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27. Adventskonzert in der Marienkirche

Berührende Musikmomente

Warendorf

Es bliebt fast kein Platz unbesetzt in der Marienkirche. Der Lions Club veranstaltet wieder sein traditionelles Adventskonzert.

Von Joe Rieder

Es waren fast alle Plätze besetzt zum Adventskonzert.  Foto: Joe Rieder

Es war fast wie bei den vorherigen 26 Adventskonzerten. Allerdings war das 27. Adventskonzert in der Marienkirche dann doch etwas besonderes, denn in den beiden letzten Jahren musste es, trotz aller Hoffnungen die der Lions Club Warendorf, die Sportschule der Bundeswehr und die Gemeinde St. Laurentius darin gesetzt hatten, ausfallen. Die Gründe sind bekannt.

In diesem Jahr gab es keine einschränkenden Bestimmungen. Trotzdem hatten die Veranstalter zunächst nur 350 Karten in den Vorverkauf gegeben, die weiteren 200 möglichen wurden aus Gründen der Vorsicht für die Abendkasse zurückgehalten, wie Pfarrer Peter Lenfers vor dem Konzert berichtete.

Nur wenige Plätze leer

Aber nur einige wenige Plätze blieben am Donnerstagabend leer. Prof. Dr. Dirk Domagk als amtierender Präsident des Lions-Club Warendorf, und Oberst Rüdiger Jorasch, der Kommandeur der Sportschule der Bundeswehr, konnten eine gut gefüllte Marienkirche begrüßen. In ihren Worten gingen beide auf die aktuelle politische Situation ein. Prof. Domagk informierte die Besucher über die guten Zwecke, für die das Benefizkonzert stattfand: die Jugendarbeit des Lions-Club, die Jugendarbeit der Gemeinde St. Laurentius und die Arbeit des Soldatenhilfswerks.

Oberst Jorasch beleuchtete den Wandel, der sich in der Politik während der letzten zwei Jahre „in atemberaubender Geschwindigkeit“ vollzogen habe und wies dabei deutlich auf Mängel hin, beispielsweise die Versäumnisse in der Vorbereitung auf Extremsituationen. Er sprach zudem von einer ausgezehrten Bundeswehr und der Anfeindung von Feuerwehrleuten und Rettungsdiensten. Angesichts der jüngst aufgedeckten Umsturzpläne prägten sich seine Worte zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung besonders intensiv ein.

Danach gehörte der Abend dem berührenden Konzert des Luftwaffenmusikkorps Münster unter Leitung von Major Alexander Kalweit. Durch seine Moderation und die Informationen über die einzelnen Werke, bleiben die Zuhörer nicht, wie bei manch anderem Konzert, allein mit der Musik, sondern konnten noch intensiver genießen. Mit dem stimmigen Wechsel zwischen rhythmischen und träumerischen Stücken gelang den Musikern, dass die Zeit schnell vergessen wurde. Hervorzuheben besonders die Soli von Oberfeldwebel Jonas Hatzel an der Posaune sowie von Oboeistin Oberfeldwebel Noemi Gál.

Oberst Rüdiger Jorasch, Kommandeur der Sportschule der Bundeswehr.  Foto: Joe Rieder

In der nachfolgenden kleinen Musikpause sprach Pfarrer Lenfers über einen Traum, von dem die bekannte Moderatorin des „heute-journal“ vor Zeiten berichtet hatte. Ein Traum, dass es keine Nachrichten gebe, weil es eben nichts (schlechtes) zu berichten gebe. 1000e Zuschauer hätten sich in ihrem Traum daraufhin beschwert: „Wo bleiben die Toten?“ Lenfers leitete über zu den bekannten Worten des Propheten Jesaja „Dann schmieden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen um und ihre Speere zu Winzermessern“. In diesem Moment stand Lenfers nicht alleine mit dem Wunsch, „dass diese Visionen endlich wahr werden!“

Der amtierende Präsident des Lions Club Warendorf Prof. Dr. Dirk Domagk Der Lions Club lud zum Adventskonzert ein.  Foto: Joe Rieder

Der zweite Teil des musikalischen Programms bewegte die Zuhörer nicht minder. Nach dem gemeinsamen Singen der ersten zwei Strophen „Macht hoch die Tür...“ forderten sie mit stehenden Ovationen Zugaben. Auch danach endete das Konzert nicht vollständig, denn es fand wie früher seinen Ausklang bei Glühwein und Süßem im Pfarrheim St. Marien.

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