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Team Grünpflege vom städtischen Bauhof bewässert die Pflanzen

Wasser marsch gegen die Hitze

Warendorf

Die Warendorfer Pflanzenwelt fordert Wasser – das merkt das Team des städtischen Bauhofs ganz besonders – immer montags, mittwochs und freitags sind sie mit entsprechenden Bewässerungsfahrzeugen im Dienst, um die durstigen städtischen Bepflanzungen zu bewässern.

Von Marion Bulla

Bei der aktuellen Hitze drohen gerade Neupflanzungen zu vertrocknen. Das Team Grünpflege verfügt über ein eigenes großes Gewächshaus, in welchem es selbst Pflanzen heranzieht. Foto: Marion Bulla

Derzeit sind die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs im Dauereinsatz.  „Wasser marsch“, so lautet aktuell die Devise an vielen Stellen der Stadt. Bis zu sechs Mitarbeiter sind neben Warendorf ebenso in den Ortsteilen Milte, Freckenhorst und Hoetmar verstärkt im Einsatz, um die Pflanzen vor dem Vertrocknen zu bewahren. Etwa 20.000 Liter Wasser aus dem eigenen Brunnen werden am Tag benötigt, um die Pflanzen zu wässern.

Gegossen würden vor allem Neupflanzungen, Straßenbeete, Sommerblumen und frisch gepflanzte Stauden, erklärt Matthias Brinkmann. Der Gärtnermeister und Techniker ist seit vier Jahren Leiter des Teams Grünpflege. Die Bewässerung habe im Moment Priorität, denn ohne die künstliche Bewässerung würden die rund 20.000 Stauden, einige Tausend Blühpflanzen wie Rhododendren sowie viele junge Bäume eingehen.

Zwei Kolonnen sind direkt in Warendorf unterwegs. Es gibt einen kleinen Schlepper, der ein 2000-Liter-Fass mitführt. Im vorderen Bereich verfügt er über einen automatischen Gießarm, der vom Führerhaus aus gesteuert wird. „Das ist sehr effizient“, sagt Matthias Brinkmann. Das zweite Fahrzeug, das im Einsatz ist, ist ein Unimog, der ein 1000-Liter-Fass mit sich führt. Hier wird den Pflanzen mit Hilfe einer Pumpe mit einem Schlauch Wasser zugeführt. Es gibt noch ein drittes Wasserfahrzeug mit 12.000 Liter Fassungsvermögen. „Das kommt aber nur zum Einsatz, wenn völlig Not am Mann ist. In diesem Jahr war dies noch nicht der Fall“, erklärt Brinkmann.

Viele Grünpflanzen erfordern eine umfangreiche Bewässerung. Foto: Foto: Marion Bulla

Der Unimog wird aktuell übrigens an der Dreibrückenstraße mit Wasser befüllt. „Da wird das Grundwassser abgesenkt. Normalerweise wird das in die Kanalisation gespült. Wir nutzen das jetzt zum Wässern“, führt der Teamleiter weiter aus.

Immer montags, mittwochs und freitags sind die Fahrzeuge im Dienst der Natur unterwegs. Stets werden an diesen Tagen auch die Blumenampeln in der Innenstadt berücksichtigt. Die haben einen Tank und können danach einige Tage ohne Hilfe der Hitze trotzen.

Regelmäßig erfolgt die Bewässerung. Foto: Foito: Marion Bulla

Wassernotstand hat der Bauhof zur Zeit nicht. „Im Moment haben wir genug Wasser. Da gibt es keine Probleme. Wir haben einen guten Brunnen“, betont Brinkmann

100 Bewässerungssäcke hatte der Bauhof vor drei Jahren angeschafft. Sie können mit circa 60 Liter Wasser befüllt werden und werden vor allem bei neu angepflanzten Bäumen eingesetzt. Die Säcke sind sehr praktisch. Denn gerade bei extremer Hitze kann der ausgetrocknete Boden den Wasserschwall aus Schlauch oder Gießvorrichtung nicht schnell genug aufnehmen. „Das wären auf dem einfachen Wege gerade mal zehn Prozent“, weiß Brinkmann. Der Bewässerungssack gibt das Wasser über kleine Bodenlöcher langsam ab. Kontinuierlich durchfeuchtet er das Erdreich und gelangt in die Tiefe an den durstigen Wurzelballen. Doch nicht nur das Bewässern gehört zu den Aufgaben des Teams Grünpflege. Natürlich werden die angelegten Beete auch saisonal beschnitten und Neues wird angepflanzt. Viele der Pflanzen sind in ihrem eigenen, etwa 25 mal 25 Meter großen Gewächshaus mit den Stecklingen der alten Pflanzen selbst gezogen.

Matthias Brinkmann, Teamleiter beim Baubetriebshof sagt: „Unser Personal denkt grün“. Foto: Foto: Marion Bulla

„Unser Personal denkt grün“, sagt Matthais Brinkmann nicht ohne Stolz und fügt an, wer eine Pflanze selbst heranziehe, habe einen Bezug dazu. „Das ist ein Riesenvorteil.“ Seit zwei Jahren legt das Team großen Wert darauf in öffentlichen Beeten insektenfreundliche und blühfreudige Stauden anzupflanzen. „Das hat einen Nährwert für unsere Umwelt“, ist Matthias Brinkmann sicher.

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