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Ausstellung in der Galerie Spitthöver

Eine Explosion der Farben

Warendorf

Diese Farben verführen. Sie berauschen die Sinne und lassen das Grau draußen vor der Tür einfach mal vergessen. Die freie Künstlerin Marianne Borchard stellt in der Galerie Spitthöver in Warendorf aus.

Von Beate Trautner

Mut zur Farbe beweist Foto: Beate Trautner

Eine Explosion der Farben präsentiert das Atelier Spitthöver in der aktuellen Ausstellung. Aber keine Sorge, es besteht keinerlei Verletzungsgefahr! Im Gegenteil ist es eine Animation der Sinne, der sich niemand entziehen kann.

Die freie Künstlerin Marianne Borchard aus Münster stellt ab dem heutigen Samstag einen Querschnitt ihrer Arbeiten im Atelier von Gabriele Spitthöver in der Königstraße in Warendorf aus. Die diplomierte Künstlerin für Malerei und Grafik ist über die Grenzen des Münsterlandes bekannt und hat bei ihren Ausstellungen schon viele Preise eingeheimst. Als Gründungsmitglied der Künstlergruppe „Art 13“ präsentierte sie ihre Arbeiten auch in gemeinschaftlichen Ausstellungen.

Großformatige Arbeiten

Nun ist sie mit ihren großformatigen Arbeiten im Atelier Spitthöver zu sehen. Diese sind expressiv, experimentell – ja, fast explosiv. Auch wenn ihre Bilder fernab jeder Gegenständlichkeit sind, steckt ein Konzept dahinter – Marianne Borchards ureigenes Lebens- und Kunst-Konzept. „Ich möchte die Wirkung allein aus der Dynamik der Farben haben“, erklärt sie. „Sobald etwas Gegenständliches ‚auftaucht‘, verwerfe ich es“.

Borchard sieht ihre Kunst als Möglichkeit, aus dem Alltag auszusteigen – und das gilt für sie selbst und für den Betrachter. Vehement scheint sie sich aller gegenständlichen Formen bewusst zu verweigern. Sie mag den Zustand, völlig leer im Kopf zu werden, sich von allem loszulassen und den Fluss der Farben nicht zu beeinflussen. „Je nach Tagesempfinden suche ich mir zuvor die Farben aus“, erklärt sie die einzige Beeinflussung.

Allerdings arbeitet sie dann nach dem ersten Trocknen noch weitere Schichten darüber. Diese Arbeitsweise „funktioniert“ natürlich nur bei großen Formaten. Dabei löst Borchard oft die Leinwände von den Keilrahmen, um sie flach hinzulegen. Auch in der Wahl der Malmittel fühlt sie sich nicht an irgendwelche Vorgaben gebunden. Acryl, Tusche, Gips und Marmormehl oder Sand geben den Bildern zusätzlich eine Struktur. Eines ist klar: „Ich brauche große Mengen an Farben“, macht sie die stattgefundenen Malvorgänge bildlich. So entsteht ein ständiges Hin und Her von Farbe und der Reaktion der Künstlerin auf die Farbe.

Raum für eigene Interpretationen

So lassen die Bilder von Marianne Borchard den Betrachtenden viel Raum für eigene Interpretationen. Und sehen kann man dann in den Bildern neben fließenden Farbverläufen doch eine Menge: Assoziationen von Blüten und Landschaften – viele weitere Blickwinkel eröffnen sich. Auf jeden Fall tun die kräftigen Farben der Seele gut, gerade in der doch recht grauen und trostlosen Zeit.

Marianne Borchard (l.) und Gabriele Spitthöver Foto: Beate Trautner
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