Wanderserie des Heimatvereins

Unter einem grünen Dach

Warendorf

Wandern ist insbesondere in der Zeit der Pandemie eine schöne und äußerst entspannende Freizeitbeschäftigung. Der Heimatverein hat einen Weg aufgeschrieben, der vom Warendorfer Stadtgebiet aus schnell zu erreichen ist. Eine frische Natur gibt es dabei zu entdecken.

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Teil zwei der Wanderstrecke „Zwischen Ostbezirk und Hägerort Foto: Norbert Funken

Die Warendorfer Natur- und Wanderfreunde kennen die schönsten Regionen in ihrem Heimatkreis: die Heide- und Waldlandschaft zwischen Milte und Telgte, den Vinnenberger Forst oder die Wälder um die Doppelschlossanlage Korff-Harkotten. Norbert Funken hat schon einige Wanderwege in der nahen Umgebung zusammengestellt. „Manch einer ist erstaunt, wenn man von Wegen schwärmt, die im Umfeld der Stadt zu finden sind, für die sich eine Anfahrt mit dem PKW nicht lohnt“, schreibt er. Solch eine kurze Wanderung, kurz wegen des Muttertages und der noch immer kühlen Witterung, möchte Funken nun stellvertretend für den Heimatverein Warendorf vorschlagen. Man kann die Wanderung in der Stadtmitte beginnen oder fährt mit dem PKW über die Freckenhorster Straße bis zum Alten Schützenhof, biegt links ab in die Straße „Am Siechenhorst“ und sucht dort einen geeigneten Parkplatz für einen ausgedehnten Spaziergang.

Der Schützenhof – beliebte Gaststätte

Der Schützenhof, bis in die 60er Jahre eine beliebte Gaststätte, war als Siechenhorst seit dem 13. Jahrhundert zunächst ein Leprosenkrankenhaus und beim Rückgang der Krankheit ein Haus für bedürftige Bürger. 1834 kaufte ein Bauer das Gebäude und machte daraus eine Kaffeewirtschaft.

Plant man statt eines kurzen Spaziergangs eine Wanderung, geht man von der Kreuzung Freckenhorster Tor den Wanderweg X17 zur Waldenburger Straße, am Kreishaus vorbei nach Süden bis zur Abzweigung „Am Siechenhorst“, dort links weiter bis zum nächsten Hof und biegt dann rechts ab, um dem Wanderweg weiter zu folgen. Im eleganten Bogen geht es um einen Hof herum, durch ein kleines Waldstück und über ein Feld zum nächsten Hof, hinter dem man den Wanderweg verlässt und nach links abbiegt. Der nun nicht mehr markierte Weg verläuft am Waldrand entlang einen guten halben Kilometer nach Osten. Zur Rechten liegt eine ausgedehnte Schonung mit jungen Nordmannstannen und dem Wanderer wird eindringlich geraten, den Wunsch zu unterdrücken, „zufällig“ kurz vor Weihnachten hier noch einmal vorbeizukommen…! Der Weg biegt kurz vor dem Waldrand rechts ab und verengt sich zu einem wunderschönen Waldpfad, gesäumt von niedrigen Pflanzen mit zarten weißen Blüten und lanzettförmig schmalen Blättern, genannt „Weißes Waldvögelein“, und führt nach Süden zum Hof Schulze Osthoff im Hägerort.

„Schulzen-Höfe“

Namen mit dem Zusatz „Schulze“ oder „Schulte“ sind im Münsterland häufig anzutreffen. Sie verweisen auf eine bäuerlich-soziale Schicht, die zwischen den abhängigen Bauern und dem Hof- und Landeigentümer stand, in diesem Fall seit 1050 die Abtei Freckenhorst, und von den „Eigenhörigen“ die zu entrichtenden Abgaben, meist in Form von Naturalien, einzuziehen hatte. Die preußischen Reformen zu Beginn des 19. Jahrhunderts beendeten diese Abhängigkeit. Der zweite Teil des Namens gibt meist die Lage vom zentralen Ort aus gesehen an, in diesem Fall also Freckenhorst.

Vor dem Wohnhaus biegt ein Feldweg rechts ab und gelangt nach einem Rechtsschwenk auf den X22. Weißdornbüsche, sie werden gerne als Feld- und Wegbegrenzung angepflanzt, stehen am Waldrand in voller Blüte und unter den Bäumen breitet sich ein Grasteppich in frischestem Grün aus. Auf der Straße zunächst nach links und dann nach rechts geht es zu den Höfen Hermes und Schoppmann in den Hagen (daher der Name „Hägerort“). Hier stößt der X22 auf den X17, dem man bis Warendorf (oder bis zum geparkten Auto „Am Siechenhorst“) folgt.

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