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Horstmann will Verwaltung umbauen

Vom Sachgebiet zum Amt und ein Dezernent mehr

Warendorf

Bürgermeister Peter Horstmann will die Verwaltung neu organisieren. Die Idee hatte ihren Anfang in der Bewerbung als Gartenschaustadt.

Von Jörg Pastoor

Wäre Warendorf Landesgartenschau-Stadt geworden – spätestens dann hätte es in der Stadtverwaltung eine eigene Abteilung samt Geschäftsführer geben müssen. Es gibt keine Laga. Aber trotzdem einen Umbau in der Verwaltung. Einen nachhaltigen.

„Anpassung der Aufbauorganisation“ nennt Peter Horstmann ihn. Er bedeutet vordergründig die Umwandlung von Sachgebieten in Ämter. Und die Schaffung einer neuen, zusätzlichen Dezernentenstelle. Kurz vor dem Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss klammerte der Bürgermeister am Montagnachmittag den Themenkomplex schon einmal für die Presse aus.

Bürgermeister Peter Horstmann

„Wir haben damals im Zusammenhang mit der Landesgartenschau-Bewerbung auch auf unsere Organisationsstruktur geschaut“, leitete Horstmann ein. Für die Schau „hätten wir im Grunde eine Art Gartenschau-Dezernat gebraucht. Mit eigenem Geschäftsführer.“

Beim genauen Hinsehen sei dann klar geworden, dass eine durchgängige, auch vom Verband für kommunales Management empfohlene Struktur mit klaren Zuweisungen verschiedener Arbeitsbereiche nicht existierte. „Es gibt Sachgebiete. Oder Bereiche wie die IT, die keins sind. Mal mit drei Ebenen, mal mit fünf, wenn es einen Sachgebietsleiter oder weitere Vorgesetzte gab.“

Bei seinem eigenen Dezernat – zu dem seit vielen Jahren in Warendorf die Kultur, aber auch die Wirtschaftsförderung zählt – sei für ihn nach zwei Jahren im Amt klar: „Es ist nicht überzeugend, dass dieses Aufgabengebiet eine Stelle bewältigen soll.“ Dabei gehe es ihm nicht darum, dass „der Bürgermeister sich einen schlanken Fuß machen will“, sondern um die Stärkung seiner Koordinationsfunktion in der Gesamtverwaltung mit rund 400 Mitarbeitern.

Zusätzliches Dezernat I für „innere Dienste“

Um alles klar zu gliedern, will Horstmann die Tätigkeiten in der Verwaltung global in Innen-, Bürger- und Baudienste aufteilen – mit jeweils einem Dezernat. Zudem solle sie auch als Arbeitgeberin attraktiver werden, indem die mittlere Führungsebene ausgebaut werde. Eine gleichmäßigere Verteilung der Rechte und Pflichten für alle Dezernate und der Einbau von teils neuen Stabsstellen soll für eine Entlastung der Fachämter sorgen, indem„sachfremde Verwaltungsaufwände“ gebündelt werden.

Peter Horstmann will die Wirtschaftsförderung von der ihm zugeordneten Stabsstelle in ein eigenes Amt (mit der Nummer 80) verwandeln, Städtepartnerschaften und Ehrungen wie Empfänge sollen im Amt 41 aufgehen – „eine wesentliche Änderung“, wie er im Pressegespräch vermerkte. Der Klimaschutz und das gerade neu hinzugekommene Thema Bürgerbeteiligung sind Chefsache, neu ist die Schaffung der Stabsstelle des Justiziars in seinem Amtsbereich.

Neu zu schaffen: das Dezernat I „Innere Dienste“. Dafür, das ist allerdings im Gegensatz zum eigentlichen „Umbauvorhaben“ von der Zustimmung des Rates abhängig, will Horstmann die neue Dezernentenstelle schaffen. Er fände eine Ausschreibung noch im Jahr 2022 schön. Da diesem Dezernat das Amt 10 (Haupt- und Personalamt), 15 (Digitalisierung/IT-Service), 20 (Stadtkämmerei) sowie gegebenenfalls noch 30 (Liegenschaften) und 65 (Hochbauamt) zugerechnet werden sollen, sei das schon anspruchsvoll. „Ja, da brauchen wir schon einen echten Generalisten“, meinte der Bürgermeister.

Personalrat eingebunden, Fraktionen informiert

Unter das Dach des Dezernats II „Bürgerdienste“ zählen Ordnungsamt (Nummer 32, künftig mit einem aus Bürgerbüro und Standesamt bestehenden Bürgerservice vorstellbar), Amt 37 für Feuerwehr und Rettungsdienst, der 40 (Schule, Jugend und Sport), 50 für Wohnen und Soziales, dem Kulturamt (Nummer 41 mit Bücherei und Veranstaltungen/Stadtwerbung) sowie dem Amt für Wirtschafts- und Tourismusförderung mit der Nummer 80 .

Die Baudienste in Dezernat III schließlich sollen die Ämter 60 (Bauverwaltung), 66 (Tiefbau und Mobilität), 61 (Bauordnung und Denkmalpflege, 62 (Stadtentwicklung), 67 (Baubetriebshof) und 68 (Umweltamt) beinhalten.

Peter Horstmann sieht noch die Schaffung einiger zusätzlicher Stellen, unter anderem einer bei der Öffentlichkeitsarbeit, vor. Zudem räumte er ein, dass bei mehr Leitungsfunktionen auch besser bezahlt werden müsse. Aber das trage auch zu mehr Effizienz in der Verwaltungsarbeit bei

Die Fraktionen seien informiert. Der Personalrat der Verwaltung auch. Und? „Dort gab es Diskussionen in Einzelfragen. Aber keine Proteste.“

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