1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Warendorf
  6. >
  7. Startschuss für mehr Sicherheit

  8. >

Radverkehrskonzept im Umwelt- und Mobilitätsausschuss vorgestellt

Startschuss für mehr Sicherheit

Warendorf

Diplom-Geograph Jens Westerheider stellte das modifizierte Radverkehrskonzept im Umwelt- und Mobilitätsausschuss vor. Insgesamt wurde es sehr positiv aufgenommen und als Grundlage für den Start in die Umsetzung einstimmig beschlossen.

Von Ulrich Lieber

Die geplante Fahrradstraße führt am Hundeasyl in Freckenhorst vorbei und soll vor allem den Schülerinnen und Schülern mehr Sicherheit auf dem Schulweg bieten. Foto: Ulrich Lieber

Das Radverkehrskonzept für Warendorf ist überarbeitet worden. Diplom-Geograph Jens Westerheider stellte die Modifizierungen im Umwelt- und Mobilitätsausschuss am Mittwochabend vor. Dabei ging es um verschiedene Einzelmaßnahmen, aber auch um die Prioritätenliste. „Es war ja wohl nicht so ganz nachvollziehbar, wie wir zu unseren Prioritäten gekommen sind. Darum habe wir eine Tabelle mit den entsprechenden Punktverteilungen erstellt“, erklärte Westerheider. Dabei ginge darum, welche Verbindungsfunktion die entsprechende Maßnahme habe, ob der Radweg von touristischer Bedeutung ist und gibt es einen Sicherheitsmangel. Die Verwaltung habe dann geschaut, wie die zeitliche Umsetzung aussehen könnte.

Christoph Schmitz, Bauamt

Christoph Schmitz vom Bauamt erläuterte die Prioritätenliste, in der 66 Einzelmaßnahmen gelistet sind, für die eine Einschätzung der Umsetzbarkeit vorgenommen wurde. Mittels eine Farbcodes wurde die Umsetzbarkeit im Plan markiert. „Grün ist für uns eine Maßnahme, die einfach umzusetzen ist“, sagte Schmitz. Hier seien wenig Abstimmungsbedarf und Planungsaufwand notwendig. Ein Beispiel ist die Gallitzinstraße bei der eine Piktogrammspur aufgezeichnet werden muss. Nach Fertigstellung der Stadtstraße Nord könnte dies 2024 fertiggestellt werden.

Maßnahmen, die mit gelb gekennzeichnet sind, sind schon schwieriger umzusetzen, da es einen umfangreichen Abstimmungsbedarf und weitreichende Planungen geben muss. Ein Beispiel hierfür ist die Sassenberger Straße, da es hier Abstimmungsbedarf mit dem Landesbetrieb gibt. Maßnahmen in rot sind sehr schwer und nur mit großem Aufwand umsetzbar, wie beispielsweise eine Fahrradstraße an der B 64.

„Wir können dem Vorschlag so folgen“, sagte Andreas Hornung (SPD). Zustimmung gab es auch von Martin Lepper (FWG), der aber Probleme mit der Kategorisierung hatte. „Ich bin der Meinung, dass Sicherheitsrelevanz auf jeden Fall Priorisierung eins sein muss. Denn wenn es sicherheitsrelevant ist, dann muss es doch auch gemacht werden.“ Jens Westerheider gab ihm recht. „Wenn jetzt akute Gefährdungen für Radfahrer vorliegen, dann muss man natürlich direkt eingreifen, aber Sie meinen ja das Gesamtkonzept.“ Es gebe viele Gesichtspunkte und Möglichkeiten, um zu gewichten. Dies sei erstmal nur ein Vorschlag, um eine Diskussionsgrundlage zu haben.

Norbert Breuer, Runder Tisch Radverkehr

Ein Dankeschön gab es auch von den Grünen, mit einer kleinen Einschränkung. „Wir hatten das Gefühl, dass die touristischen Routen eher eine hohe Punktzahl bekommen. Wir hätten die Prioritäten etwas anders gesetzt“, sagte Manfred Lensing-Holtkamp. Nina Hartmann (Die Linke) vermisste Reparaturstationen im Radverkehrskonzept.

„Ich freue mich riesig, dass wir jetzt diesen Stand erreicht haben“, erklärte Dirk Schellhammer (CDU), der hofft, dass es nun auch umgesetzt wird. „Ich sehe das Konzept als Booster.“ Die Umsetzungsplanung sah er allerdings kritisch.

Norbert Breuer nahm als Vertreter des Arbeitskreises „Runder Tisch Radverkehr“ sehr detailliert Stellung zum Radverkehrskonzept. „Im Gutachten werden bis auf den Promenadenweg nur einzelne Probleme angesprochen. Es werden grundsätzlich keine Zusammenhänge dargestellt“, bemängelte Breuer. So stelle sich zum Beispiel die Frage nach der touristischen Nutzung der Wege. „Der Weg durch die Innenstadt zum Markt oder zum Landgestüt fehlt komplett.“ Er führte viele Beispiele für Versäumnisse an und wies darauf hin, dass die vorhandenen Verkehrsflächen an manchen Stellen neu verteilt werden müssen – zu Lasten der Autofahrer.

Aber Norbert Breuer hatte auch Lob parat: „Die Fahrradstraße im Bereich des Schulviertels entspricht unseren Vorstellungen.“ Einen radikalen Vorschlag hat der Runde Tisch für den Knotenpunkt von-Ketteler-Straße/Blumenstraße/Im Grünen Grund, der besonders stark belastet sei. Um Platz im Kreuzungsbereich zu schaffen, sollte der Tunnel, der kaum benutzt werde, einfach zugeschüttet werden. „Dann gewinnt man auf beiden Seiten der Straße Raum für Fußgänger und Radfahrer.“

Als besonderes Negativbeispiel nannte Breuer die Sassenberger Straße. „Es werden nicht einmal die Maße der Empfehlung der Radverkehrsanlagen von 2010 erreicht.“ Das größte Problem werde dabei dir nördliche Seite der Straße.

Baudirektor Peter Pesch wies darauf hin, dass das Konzept ein Einstieg sei. Die Verwaltung werde sich mit den Anregungen auseinandersetzen. „Ein Konzept kann man immer fortschreiben.“ Manfred Lensing-Holtkamp plädierte dafür, das Konzept zu beschließen, damit es losgehen kann. „Es wird höchste Zeit.“ Dem stimmte Dirk Schellhammer zu. „In vielen Bereich ist die Vorarbeit sehr gut, in anderen Bereichen sehe ich noch Beteiligungsmöglichkeiten für die Bürger und für den Ausschuss.“ Darum plädierte er dafür, das Konzept zu beschließen, aber die einzelnen Maßnahmen im Ausschuss noch mal vorzustellen.

„Ich bin erstaunt, wie kompliziert man es machen kann. Hier geht es um die konzeptionelle Arbeit, aber nicht um die einzelnen Maßnahmen“, sagte Andreas Hornung. Das Radverkehrskonzept wurde schließlich einstimmig angenommen, die Umsetzung des Mehrjahresprogramm mit den Einzelmaßnahmen mit deutlicher Mehrheit.

Startseite
ANZEIGE