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Film greift Probleme der Landwirte auf

„Viele sind mental am Ende“

Warendorf

„Der Film spielt zwar in Frankreich, aber vieles davon ist auch auf unsere Region übertragbar“, betonte der Landwirt Walter Twehues. Ihm sei es wichtig, auf die Lage der Landwirte aufmerksam zu machen. Am Rande der Film-Premiere „Das Land meines Vaters“ gewährte der Milchbauer im Gespräch mit den WN Einblicke in den Alltag zahlreicher heimischer Bauern. „Viele sind mental am Ende.“

-cirm-

Premiere: Daniela Pieper (LFB), Walter Twehues (KLB), Bernd Henrichs (Vorstand KLB), Hubert Wernsmann (KLB) Foto: Christopher Irmler

Mit einer derartig großen Resonanz hatten weder Scala-Kinobetreiber Johannes Austermann, noch die Verantwortlichen der Katholischen Landvolkbewegung(KLB), der Ländlichen Familienberatung(LFB) im Bistum Münster und der LVHS Freckenhorst gerechnet:

In Warendorf stieß der französische Film „Das Land meines Vaters“ über den physischen und psychischen Druck bäuerlicher Familien auf großes Interesse. Am Sonntagvormittag waren die 80 verfügbaren Eintrittskarten alle ausverkauft. „Es ist eine außergewöhnliche Kinozeit“, begrüßte Walter Twehues die Gäste pünktlich um 11 Uhr zur Sonntags-Matinee. „Der Film spielt zwar in Frankreich, aber vieles davon ist auch auf unsere Region übertragbar“, betonte der Sassenberger Landwirt. Ihm sei es wichtig, auf die Lage der Landwirte aufmerksam zu machen. Am Rande der Premiere gewährte der Milchbauer im Gespräch mit den WN Einblicke in den Alltag zahlreicher heimischer Bauern. „Viele sind mental am Ende.“

Dabei gehe es nicht nur um schlechte Preise beim Schweinefleisch und drastisch gestiegene Kosten für Düngemittel, sondern auch um die mitunter paradoxe Erwartungshaltung der Verbraucher. „Man steht mit allem was man macht in der Kritik. Die Leute reden von Tierwohl, andererseits wollen sie immer nur niedrige Preise zahlen.“ Wenn dann auch noch sogenannte Tierwohlmilch zum Discountpreis angeboten werde und ein Aufschlag von lediglich drei Cent verlangt werde, empfänden das viele Vertreter seines Berufsstands als „Schlag ins Gesicht“.

„Das Land meines Vaters“ lenkt den Blick auf das Leben einer bäuerlichen Familie, die Herausforderungen im Spannungsfeld von Dumpingpreisen, staatlichen Auflagen, Modernisierung und deren Folgen zu meistern versucht. Idealismus und Existenzängste prallen aufeinander.

„Der Film wird auf jeden Fall noch einmal laufen“, ist Gastgeber Johannes Austermann nach dem vielversprechenden Auftakt sicher.

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