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Stadt plant mit vierter Interimslösung

Und noch ein Kindergarten

Warendorf

Mit drei Kindergärten hatte die Stadt wegen der bekannten Anmeldungen gerechnet. Jetzt kamen unerwartet viel mehr.

Jörg Pastoor

Nicht nur im Johannes-Kindergarten in Milte wird es zu eng. Die Stadt plant allein bis Sommer 2022 vier Interims-Kindergärten. Foto: Ines-Bianca Hartmeyer

Was dem einen der Zahltag, ist dem anderen der Zähltag. Die Stadt braucht bis zum Kindergartenjahr 2022/2023 mindestens vier statt der bisher geplanten drei Interims-Kindergärten. Das hat die Auswertung der Anmeldungen ergeben. Erster Beigeordneter Dr. Martin Thormann informierte den Hauptausschuss Dienstagabend über einen „extrem anspruchsvollen Zeitplan“ bis Sommer 2021. Denn geplant werden muss das alles schon jetzt.

Planungsverfahren wird beschleunigt

Da wäre in puncto Ausreißer zunächst mal Freckenhorst. Im Vergleich zu den vom Kreisjugendamt prognostizierten Zahlen sei klar, dass tatsächlich 33 Plätze für Unterdreijährige fehlen, so Martin Thormann.

Dann kommt der für das Baugebiet In de Brinke geplante Kindergarten noch hinzu. Bevor das erste Gebäude steht, lassen die Anmeldezahlen für die dort geplanten drei Gruppen – die für die Zwischenzeit in der ehemaligen Franziskusschule unterkommen sollen – den plan bereits voll laufen. Das bedeutet: „Wir werden im Kindergartenjahr 2022/2023 nochmal einen weiteren Kindergarten brauchen.“ Selbst bei reibungslosem Aufbau von Container-Lösungen werde das wegen des Rechtsanspruchs auf einen Platz wohl nur mit einem verkürzten Planverfahren möglich sein. Also mit einer „freihändigen“ Vergabe bei Leasingverträgen oder Kauf von Kita-Modulen statt der üblichen Ausschreibungen, die einfach zu viel Zeit kosten.

Dr. Martin Thormann

Die von der Verwaltungsbank mitgeteilte Überraschung konnten die Fraktionen im Ausschuss nicht unkommentiert lassen. Jessica Wessels bemängelte für die Bündnisgrünen die ja „offensichtlich zu konservative Bedarfsplanung“ durchs Jugendamt.

Eine Schelte in diese Richtung mochte Martin Thormann nicht teilen. Ja, man fühle sich schon „wie im Hamsterrädchen“, wenn man auf die aktuell 45 Kindergartengruppen in Warendorf sehe. Bei fünf bis sieben Prozent Abweichung zu den Prognosezahlen lande man dann „schnell mal bei einer, zwei neuen Einrichtungen“. Aber Bevölkerungsentwicklung und Anmeldeverhalten seien nun einmal schwer zu kalkulieren.

Grundlagen schwer zu kalkulieren

Für die CDU bestätigte Doris Kaiser aber Wessels‘ Einschätzung in Sachen Kreis-Jugendamt. Man sei schon im Sozialausschuss nicht glücklich damit gewesen. Und außerdem: „Auch Corona wird uns ja möglicherweise noch mehr Kinder bescheren.“ Andrea Kleene-Erke (SPD) mahnte, dass Interimslösungen wie in Freckenhorst, Milte und Warendorf auf Dauer teurer seien als fest gebaute. Während André Wenning (FWG) positiv für Warendorf fand, dass es Familien mit Kindern gebe. Bei der freien Vergabe von Aufträgen solle aber stets eng mit dem Rechnungsprüfungsamt zusammengearbeitet werden.

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