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Ausschussmitglieder sauer auf die Bahn

Übergänge verschwinden später

Warendorf

Aus einem Baustart 2024 wird nichts: Die Beseitigung von Bahnübergängen entlang der B 64n dauert länger. Ein Jahr.

Jörg Pastoor

Arbeiten an Bahnübergängen wie h Foto: Stefan Flockert

Dirk Schellhammer verlor die ihm sonst eigene Geduld: „Es ist eine Katastrophe, dass das so verschlampt wird.“

Nach Ansicht des CDU-Mitglieds im Umwelt- und Mobilitätsausschuss muss „das“ – die Beseitigung unbeschrankter Übergänge entlang der Bahnlinie zwischen Telgte und Warendorf – „Chefsache“ werden. Es dauert nämlich ein Jahr länger bis zum Baustart. Genauer: Es wird 2025 statt 2024 beginnen.

Alle Fraktionen waren sich Donnerstag einig, als Baudirektor Peter Pesch das alte Thema auf den neuesten Stand gebracht hatte: Die Bearbeitung des Problems habe „ein gutes Jahr nicht stattgefunden“. Auf Andreas Hornungs (SPD) Nachfrage, ob das jetzt einjährigen Verzug bedeute, kam von Pesch eine knappe Bestätigung.

Gut ein Jahr ist nichts passiert

Den ursprünglichen Sachbearbeiter gebe es bei der Bahn nicht mehr. Die ohnehin selten flüssige Kommunikation zum Gleis-Konzern? Einem von der Bahn hinzugezogenen Berater in Dresden habe man vor einiger Zeit erklären müssen, dass es „eine B 64n gibt – das wussten die noch gar nicht.“

In Andreas Hornungs Augen treffe die Stadt bei der schleppenden Bearbeitung je keine Schuld, aber sei „sehr ärgerlich, dass da nix passiert.“ Und Dirk Schellhammer legte nach: „Wir müssen das maximal beschleunigen. Für den Bürger ist das mit der Tüterei unverständlich.“ Schellhammer meinte das wegen der Übergänge nötige Warnpfeifen der Züge.

Dirk Schellhammer (CDU)

Peter Pesch versuchte, die alleinige Fixierung auf die Bahn zu relativieren. „Es gab schon das Angebot an Anlieger, relativ kurzfristig – innerhalb von Wochen – Übergänge schließen zu lassen. Aber da hat kein Anwohner mitgemacht.“ Offenbar gebe es da Verunsicherungen. Jedenfalls habe die Bahn wegen fehlenden Interesses an dieser einfacheren Variante die kompliziertere und zeitraubendere eines Planverfahrens wählen müssen.

Immer wieder ist die Sicherung der gefährlichen, bei Verkehrsunfällen oft tödlichen Gleisquerungen Gegenstand der öffentlichen Diskussion. Der letzte intensivere Austausch darüber war der Vortrag eines Bahn-Mitarbeiters im Januar 2020 im Rat. In der Sitzung hatte es heftige Kritik an der zögerlichen Umsetzung gegeben.

Die damals gezeigte Präsentation skizzierte den Sachstand von 2018, und nach dem wäre 2023 mit der Ausführungsplanung und Vergabe begonnen worden, hätte 2024 Baustart sein sollen für Beseitigung der insgesamt elf Übergänge, Bau der Ersatzwege und Bahnübergangssteuerungsanlagen, der sogenannten Büstra. Dazu hatte zuletzt die SPD-Ratsfraktion für den Bezirksausschuss und die Sitzung am Donnerstag neue Informationen gefordert.

Baudirektor Pesch zum Angebot der Bahn, Übergänge schnell schließen zu lassen

Dass in der Fachausschuss-Sitzung kein – von der Verwaltung eigens angefragter – Mitarbeiter der Bahn anwesend war, sorgte nicht unbedingt für Entspannung. Das konnte für SPD-Sprecher Hornung nur eines bedeuten: „Die sollen mal im Herbst herkommen und erzählen.“

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