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Christoph Kleymann leitet die Kita St. Georg

Viel Zeit zum Ankommen gehabt

Müssingen

Er leitet den Kindergarten St. Georg in Müssingen mittlerweile seit eineinhalb Jahren. Eine hochoffizielle Einführung jedoch fand coronabedingt nicht statt. Im Gespräch berichtet Christoph Kleymann über die ersten eineinhalb Jahre in Müssingen.

Von Joke Brockerund

Christoph Kleymann und sein Team (v.l.) Lara Ehrenbrink-Darpe, Josephine Glüsing, Viviane Rotsch, Vanessa Hoffmann, Katharina Althaus und Katrin Freitag. Foto: Joke Brocker

Sein erster Arbeitstag in Müssingen liegt mittlerweile mehr als eineinhalb Jahre zurück und ging pandemiebedingt ein wenig unter. Christoph Kleymann, Leiter des Kindergartens St. Georg in Müssingen, findet das aber überhaupt nicht schlimm, kann dem Corona-Ausnahmezustand sogar etwas Positives abgewinnen: „So hatte ich Zeit, das Team abzuholen und zusammenzuführen“, blickt der 32-Jährige auf die ersten Monate an der neuen Wirkungsstätte zurück.

„Wir haben die Corona-Zeit erst einmal dazu genutzt, den Kindergarten zu renovieren. In Gruppen haben wir ausgemistet und neu strukturiert.“ Unter anderem sei, natürlich in Abstimmung mit dem Kirchenvorstand, der Flur, in dem vor Corona morgens gefrühstückt wurde, in einen weiteren Spielort und Bewegungsraum für die Kinder verwandelt worden.

Weil die Hochebenen aus den Gruppenräumen verschwanden, um im Eingangsbereich wieder als eine Einheit aufgebaut zu werden, sind die Gruppenräume nun so geräumig, dass dort auch weiterhin gefrühstückt wird. Das habe auch den Vorteil, dass immer eine Betreuerin dabei sei.

Außerdem habe er Zeit gehabt, die Kinder nach und nach kennenzulernen, ehe das „Gewusel“ wieder einsetzte, für das inzwischen wieder Tag für Tag 46 muntere Kinder sorgen, die von neun Erzieherinnen betreut werden. Deren „Chef“ sei er nicht, stellt Christoph Kleymann klar. „Wir sind ein Team und haben das Ziel, die Kinder in deren Entwicklung bestmöglich zu begleiten und auf die Schule vorzubereiten.“ Dieses Ziel teilten sich im Übrigen das Team und die Eltern, deren konstruktive Anregungen jederzeit erwünscht seien.

Offen und freundlich aufgenommen hätten ihn auch die Kolleginnen in den übrigen zum Familienzentrum „MiO“ gehörenden Kindergärten Einen und Milte, freut sich Kleymann. Die Struktur eines Familienzentrums sei ihm seit seiner Tätigkeit als Gruppenleiter im Caritas-Kindergarten in Borghorst vertraut gewesen: „Da habe ich den Zertifizierungsprozess miterlebt.“ Die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen sei top. Anders als seine Vorgängerin hat Christoph Kleymann die Gruppenleitung in der Kita St. Georg komplett an seine Kolleginnen abgegeben, um sich auf seine Leitungsaufgaben konzentrieren zu können. Er habe aber pädagogische Stunden, erzählt er. So gehe er jeden Freitag mit den Kindern in den Wald. Er schätze und schütze die Natur und wolle sie den Kindern nahe bringen.

Diesen scheint es zu gefallen, dass nun „ein Mann im Haus“ ist. „Wenn ich in der Gruppe bin, werde ich auch gesucht“, hat Kleymann festgestellt. Zu seinem Beruf gekommen ist er gewissermaßen wie die Jungfrau zum Kind. Schule sei ihm ein Graus gewesen, erzählt er schmunzelnd. Daher habe er nach der Schule eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker Sanitär, Heizung und Klimatechnik gemacht.

Danach habe er ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem Jugendzentrum in Borghorst absolviert, dann sein Fachabitur gemacht und schließlich eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger in der Hildegardisschule in Münster abgeschlossen. Danach sei er als Flüchtlingsbeauftragter für eine Sammelunterkunft zuständig gewesen.

Als im Caritas-Kindergarten in Borghorst eine Gruppenleiter-Stelle frei wurde, erinnerte man sich dort an den Praktikanten Christoph und bot ihm die Stelle an. Während seiner Ausbildung zum Heilerziehungspfleger hatte Kleymann seine aus Sassenberg stammende Lebensgefährtin, eine Motopädin, kennengelernt. Über Bekannte erfuhr er von der damals vakanten Stelle in Müssingen. Inzwischen lebt das Paar in Sassenberg.

Seinem alten Job trauert Christoph Kleymann, der in seiner Freizeit Fußball spielt und wandert, nur ganz selten nach. Aber wenn er den Wunsch verspüre, mal wieder einen Tag auf der Baustelle zu verbringen, gebe es in seiner Nachbarschaft jede Menge Betätigungsfelder, sagt er: „Da bauen gerade viele.“

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