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Aus ist besiegelt

„Todesstoß“ für das LSB

Freckenhorst

Ein letzter Versuch von SPD, FWG und FDP, den Fortbestand des Lehrschwimmbades in Freckenhorst zumindest noch so lange zu garantieren, bis das Bäderkonzept umgesetzt ist, ist in der Ratssitzung am Freitagabend gescheitert. Bei 17 Ja-Stimmen, einer Enthaltung, aber 24 Gegenstimmen war der Antrag vom Tisch.

Joke Brocker

Düstere Wolken über dem Lehrschwimmbad in Freckenhorst – das Aus ist beschlossene Sache.Volles Haus gestern Abend im Ratssaal: Die Türen mussten weit geöffnet werden, damit alle Zuhörer Platz fanden. Rechts am Mikrofon: Martin Reimann von Pro Bad. Keineswegs kommentarlos nahm er entgegen, dass die Schwimmstunden vom Lehrschwimmbad in Freckenhorst ins Hallenbad nach Warendorf verlegt werden sollen, da dies keinen Hub-Boden hat und ein nachträglicher Einbau auch nicht möglich sei. Foto: Jörg Pastoor

Dieter Mevert verstand die Welt nicht mehr. Nachdem eine politische Mehrheit dem Lehrschwimmbad in der Ratssitzung am Freitagabend den „Todesstoß“ versetzt hatte, hätte der Vorsitzende von Pro Bad gerne noch ein paar Abschiedsworte gesprochen. Das aber verwehrte ihm der Bürgermeister unter Hinweis auf die anstehenden Haushaltsreden der Fraktionschefs. Entsprechend war die Stimmung draußen vor der Rathaustür, wo viele Pro-Bad-Nutzer ihren Unmut lautstark kundtaten und sich über die „soziale Kälte“ des Verwaltungschefs mokierten.

Zuvor hatten sie die Debatte über einen quasi in letzter Minute vorgelegten gemeinsamen Antrag von SPD, FWG und FDP verfolgt. Die drei Fraktionen hatten vorgeschlagen, maximal 80 000 Euro als flankierende Maßnahme während der Umsetzung des Bäderkonzeptes im Haushalt 2018 bereitzustellen oder auf die bereits im Haushalt 2017 veranschlagten Gelder zurückzugreifen.

Unter dem Eindruck der Stadtwerke-Gesellschafterversammlung am Vortag, in der Geschäftsführer Urs Reitis das ganze Ausmaß des Sanierungsstaus dargelegt und klar gemacht hatte, dass nicht die Lüftungsanlage das größte Übel ist, sondern dass der Verkehrssicherheitspflicht im Bad nicht Genüge getan werde – und das im Übrigen seit Jahren – hatten die Antragsteller ihren Antrag leicht modifiziert. Das Geld sollte in die Verkehrssicherheit des LSB investiert werden, um den Betrieb bis zur Hallenbad-Neukonzeption und Umsetzung des Konzeptes fortführen zu können.

Während sich Martin Richter und August Finkenbrink (beide CDU) mit diesem Gedanken durchaus anfreunden konnten und mit den Antragstellern stimmten, lehnten 24 Ratsmitglieder ab. Bei 17 Stimmen für den Antrag und einer Enthaltung war damit das endgültige Aus für das Lehrschwimmbad besiegelt.

In der etwa halbstündigen Diskussion zeigte sich deutlich, dass das in der Gesellschafterversammlung am Vortag entworfene „Horrorszenario“, für das Stadtwerkegeschäftsführer Urs Reiti im Falle eines Unglücks geradestehen müsste, auf die Politiker Eindruck gemacht hatte. „Verkehrssicherheit“, befand André Wenning (FWG) „ist nicht verhandelbar wie auf einem Basar.“

Die Freckenhorster im Zuhörerraum teilten vor allem die Befürchtungen von Andrea Kleene-Erke (SPD), dass das Altenburg-Gutachten nicht aufgehen wird.

Michael Kraß, Schulpflegschaftsvorsitzender der Everword-Schule, rechnete vor, dass künftig 75 Schüler und sechs Lehrer per Bade-Bus nach Warendorf chauffiert werden müssten.

Von der ihnen eingeräumten Schwimmzeit (8. bis 9.30 Uhr donnerstags) blieben abzüglich der Fahrt- und Umkleidezeiten, 19 Minuten Schwimmzeit netto. Schülern aus Hoetmar, die eine 18 Minuten längere Anfahrt vor sich hätten, bliebe dann gerade noch „eine Minute zum Gucken.“

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