Gelbe Tonne

Systembetreiber lehnt Mischsystem ab

Warendorf

Komplizierter als ursprünglich erwartet erweist sich die geplante Einführung der Gelben Tonne. Weil nicht überall in der Altstadt genügend Stellplätze für zusätzliche Tonnen zur Verfügung stehen, würde die Stadt im Bedarfsfall gerne weiterhin Gelbe Säcke abfahren lassen. Der Systembetreiber allerdings spricht sich gegen ein Mischsystem aus.

Joke Brocker

Laut Ratsbeschluss soll in Warendorf 2021 die Gelbe Tonne eingeführt werden. In der Altstadt fehlt es aber teilweise an Stellplätzen. Foto:

Ab 2021 soll die Gelbe Tonne in Warendorf – wie auch in den übrigen zwölf Kommunen des Kreises – die Gelben Säcke ersetzen. Das hat der Rat Ende vergangenen Jahres so beschlossen. Unter der Voraussetzung, dass in Einzelfällen in der Altstadt weiterhin Gelbe Säcke genutzt werden dürfen. Begründet wurde das mit dem teilweise sehr beschränkten Platz für Mülltonnen. Die Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) des Kreises hatte den Ratsbeschluss in die Rahmenvorgabe eingearbeitet und dem Systembetreiber vorgelegt und bei dieser Gelegenheit auch auf jene Bereiche in der Altstadt hingewiesen, in denen Bewohner in begründeten Fällen Gelbe Säcke anstelle der Tonnen nutzen würden.

Anfang der Woche habe der Systembetreiber, der Ende vergangenen Jahres noch sein Einverständnis signalisiert habe, mitgeteilt, dass es kein Mischsystem nach Einzelfällen geben könne. So müssten komplette Straßenzüge in der Altstadt benannt werden, in denen dann keine Tonnen aufgestellt und den Haushalten stattdessen Gelbe Säcke zugestellt würden. Die Stadt müsse die entsprechenden Straßenzüge beziehungsweise Haushalte im Vorfeld klar definieren. „Das bedeutet, dass alle Grundstücke in einer Straße keine Gelbe Tonne, sondern alle den Gelben Sack bekommen würden“, berichtete Baudirektor Peter Pesch am Donnerstag in der Ratssitzung. Die AWG habe am 28. Januar dem Vorschlag widersprochen und darauf hingewiesen, dass die Verwaltung der Stadt Warendorf zurzeit nicht in der Lage sei, Einzelfall-genau festzulegen, welche Gebäude keinen Stellplatz für eine Gelbe Tonne besitzen und daher auch keine Straßenzüge benennen könne. „Wir schätzen, dass die Anzahl der benötigten Ausnahmen in einem niedrigen zweistelligen Bereich“, bemerkte Pesch im Rat. Er verwies darauf, dass es für den Systembetreiber auch keine Option sei, in der gesamten Altstadt Gelbe Säcke und im restlichen Stadtgebiet Gelbe Tonnen zu verteilen, weil die Verteilung der Säcke bei der Umstellung auf die Gelbe Tonne der Ausnahmefall sein solle. Die AWG als Verhandlungsführer der Städte und Gemeinden im Kreis Warendorf werde nun in diesem Quartal versuchen, die im Vorfeld zugesagte Altstadt-Ausnahmeregelung für Warendorf zu vereinbaren. Auch der Bürgermeister werde den Systembetreiber zur Zustimmung zu der „Altstadtregelung“ auffordern. Pesch: „ Ob wir dann zusammenfinden, bleibt abzuwarten, aber das Oberziel laut Rasbeschuss ist die Einführung der Gelben Tonne.“

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