1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Warendorf
  6. >
  7. Von Entspannung kann keine Rede sein

  8. >

Feuerwehr Warendorf zieht Bilanz für 2021

Von Entspannung kann keine Rede sein

Warendorf

Sie ist immer da, wenn die Not groß ist: Doch auch das Jahr 2021 war weiterhin durch die Pandemie geprägt und mit zahlreichen Einschränkungen für die Bevölkerung verbunden. Das bedeutete für die Feuerwehr nicht, dass das Jahr ruhiger verlaufen ist – im Gegenteil.

Großbrand in der Nacht vom 11. auf den 12. September 2021 in der Bauerschaft Velsen in Milte – einer von vielen Einsätzen der Warendorfer Feuerwehr im vergangenen Jahr. Foto: Feuerwehr Warendorf

In einem Jahresrückblick zieht die Feuerwehr Warendorf eine Bilanz, die das Jahr 2021 mit ganz neuen Herausforderungen verbindet und zugleich auch mit erhöhten Einsatzzahlen im Vergleich zum Vorjahr. Trotz all der besonderen Herausforderungen sind die Warendorfer bereit, sich weiter zu engagieren: Es gibt zehn Neumitglieder.

Zu 405 Einsätzen ist die Feuerwehr der Stadt Warendorf im Jahr 2021 ausgerückt. Im Jahr zuvor waren es 377, die von den Löschzügen Warendorf, Freckenhorst, Hoetmar, Milte, Einen und Vohren bewältigt wurden.

„Im Vergleich zu 2020 sind die Einsatzzahlen der Feuerwehr Stadt Warendorf damit im vergangenen Jahr um rund sieben Prozent gestiegen“, teilt Stadtbrandinspektor Gerd Tünte mit. Trotz der weiteren Einschränkungen im öffentlichen Leben durch die Corona-Pandemie, die auch die Feuerwehr vor zahlreiche neue Herausforderungen gestellt habe, könne nicht von einem entspannten zurückliegenden Jahr gesprochen werden.

So fand daher zum zweiten Mal in Folge keine Jahreshauptversammlung aller Löschzüge des Stadtverbandes statt. Auch die einzelnen Versammlungen in den Löschzügen im Januar und Februar sind abgesagt worden. Stattdessen wurden mit großen Abstand und ohne gemütlichen Rahmen Mitte März nur Ehrungen und Beförderungen vorgenommen (die WN berichteten).

„Eine Vielzahl von Einsätzen haben die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Warendorf vor unterschiedliche Herausforderungen gestellt“, heißt es in der Jahresbilanz der Feuerwehr. Viele Einsätze seien anspruchsvoll gewesen, andere wiederum seien mit wenigen Mitteln zu lösen gewesen. „Für alle Einsätze galt: Sie waren erfolgreich! Mensch und Technik waren ein Team und sie waren geprägt von der Einsatzbereitschaft und Einsatzwillen“, schreibt der Stadtbrandinspektor und nennt konkrete Zahlen.

Im Stadtgebiet gab es drei Großbrände. Weiterhin gab es drei sogenannte Mittelbrände, die mit bis zu drei Strahlrohren gleichzeitig bekämpft wurden, um dem Feuer rasch und gezielt entgegenzuwirken. 41 Feuer entfielen auf die Kategorie Kleinbrände mit maximal einem Strahlrohr oder Kleinlöschgerät zur Brandbekämpfung.

In Erinnerung geblieben sei der ausgedehnte Garagenbrand am 3. April 2021. in der Polydorstraße: Das Feuer griff bei Eintreffen bereits auf das Wohnhaus über. Durch den gezielten und massiven Einsatz, konnte ein Übergreifen auf das komplette Wohnhaus wörtlich in letzter Minute erfolgreich verhindert werden.

In Erinnerung blieb unter den Feuerwehrleuten auch die Nacht vom 11. auf den 12. September, in der in der Bauerschaft Velsen in Milte eine Scheune in voller Ausdehnung brannte. Über 100 Einsatzkräfte aus dem Stadtverband und der Wasserkomponente TEO (Telgte, Everswinkel, Ostbevern) waren mehrere Stunden im Einsatz.

Während die Anzahl der technische Hilfeleistungen sich eher konstant gehalten habe, sei die Häufigkeit von Menschenrettungen, zu denen die Einsatzkräfte alarmiert wurden, bemerkenswert gewesen in 2021. Insgesamt wurden 41 Personen aus Zwangslagen oder sonstigen Notständen befreit. 72 Personen verletzten sich bei Verkehrsunfällen und Bränden, die nach rettungsdienstlicher Erstversorgung dann einem Krankenhaus zugeführt wurden. Und weitere außergewöhnliche Einsätze bescherte 2021 die Zeit vom 7. Februar an, nachdem durch starken Schneefall mit Schneeverwehungen einige Gebäude und Lagerhallen zum Teil eingestürzt waren oder als einsturzgefährdet eingestuft werden mussten. Nicht in allen Fällen konnte die Feuerwehr für Abhilfe sorgen, und die betroffenen Gebäude mussten mit Absprache mit deren Eigentümern abgesperrt werden.

Sogenannte Flächenlagen, die durch starke Unwetter in der Vergangenheit die Wehr schon häufiger beschäftigten, waren über das Stadtgebiet nicht hinweggezogen. In der Statistik stehen 24 Einsätze, die auf das ganze Jahr verteilt auf Sturm- und Wasserschäden zurückzuführen sind.

Eine Ausnahme war die schwere Unwetterkatastrophe in der Region Ahrtal, Eifel und der Städteregion Aachen. Am 14. und 16. Juli machten sich Einsatzkräfte aus dem Stadtverband auf Anforderung der Bezirksregierung Münster auf dem Weg nach Eschweiler und in die Städteregion Aachen, um dort zusammen mit der 5. Bereitschaft die dortigen Einsatzkräfte zu unterstützen und abzulösen.

97 Einsätze sind in Verbindung mit automatischen Brandmeldeanlagen, Heimrauchmeldern oder durch eine Anscheinsgefahr entstanden. „Dabei handelte es sich gewiss nicht zu 100 Prozent um Fehlalarme“, heißt es in dem Feuerwehr-Bericht. In vielen Fällen wurde Dank der Alarmierungseinrichtung frühzeitig auf ein Ereignis hingewiesen. Die Feuerwehr unterstützte in diesem Zusammenhang mehrfach die bereits eingeleiteten Maßnahmen oder belüftete den betroffenen Bereich mit einem Hochleistungslüfter.

Und noch einige Zahlen hat Gerd Tünte parat: Die Feuerwehr Stadt Warendorf mit ihren sieben Löschzügen leistete bis zum 31. Dezember über 7557 Einsatzstunden. Ihr zur Verfügung stehen 49 Fahrzeuge und Anhänger. Beschafft wurden in 2021 zwei Mannschaftstransportfahrzeuge und ein Gerätewagen Logistik mit Schlauchkomponente. Das Fahrzeug wird zur Sicherstellung und zum Aufbau einer Löschwasserversorgung über lange Wegstrecken, insbesondere in den Außenbereichen eingesetzt. Mit der weiteren flexiblen Ausstattung mit verschiedenen Rollcontainern ist das Fahrzeug auch autark bei Sturm- und sonstigen extrem Unwetterlagen.

Mitglieder-Entwicklung der Feuerwehr

Startseite
ANZEIGE