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Scheidender Stadtwerke-Chef Urs Reitis

Weiteres Pilotprojekt ist schon in der Pipeline

Warendorf

Das Erdwärmenetz In de Brinke war einzigartig. Bevor Stadtwerke-Geschäftsführer Urs Reitis geht, luft schon ein weiteres Pilotprojekt: Regenerative Energie für die Altstadt.

Von Jörg Pastoor

Urs Reitis (u.) sprach Donnerstag mit örtlichen Medienvertretern über seinen Weggang. Bürgermeister Horstmann (o.) und die Gesellschafterversammlung müssen einen Nachfolger suchen. Foto: Jörg Pastoor

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge verlasse er die Stadtwerke, so Geschäftsführer Urs Reitis. Am Donnerstag schilderte er die Einzelheiten, die ihn kommendes Jahr zu den Stadtwerken nach Bonn führen (WN-Leser wissen Bescheid).

Bürgermeister Peter Horstmann

Wie berichtet, war der 42-Jährige auf sein Interesse an einer neuen Aufgabe angesprochen worden. Konkret war das eine Personalvermittlung, die einen Nachfolger für den Geschäftsführer der Netzsparte in Bonn finden sollte. Reitis wird dort Chef von rund 350 Mitarbeitern in einem Geschäftszweig mit 150 Millionen Euro Jahresumsatz. Im Vergleich: Reitis selbst war 2013 bei Arbeitsbeginn in Warendorf Angestellter Nummer 36, heute haben die Stadtwerke 70 Beschäftigte und einen Gesamtumsatz von 50 Millionen. „Ich kann Herrn Reitis‘ Entscheidung nachvollziehen, weil wir da von der Größe her nicht mithalten können,“ kommentierte Bürgermeister Peter Horstmann in einer Online-Pressekonferenz. Die war sicherheitshalber Mittel der Wahl, weil bekanntlich ein Ratsmitglied seit der letzten Sitzung als corona-infiziert herausgestellt hatte.

Bis Reitis geht und mit seiner Familie auch Richtung Bonn zieht, werden nach aktueller Planung noch fünf Monate vergehen. „Wir werden die Stelle natürlich nachbesetzen“, so Peter Horstmann, und dazu werde man sich genau der Agentur bedienen, die auf Urs Reitis aufmerksam geworden war.

Neuer Geschäftsführer am 19. Mai?

Im Rahmen einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung zu Jahresbeginn soll das Weitere besprochen werden. „Vorgesehen ist, dass wir im Rat am 19. Mai eine neue Geschäftsführung ins Amt heben können.“ Horstmann war zuversichtlich, jemanden zu finden, der den Kurs von Reitis fortsetzt.

Dazu gehörte neben einer Vorratspolitik beim Gaseinkauf, die Bestandskunden vergleichsweise günstige Preise beschert (die WN berichteten ebenfalls schon), auch strikt Richtung regenerativer Energiesysteme gezielte Projekte. Eins sei – ähnlich wie das Erdwärmenetz unter dem Gebiet In de Brinke – erneut als Pilotprojekt zu bezeichnen, verriet Urs Reitis: Eine Versorgung in der Altstadt mit einem Mix aus verschiedenen Energieträgern – alle regenerativ. Die WEV habe dazu eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Jetzt noch mit Erdgas oder womöglich Öl beheizte Baudenkmäler sollen mit dem neuen System mit Hilfe von Erdwärme und anderen Energieformen, möglicherweise auch Wasserstoff, versorgt werden.

Nächstes Jahr bauen die Stadtwerke auf ihr Wasserwerk noch eine große Photovoltaikanlage – zu tun hat Urs Reitis also noch reichlich. Er versprach, seinen Amtsnachfolger natürlich umfassend einzuarbeiten. Dass auch die bewährte Einkaufsstrategie zu dessen Aufgaben gehören wird, dafür sorgt dann die Gesellschafterversammlung. Anfang Juni 2022 wechselt Reitis.

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