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Anklage der sexuellen Nötigung

Tat liegt über 20 Jahre zurück

Warendorf

Eine Tat, die bereits über 20 Jahre zurückliegt, wurde am Mittwoch vor dem Amtsgericht Warendorf verhandelt. Dabei ging es um einen Vorwurf der sexuellen Nötigung. Am Ende aber wurde das Verfahren eingestellt.

wn

Tief eingetaucht in die Vergangenheit sind gestern alle Beteiligten eines strafrechtlichen Verfahrens mit dem Vorwurf der sexuellen Nötigung. Die eigentliche Tat führte zurück in das Jahr 1999. Dem heute in Lüdenscheid wohnhaften Angeklagten wurde vorgeworfen, am 1. September 1999 in dem ehemaligen Schwesternwohnheim am Josephs-Hospital eine damals 20-Jährige vergewaltigt zu haben. Das Thema einer möglichen Verjährung dieser Tat konnte dabei aufgrund einer rechtmäßigen Verjährungsunterbrechung außer Betracht bleiben. Gestern allerdings wurde das Verfahren zu einem Ende geführt und im Einvernehmen aller Parteien eingestellt, nicht zuletzt auch aus dem Grund, weil die Geschädigte als Hauptbelastungszeugin trotz mehrfacher Vorladung nicht zur Verhandlung erschienen ist. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft sah jedoch nach der Sachlage aufgrund der fehlenden Aussage der Geschädigten als Hauptbelastungszeugin keine Möglichkeit, einen Freispruch für den Angeklagten zu beantragen. Unter Verzicht auf eine Haftentschädigung erging somit der Beschluss auf Einstellung des Verfahrens. Dennoch hatte das Gericht zuvor unter Anhörung zweier Zeugen und mit Hilfe der Aktenlage versucht, die Tatereignisse am 1. September 1999 zu rekonstruieren.

Im Raum stand zunächst die Anklage, wonach die Geschädigte im Rahmen eines verabredeten Treffens in dem Schwesternwohnheim, in dem der Angeklagte damals aus dem Grund wohnte, weil Teile des Wohnheims auch für die Unterbringung von Asylbewerbern genutzt wurden, zum Beischlaf gezwungen worden sein soll. Nach einigen zunächst einvernehmlichen Küssen habe der Angeklagte mehr gewollt und die Geschädigte mit der Hand ins Gesicht geschlagen, um den Beischlaf zu erzwingen. Damals erstattete die Geschädigte auch Anzeige und der Angeklagte wurde festgenommen. Allerdings, so die Ausführungen der verlesenen Strafakte, sei der Haftbefehl später aufgehoben worden.

Der Angeklagte verließ das Land, um nach Ausführungen des zuständigen Richters eine drohende Abschiebung zu umgehen.

Nachdem der Angeklagte in der jüngsten Vergangenheit aber wieder nach Deutschland zurückgekommen war, wurde das Verfahren wieder aufgerollt. Die beiden geladenen Zeugen konnten sich nur dunkel an den Tattag erinnern und hatten nach eigenen Angaben seit vielen Jahren keinen Kontakt mehr zu der Geschädigten. „Ich weiß nur, dass sie aufgelöst war und mir von einer Vergewaltigung erzählt hat“, so ein 38-Jähriger aus Pad Pyrmont. Auch die 43-jährige Warendorfer Zeugin erinnert sich nur an ein Telefonat, in dem die Geschädigte damals von einer Vergewaltigung berichtet habe.

Die Einlassung des Angeklagten am Ende der Verhandlung bestätigte zwar den Geschlechtsverkehr mit der Geschädigten. Dieser sei aber einvernehmlich gewesen.

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