1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Warendorf
  6. >
  7. Stadt hat die Akitas abtransportiert

  8. >

Nachbarschaftsstreit um Hunde in Müssingen

Stadt hat die Akitas abtransportiert

Müssingen

Seit 2014 streiten sich einige Anlieger in Müssingen mit einem Hundebesitzer. Der hält auf seinem Grundstück Akitas, die offenbar immer wieder durch ihr Verhalten für Ärger sorgen. Die Stadt hat die Tiere jetzt abtransportiert.

Von Rebecca Lek

Seit 2014 hat es mehrfach Zwischenfälle mit den Hunden eines Züchters in Müssingen und den Anliegern gegeben (WN berichteten). Die Akitas des Züchters griffen andere Hunde und auch Menschen an. Das führte dazu, dass sich 2019 die Interessengemeinschaft „Sicheres Müssingen“ bildete, die alle Vorfälle akribisch festhielt und an die entsprechenden Behörden weitergab. Mehrere Ordnungsverfügungen und Geldstrafen verfehlten ihre Wirkung. Der Hundebesitzer hielt sich nicht an die Auflagen – unter anderem Leinenpflicht, Tragen eines Maulkorbs und Spaziergänge ausschließlich mit nur einem der Hunde. Die Anlieger fühlten sich geradezu verhöhnt und von der Verwaltung im Stich gelassen.

Anfang diesen Jahres haben Vertreter des Veterinäramts den Hundezüchter aufgesucht, um zu prüfen, ob die Tiere artgerecht gehalten werden und auch, um das Verhalten der Hunde zu überprüfen. Mängel konnten dabei nicht festgestellt werden (WN berichteten).

Dennoch rissen die Vorfälle nicht ab – mit der Folge, dass die Stadt Warendorf am 20. Mai reagierte und die Akitas unter Polizeiaufsicht einsammelte und abtransportierte. „Hier war kein einzelnes Fehlverhalten ausschlaggebend, sondern die Vielzahl der Fälle hat die Ordnungsverfügung zur Folge gehabt“, betont Stadtsprecher David Graubner. Der Halter habe zudem vorab die Möglichkeit gehabt, die Tiere woanders unterzubringen. „Eine anderweitige Unterbringung wurde durch ihn nicht realisiert“, wie Graubner bestätigt.

Die Ordnungsbehörde habe die Tiere daher vorerst in einem Tierheim untergebracht. Die Verfügung beinhalte zudem, dass dem Mann es zunächst in den nächsten drei Jahren untersagt sei, Hunde zu halten. Gegen diese Entscheidung könne er allerdings rechtliche Schritte einleiten. Ob und welche Konsequenzen das dann etwa auf die Hundehaltung habe, konnte Graubner nicht einschätzen.

Dass eine Klage eingereicht wird, habe der Züchter in Müssingen bereits angekündigt, wie Ulrich Lienkamp aus der Interessensgemeinschaft berichtet. Gemeinsam mit Herbert Weber nahm er dies zum Anlass, nochmals Akteneinsicht zu fordern. „Die letzten sieben Jahre umfassen mehr als 600 Seiten. Es liest sich wie ein Krimi. Ich denke nicht, dass ein Richter bei der Beweislage die Hundehaltung wieder erlauben wird“, schätzt Lienkamp die Lage ein. Weber und Lienkamp sind selber Hundebesitzer.

Auch wenn das oberste Ziel der Interessensgemeinschaft die Sicherheit der Anwohner ist, war ihnen ebenfalls wichtig, dass die Akitas in eine neue Umgebung kommen. „Auch wenn das Veterinäramt keine Mängel festgestellt hat, waren für uns die Zustände für die Hunde nicht zumutbar.“ Die Anwohner sind erleichtert. „Wir sind glücklich endlich angekommen zu sein. Wir hatten kaum noch Kraft und Nerven zum weitermachen“, gesteht Lienkamp.

Inwieweit der Hundebesitzer gegen die Ordnungsverfügung vorgehen wird, ist der Redaktion nicht bekannt. Auf Nachfrage ließ er lediglich wissen, dass er „zu einem schwebenden Verfahren“ keine Auskunft gebe.

Startseite