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Stadt möchte Entwurf des Strategieplans Klimaschutz öffentlich vorstellen

Unabhängiger von fossiler Energie werden

Warendorf

Die Stadt Warendorf hat einen Entwurf für einen Strategieplan Klimaschutz erstellt. Er soll am 29. August der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Das große Ziel ist dabei, unabhängiger von fossilen Brennstoffen zu werden.

Die Stadt setzt bereits auf E-Autos und eigene Ladestationen. Der Klimaschutzbeauftragte Paul Hartmann (l.) und Bürgermeister Peter Horstmann haben aber viel weitreichendere Ziele. Foto: Ulrich Lieber

Das Thema Klimaschutz ist derzeit in aller Munde und auch für Bürgermeister Peter Horstmann ist es das Thema der Zeit. Die Stadt hat einen Strategieplan Klimaschutz entwickelt und diesen Entwurf bereits in der Sitzung des Umwelt- und Mobilitätsausschusses im Januar vorgestellt. Nun soll der Entwurf auch der Öffentlichkeit präsentiert werden, und zwar am 29. August (Montag) ab 18 Uhr in der Aula Altes Lehrerseminar.

Paul Hartmann, Klimaschutzbeauftragter der Stadt

„Wir wollen Ziele beschließen und nicht einzelne Maßnahmen. Und wir müssen flexibel sein, damit wir Fördermittel ausschöpfen können“, sagt Paul Hartmann, Klimaschutzbeauftragter der Stadt. Es müssen sowohl Energie als auch Ressourcen eingespart, beziehungsweise klimaneutral ersetzt werden, als auch Anpassungen an den bestehenden Klimawandel vorgenommen werden.

Um schnell auf wechselnde Förderkulissen reagieren zu können, soll das Klimaschutzkonzept, das noch nicht verabschiedet ist, fortschreibungsfähig sein. „Dann können wir auch mal andere Förderprogramme nutzen“, erklärt Bürgermeister Peter Horstmann. Ein aktuelles Beispiel seien PV-Anlagen, von denen die Stadt gerade neun auf einmal bestellt habe.

PV-Anlagen und Windräder sind notwendig, um energieunabhängiger zu werden – auch aus wirtschaftlichen Gründen. Die absehbaren Mehrkosten für Energie liegen für die Stadt im Millionenbereich. Dazu kommen weitere Umweltfaktoren, die auch die Gesundheit der Menschen bedrohen. „Flüsse vertrocknen, Ernten fallen aus, und auf der anderen Seite gibt es Starkregen und Hochwasserereignisse“, berichtet Horstmann. „Wir müssen uns konkrete Gedanken über die Klimafolgemaßnahmen machen.“

Warendorf ist zwar schon auf einem guten Weg, aber noch lange nicht am Ziel. „Bis Ende des Jahres wollen wir in die Konkretisierung des Strategieplans gehen“, nennt Paul Hartmann den Zeitrahmen. Damit das gelingt, wurde ein Klimabeirat gebildet, der aus Vertretern der Politik, der Verwaltung sowie verschiedenen Fachleuten aus der Wirtschaft und Öffentlichkeit besteht. Zu jedem Thema werden andere Fachleute eingeladen. Die Sitzungen sind für September, Oktober und November terminiert.

Es wurden verschiedene Szenarien beleuchtet, um von den fossilen Energieträgern wegzukommen. Das all electric Szenario bedeutet, dass viel Photovoltaik und Windkraft benötigt wird, um den Strombedarf zu decken. „Es gibt genügend Interessenten für Windräder“, weiß Paul Hartmann, und dazu zählen eventuell auch die Stadtwerke. „Eine Anlage kann 4000 Häuser versorgen.“ Mit 30 weiteren Windkraftanlagen wäre Warendorf schon gut aufgestellt, es dürften aber auch mehr sein. „Vom Grundsatz her muss der ländliche Raum mehr leisten“, erklärt Horstmann.

Weitere Szenarien sind der Wasserstoffeinsatz, der aber nicht die sofortige Lösung bringt, Wärmepumpen oder Wärmenetze. „Das Thema Wärme wird eine große Herausforderung. In de Brinke ist da ein Leuchtturmprojekt. Die Stadtwerke sind im Bereich Wärme gut unterwegs“, berichtet Horstmann. Dies sei ein wichtiger Baustein im Strategieplan.

Wichtig ist aber auch die Risikoanalyse, denn Themen wie Trockenheit oder Hochwasser werden sich häufen. „Zum Glück ist die Ems mit der Renaturierung recht weit“, sagt der Bürgermeister. Viele Maßnahmen laufen bereits, und gerade die Verwaltung legt hier vor. Die Stadt setzt auf E-Fahrzeuge, baut städtische PV-Anlagen und die Mitarbeiter können jetzt ein Jobrad bestellen. „Wir haben eine Fülle von Projekten und damit auch einen erhöhten Stellenbedarf“, erklärt Horstmann. Darum wurde eine Priorisierungsliste erstellt. „Einiges muss leider geschoben werden“, bedauert der Bürgermeister.

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