt, die freie Bewegung für die Hengste. Nur mit genügend Platz und Abwechslung kann man nachhaltig solchen Vorfällen und dem damit verbundenen zu harten Eingreifen vorbeugen. Pferde sind Bewegungstiere und brauchen täglich freien Auslauf.“

Nicht nur deshalb sei die artgerechte Haltung genauso wichtig für eine pferdegerechte Ausbildung, wie ein fairer, aber konsequenter Umgang im Sattel und am Boden.

„Wir erwarten vom Landgestüt als Institution mit Vorbildfunktion, dass dem vor Ort in Zukunft transparent und verlässlich nachgekommen wird. Dabei muss die Landesregierung jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, dies regelmäßig überprüfen, anstatt den Vorfall in der Schublade verschwinden zu lassen.“ Der im Jahre 2026 anstehende 200. Geburtstag des Landgestüts gebe schließlich genügend Anlass, eine neue Zeit für das Traditionsgestüt anbrechen zu lassen.

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