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Verwaltung lehnt 30 km/h für Reichenbacher Straße ab

Tempolimit brächte nicht viel

Warendorf

Ein Tempolimit auf der Reichenbacher Straße würde wohl nicht den gewünschten Effekt einer spürbaren Lärmreduzierung bringen. Darum wird es wohl nicht dazu kommen.

Jörg Pastoor

Der Friedhofseingang Reichenbacher Straße (hier der Neubau 2017), gegenüber das Bethaus der Mennonitengemeinde. Foto: Jörg Pastoor

Tempo 30 auf der Reichenbacher Straße? Gibt es nicht, wenn die Ratsgremien dem Vorschlag der Verwaltung folgen. Demnach gibt es eine Reihe von Gründen gegen die Initiative der Bündnisgrünen vom August letzten Jahres. Unter anderem den, dass 30 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit nicht wesentlich weniger Lärm brächte.

Der Umwelt- und Mobilitätsausschuss hat den Tagesordnungspunkt am kommenden Donnerstag auf seinem Sitzungsprogramm. Aus der Antwort der Fachverwaltung gehen noch andere Argumente für eine Ablehnung von Tempo 30 hervor.

Die von Jessica Wessels und Nina Hiller eingebrachte Initiative spricht von Berücksichtigung von Fußgänger- und Radverkehr, einem „erhöhten Lkw-Aufkommen“ durch das angrenzende Gewerbegebiet. Weniger Geschwindigkeit verursache hier auch weniger Lärm, da das „Reifen-Fahrbahn-Geräusch" erst ab höherem Tempo zum Problem werde. Stimmt nicht, schreibt die Verwaltung: Zum einen liege der sogenannte V85-Wert (85 Prozent bei einer Zählung gemessenen Fahrzeuge) nach einer Auswertung von November bei 37 km/h. Das heißt also, dass die meisten erhobenen Fahrzeuge nicht schneller als 37 waren. Zudem lag der Lkw-Anteil an den 21 516 gezählten Wagen bei 7,8 Prozent – und damit  „in einem normalen Rahmen“. Folge: Selbst wenn man das Tempolimit 30 km/h einführte, würde sich kaum ein nennenswerte Verminderung der Geschwindigkeit ergeben.

Auch was den Lärmschutz angeht, fand man im Rathaus keine Rechtfertigung für eine Tempo-30-Zone auf der „Reichenbacher“: Zwischen 6 und 22 Uhr sei der Grenzwert von 70 Dezibel (A) für allgemeine Wohngebiete „nicht ansatzweise erreicht“ worden – wie ebenso wenig der Topwert von 60 Dezibel (A) zwischen 6 und 22 Uhr. Zwar ergäbe Tempo 30 eine Verminderung um geschätzt zwei db (A), „dennoch werden bereits jetzt die üblichen Grenzwerte bei weitem nicht erreicht“, heißt es weiter in der Begründung.

Und dann ist das noch die Feuerwehr. „Die Reichenbacher Straße ist zusammen mit der Splieterstraße eine der Hauptzufahrten für den Gerätehausstandort Am Holzbach. Die Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit führt zu einer deutlichen zeitlichen Verlangsamung für die einrückenden Kräfte sowie zu zusätzlichen Verkehrsrisiken . Die Ausrückzeiten würden sich nicht unerheblich verschlechtern.“ Aus genannten Gründen empfiehlt die Verwaltung, den Antrag abzulehnen.

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