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Hilfsdienste suchen engagierte Menschen

Weil man wirklich gebraucht wird

Warendorf

Ob es um Begleitdienste mit oder ohne Hund geht oder um hochkomplexe Bergungs- und Rettungstechnik: Die Hilfsdienste können immer Engagierte brauchen.

Andrea Ohlmeier (Stadtverwaltung), Tobias Nüßing (DRK-Ortsverein Freckenhorst), Frank Sölken (Sachgebietsleiter Feuerwehr und Rettungsdienst), Marius Ruten (DLRG-Ortsgruppe Warendorf), Jens Peters (DRK-Ortsverein Warendorf), Bürgermeister Peter Horstmann, Lars Recker (Feuerwehr Warendorf), Bernd Köster (Malteser Hilfsdienst Ortsgruppe Warendorf) und Mario Raab (THW Ortsgruppe Warendorf). Foto: Jörg Pastoor

Beim Schmieren der Brote für den Blutspendetermin helfen. Von Hochwasser fortgerissene Brücken ersetzen. Menschen Schwimmen beibringen. Oder die Trinkwasserversorgung für Überlebende in Katastrophengebieten sicherstellen. Es gäbe noch viel, das die Hilfsdienste in der Stadt an Aufgaben loswerden könnten. Eins ist bei der Arbeit immer sicher: Dankbarkeit.

Deshalb freuen sie sich auch über die Landesinitiative, die engagierte Menschen für die Mitarbeit bei DRK, MHD, THW und anderen gewinnen möchte.

Um die Aufmerksamkeit zu erhöhen, hatte Bürgermeister Peter Horstmann am Mittwochabend Vertreter der Dienste ins Rathaus eingeladen. Und zwar auch um, wie er betonte, „Danke zu sagen weil wissen, dass wir uns auf sie verlassen können.“

Das gilt nicht nur für das THW, dessen Ortsgruppe Mario Raab leitet

Bernd Köster stellte den Malteser Hilfsdienst vor. Der Leiter der 24-köpfigen Notfallvorsorge sprach für seine 100 aktiven Mitglieder, die sich dauerhaft engagieren. Ob jemand sich intensiv in den verschiedenen Bereichen des MHD ausbilden lassen, lieber niederschwellig und schnell in soziale oder Fahrdienste einsteigen möchte, in der Jugendarbeit aktiv sein will – beim MHD sei jeder eingeladen, seine individuellen Fähigkeiten einzubringen.

Unter den 576 Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr sind, das zählte Lars Recker auf, 344 im Einsatzdienst. Es gibt Kinder- und Jugendfeuerwehr, neben der altersbedingt erreichten Ehrabteilung aber auch 19 Mitglieder der „Unterstützungsabteilung.“ Die böten auch in fortgeschrittenem Alter gerne an, mit ihrer Erfahrung weiter für andere aktiv zu sein.

Interessierte für fast alle Bereiche der Hilfsdienste gesucht

Unter den etwa 140 THW-Mitgliedern zählte Ortsgruppenchef Mario Raab 56 „einsatzbefähigte“. Die seien im ganzen Land und teils international unterwegs. Nicht nur wegen der im Aufbau befindlichen Elektrofachgruppe (Elektriker willkommen) sei aber laut Raab „noch genug Luft nach oben“ für Neumitglieder.

Jens Peters (DRK Warendorf) und Tobias Nüßing von den Freckenhorster Rotkreuzlern erzählten ebenfalls über ihre Arbeit. Das von Peters verantwortete Team aus rund 170 vor allem im Rettungsdienst tätigen Hauptamtlichen könne in allen Bereichen Zuwachs gebrauchen. Dafür müsse es keine langwierige Ausbildung sein. Nüßing stellte die Besonderheit der Wasserwacht mit der Rettungsschwimmer-Ausbildung vor. Rund 70 Ehrenamtler sind aktiv, wachen u. a. an Stränden vom Feldmarksee bis zur Nordsee.

Von den 450 Mitgliedern der DLRG gibt es 15 Einsatzkräfte inklusive der regelmäßig von anderen Hilfsdiensten angeforderter Tauchergruppe. Ansonsten geht es um die Basisarbeit Schwimmunterricht.

Jens Peters

Was Interessierte dafür zurückbekommen, für Qualifizierungslehrgänge und spätere Einsätze doch Zeit und Aufwand zu investieren? „Der Teamgeist ist die eine Sache“, sagt Mario Raab. Auch wenn manche Einsätze Belastendes mit sich brächten, gelte aber immer eins:  „Viele nehmen das Gefühl mit, anderen geholfen zu haben. Man wird wirklich gebraucht.“ Das spiegeln Menschen den Helfern auch, wusste Frank Sölken: Vor einer Feuerwehrübung sei eine Nachbarschaft gekommen und habe nach der Zahl der Kameraden gefragt. Nach der Übung seien die dann zu einer Wurst eingeladen worden. „Echte Wertschätzung.“ Das gebe die Kampagne auch wieder: „Wer kommt, wenn nichts mehr geht?“

Die Stadt hat auf ihrer Internetseite einen QR-Code, der Links zu allen Diensten enthält. Egal, wer sich interessiert, könne sich laut Jens Peters eines sicher sein: „Alle sind willkommen.“

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