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Naturkindergarten „Wunderland“

Sturm bläst Kinder zum TuS

Freckenhorst

Der allzu starke Wind hatte Jutta Luhmeyer, seit 13 Jahren Leiterin des Naturkindergartens „Wunderland“, und ihr Team dazu bewogen, den Wald gegen eine sicherere Unterkunft einzutauschen. Seit Donnerstag werden die Kinder deshalb am und im Sportlerheim des TuS Freckenhorst am Feidiek betreut.

Von Marion Bulla

Die Kinder des Naturkindergartens „Wunderland“ sind gerne im Wald, freuen sich aber auch, wenn es mal sturmbedingt etwas anderes zum Spielen gibt, wie hier im Sandkasten. Foto: Marion Bulla

„Das ist toll hier. Vor allem der Sand“, freut Frieda sich, setzt sich auf den kleinen Bagger und buddelt noch etwas im Sandkasten herum. Frieda ist eins von 22 Kindern, die den Naturkindergarten „Wunderland“ in Freckenhorst besuchen. Und da gibt es in der Regel keine solche Spielmöglichkeit. Eine schöne Abwechslung also für die Kids. Der Grund, warum die Gruppe ihren eigentlichen Standort im Wald, in direkter Nachbarschaft der Landvolkshochschule verlassen mussten, ist der Sturm, der in den vergangenen Tagen über Deutschland gewütet hat.

Der allzu starke Wind hatte Jutta Luhmeyer, seit 13 Jahren Leiterin der Einrichtung, und ihr Team dazu bewogen, den Wald gegen eine sicherere Unterkunft einzutauschen. Die Wetter-App hatte rot angezeigt und das bedeutet, dass es ziemlich heftig wird. Seit Donnerstag werden die Kinder deshalb am und im Sportlerheim des TuS Freckenhorst am Feidiek betreut.

Zu gefährlich im Wald

„Wir sind sehr glücklich, dass wir hier mit unserer ,Sturmgruppe‘ unterkommen konnten“, zeigt Luhmeyer sich dankbar, dass der Sportverein ihnen die Möglichkeit bietet. Nur ein Sturm bremst den Naturkindergarten aus. „Dann ist es einfach zu gefährlich im Wald. Aber sonst sind wir stets, auch bei Regen und Schnee draußen“, erzählt Jutta Luhmeyer und erinnert sich dann doch tatsächlich noch an eine einzige weitere Ausnahme: „Der Eichenprozessionsspinner hat uns vor einigen Jahren kurzzeitig auch gezwungen, den Bauwagen im Wald zu verlassen.“

Der rote Bauwagen im Wald ist an den meisten Tagen im Jahr Heimat des Naturkindergartens „Wunderland“. Foto: Marion Bulla

Vor 25 Jahren wurde der Naturkindergarten „Wunderland“ aus der Taufe gehoben. Seither hatte es immer mal wieder einen Sturm gegeben. Zuerst, so Lohmeyer, hätten sie das HoT als Ausweichmöglichkeit nutzen können. Später seien sie zum Katholischen Pfarrheim gewechselt. „Das wird aber gerade renoviert und nun kam uns der TuS zur Hilfe“, erzählt die Sozialpädagogin weiter.

Neue Spielvarianten

Besonders der Außenbereich bietet für die Kinder einiges an neuen Spielvarianten. So gibt es neben einem Spielhaus ebenso Schaukel, den erwähnten Sandkasten und eine Rutsche. Im Wald verfügen sie über andere spannende Dinge.

In den Räumlichkeiten des Vereinsheims selbst steht eine große Kiste mit diversen Spielzeugen. Eine Holzeisenbahn ist bereits aufgebaut. „Die Akustik ist hier doch sehr anders. Es hallt stark. Im Wald ist es viel leiser. Aber der Raum ist ja auch nicht für Kinder ausgelegt“, stellt Heilpädagogin Petra Tovar klar. Am heutigen Dienstag ziehen die Kids wieder zurück in die Natur. Der Sturm hat sich gelegt.

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