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Bürgerbad Emsinsel ist ab heute geöffnet

Überholspur für Sportschwimmer

Warendorf

Allerlei Auflagen gibt es mit der Wiedereröffnung des Freibadbetriebes am heutigen Donnerstag. In einer Pressekonferenz wurden diese am Mittwoch durch Stadtwerke-Geschäftsführer Urs Reitis noch einmal vorgestellt.

Joke Brocker

Tristan Lerchner, Betriebsleiter der Bäder der Stadtwerke Warendorf, Kiosk-Betreiber Foto: Joke Brocker

Bereits eineinhalb Stunden nach Freischaltung des Online-Reservierungssystems verzeichnete die Stadtwerke Warendorf GmbH am Mittwoch schon 185 Buchungen für das Bürgerbad Emsinsel, das ab heute, 8 Uhr, und damit rechtzeitig zum langen Wochenende, wieder geöffnet ist. Während andere Badbetreiber sich noch nicht in der Lage sehen, den Betrieb wieder aufzunehmen, war das Bürgerbad aufgrund einer frühzeitigen Strategie direkt startklar.

In einer Pressekonferenz auf der Terrasse des Kiosk stellte Urs Reitis, Geschäftsführer der Stadtwerke Warendorf GmbH, noch einmal die Rahmenbedingungen vor, unter denen der Badebetrieb vorerst stattfinden wird. Eine vorherige Online-Reservierung unter www.stadtwerke-warendorf.de/baeder ist zwingend notwendig und für bis zu zwei Erwachsene und drei Kinder gleichzeitig je Nutzungszeit möglich. Das ausgedruckte Reservierungs- „Ticket“ muss am Eingang vorgelegt werden, dort wird auch bezahlt. Wer keinen Internet-Zugang hat, meldet sich telefonisch bei den Stadtwerken an. Die Registrierung wird dann automatisch an die Bad-Mitarbeiter im Kassenhäuschen (Mitglieder des Fördervereins) weitergeleitet. Die Daten der Badegäste werden für vier Wochen gespeichert, um im Notfall Infektionsketten nachvollziehbar machen zu können. Anschließend würden sie gemäß Datenschutzgrundverordnung gelöscht, versicherte Reitis.

Besuchen an heißen Sommertagen normalerweise bis zu 1500 Gäste das Freibad, werden es in dieser Saison aufgrund der restriktiven Nutzungszeiten vorerst maximal 500 Personen pro Tag sein können. Es gibt fünf jeweils eineinhalbstündige Zeitfenster pro Tag (8 bis 9.30 Uhr, 10 bis 11.30 Uhr, 12 bis 13.30 Uhr, 14 bis 15.30 Uhr, 16 bis 17.30 Uhr). Zwischendurch werden Anlage und Toiletten gereinigt und desinfiziert. Gemäß den Vorgaben des Landes werden maximal 100 Personen gleichzeitig im Bad aufhalten können. Auch in den Schwimmbecken sei die Zehn-Quadratmeter-pro-Gast-Vorgabe des Landes damit gewährleistet, erklärte Reitis, der an die Besucher appelliert, verantwortungsvoll mit den Abstandsregeln umzugehen, die auch ein Sicherheitsdienst fest im Blick haben wird.

Helfen sollen dabei ein Einbahnstraßensystem auf den Wegen, die Sperrung der Sammelumkleiden und des Duschbereichs, die Sperrung von Wasserrutsche und Sprungturm, ein Zaun, der den Zugang zum nicht einsehbaren Teil der Liegewiese verhindert und im Schwimmbereich Bahnen, die ein Schwimmen im Uhrzeigersinn ermöglichen. Um Staus und Überholmanöver im Wasser zu verhindern, sei für Sportschwimmer eine eigene Bahn, eine „fast lane“ eingerichtet.

Neben fünf Einzelumkleidekabinen gibt es eine Umkleidespirale auf der Liegewiese, die mit Unterstützung des Fördervereins und der Sparkasse Münsterland Ost angeschafft worden ist, ferner vier Pavillons auf der Liegewiese. Geduscht werden kann unter den Außenduschen. Die Toilettenanlagen können genutzt werden.

Weil der Schwimmbetrieb nur eingeschränkt möglich ist, gelten reduzierte Eintrittspreise. Erwachsene zahlen zwei Euro,m Kinder und Jugendliche sowie Schwerbehinderte ab 70 Prozent jeweils einen Euro. Kinder unter vier Jahren zahlen nichts. Saisonkarten werden zurzeit nicht verkauft. Besitzer von Jahreskarten oder Betriebssportkarten bekommen nach Vorlage an der Kasse ebenfalls Zutritt zum Bad, müssen sich allerdings auch online registrieren lassen. Die Jahreskarten werden laut Reitis aufgrund der achtwöchigen Bäderschließung acht Wochen länger gültig sein.

Mit gemischten Gefühlen sah Zoran Marjanovic der Kiosk-Wiedereröffnung entgegen. Auf der Terrasse hat er die Tische so platziert, dass der 1,50-Abstand gewährt ist, speziell für Familien hat er drei Bänke aufgestellt. Zwischen den Schwimm-Zeitfenstern werde auch hier alles gereinigt und desinfiziert. Ob die Badegäste sich länger auf der Terrasse aufhalten, um mit Muße Pommes frites oder das selbst gemachte Softeis zu genießen? Marjanovic zeigte sich skeptisch: „Es wird nicht das Gleiche sein wie vor Corona.“ Dennoch ist er vorbereitet, serviert Pommes, Brat- und Currywurst und natürlich Eis. Theoretisch, sagt er, könnte er 500 Softeis pro Stunde verkaufen.

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