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Sonderausstellung im Westpreußisches Landesmuseum

„Vergessen, aber nicht verloren“

Warendorf

Die Ausstellung rückt die vergessenen Künstler, ihre Werke und kulturellen Leistungen wieder in das Blickfeld der Öffentlichkeit. Sie möchte dazu beitragen, dass das Schicksal zahlreicher Kulturschaffender während der nationalsozialistischen Diktatur nicht endgültig in Vergessenheit gerät. Das Westpreußische Landesmuseum freut sich über seine Wiedereröffnung und lädt zu einer Sonderausstellung zum Thema „Vergessen, aber nicht verloren! Deutsche Künstler*innen im Exil 1933 bis 1945 ein“.

wn

Sehenswerte Kunstwerke von Künstlerinnen und Künstlern im Exil werden in dieser Ausstellung präsentiert. Hier ist das Werk „Marktfrauen“ aus den 1930er Jahren, ein Aquarell von Julo Levin, zu sehen. Foto: Westpreußisches Landesmuseum

Das Westpreußische Landesmuseum freut sich über seine Wiedereröffnung und lädt zu einer Sonderausstellung zum Thema „Vergessen, aber nicht verloren! Deutsche Künstler*innen im Exil 1933 bis 1945 ein“. Präsentiert werden Werke von Malerinnen und Malern, die aus den damals deutschen Gebieten Pommern, Posen, Schlesien, West- und Ostpreußen stammten.

Sie gehörten zu der namhaften Gruppe der Kulturschaffenden, die zwischen 1933 und 1945 vor den Repressionen und der Verfolgung durch die Nationalsozialisten ins Ausland flohen. Einige von ihnen erreichten das rettende Exil allerdings nicht mehr. Sie wurden interniert und in Konzentrationslagern ermordet.

Viele der hier gezeigten Künstlerinnen und Künstler waren bereits in der Weimarer Republik erfolgreich. Sie zählten zum Umkreis der Berliner oder Münchner Sezession und des Pariser Café du Dôme, waren Mitglieder verschiedener Künstlervereinigungen wie dem Künstlerbund Schlesien oder der in Berlin gegründeten Novembergruppe.

Diese kulturelle Vielfalt wurde jedoch in den Jahren nach 1933 unwiederbringlich zerstört. Für viele der auch sozial oder politisch engagierten Kulturschaffenden war die Emigration der einzige Weg, sowohl das physische als auch das künstlerische Überleben zu sichern.

Die Ausstellung rückt die vergessenen Künstler, ihre Werke und kulturellen Leistungen wieder in das Blickfeld der Öffentlichkeit. Sie möchte dazu beitragen, dass das Schicksal zahlreicher Kulturschaffender während der nationalsozialistischen Diktatur nicht endgültig in Vergessenheit gerät.

Die in dieser Präsentation gezeigten Werke stammen aus der umfangreichen Exil-Sammlung „Memoria“ des Verlegers Thomas B. Schumann. Ergänzt wird die Auswahl durch Gemälde aus dem Sammlungsbestand des Westpreußischen Landesmuseums. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 verließen rund eine halbe Million Menschen Deutschland. Unter ihnen befanden sich Künstler verschiedener Sparten, die bereits vor 1933 eine kritische Haltung zum aufkommenden Nationalsozialismus eingenommen hatten oder deren Werke nicht dem Gedankengut und dem Kunst- und Kulturverständnis der Nationalsozialisten entsprachen. Etwa 90 Prozent der Emigranten nach 1933 waren jüdischer Herkunft.

Um einer Entlassung aus ihren Ämtern, der Verfolgung und Inhaftierung zu entgehen, sahen sich viele gezwungen, Deutschland fluchtartig zu verlassen. Unter ihnen befanden sich auch jene, die bereits bekannt waren und für ihre Arbeit geschätzt wurden. Die Mehrzahl der aus Deutschland vertriebenen Künstler war jedoch unbekannt.

Diese Ausstellung widmet sich den überwiegend unbekannten Malern und Grafikern aus den ehemals deutschen Gebieten im Osten Europas.

Die gezeigten Arbeiten stammen aus der über 800 Kunstwerke und 10 000 Bücher sowie Dokumente umfassenden Sammlung des Verlegers Thomas B. Schumann.

„Wir freuen uns sehr, das Museum wieder für unser Publikum öffnen zu dürfen. Aufgrund der Coronaschutzverordnung ist der Museumsbesuch bis auf Weiteres mit einigen Auflagen verbunden“, schreibt das Westpreußische Landesmuseum in einer Pressenotiz.

Deshalb werden die Interessierten gebeten, vor ihrem Besuch einen Termin zu buchen. Zu diesem Zweck ist das Westpreußische Landesmuseum während der Öffnungszeiten dienstags bis sonntags in der Zeit von 10 bis 18 Uhr unter der Telefonnummer  0 25 81 / 92 77  70 erreichbar.

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