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Variantenwahl für „Neue Ems“ bleibt weiter Streitthema

Welcher Verlauf ist der bessere?

Warendorf

Der Austausch in der nicht öffentlichen Sitzung dauerte lange – die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie „Neue Ems in Warendorf“ stand dabei im Fokus. Die Bilanz: Nach wie vor ein Streitthema bleibt die Variantenwahl beim Thema Neue Ems. Die Planung umfasst im Wesentlichen einen neuen Emsverlauf in Warendorf von rund 1500 Metern.

Von Marion Bulla

Die Ems soll einen neuen Verlauf bekommen. Die Stadt möchte Foto: Lowinski

Nach neun Stunden gab es das erste Mal eine Unterbrechung. Jetzt wurde es erneut lang. Sechs Stunden wurde in einer nicht öffentlichen Sitzung im Sophiensaal die „Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie „Neue Ems in Warendorf“ erörtert. Eingeladen hatte die Bezirksregierung Münster. Oberregierungsbaurat Klaus Brockmeier und Regierungsrätin Nicole Schneeberger leiteten die Gespräche hinter verschlossenen Türen. Mit dabei Vertreter der Stadt und Warendorfer, die Bedenken gegen die aktuellen Pläne haben. Nach wie vor ein Streitthema bleibt die Variantenwahl beim Thema Neue Ems.

Variantenwahl bleibt ein Streitthema.

Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens wurden Erörterungspunkte und die zwei zur Debatte stehenden Varianten diskutiert. Ebenso ging es um die Finanzierung und diverse private Anliegen. Im ersten Erörterungstermin im Juni waren bereits die Themen Hochwasserschutz, Grundwasser, Eigentum, Erhalt/Rodung von Gehölzen, Fledermausschutz besprochen worden.

Die Planung umfasst im Wesentlichen die Herstellung eines neuen Emsverlaufes in Warendorf auf einer Länge von rund 1500 Metern. „Dabei sollen zur Verteilung der Wassermengen auf den bestehenden und auf den geplanten Emsverlauf im Rahmen einer Steuerstrategie an mehreren Stellen des Systems die Wasserstände registriert, ausgewertet und planungskonform eingestellt werden“, so die Bezirksregierung. Darüber hinaus sollen verschiedene Bauarbeiten an mehreren Straßen sowie Rad- und Fußwegen entlang des Flussbettes vorgenommen werden, die den Hochwasserschutz in dem betroffenen Bereich erheblich verbessern sollen.

Gegner machen sich für Führung über Brinkhaus-Gelände stark

Die Gegner sehen das anders. Sie machten sich auch beim zweiten Erörterungstermin dafür stark, dass, die neue Ems über das ehemalige Brinkhaus-Gelände geführt wird. Die Position des Arbeitskreises Emsinsel ist bekannt: keine Wohnbebauung auf der Emsinsel.

Wie soll die Ems in Zukunft verlaufen? Die Stadt hatte einen Antrag gestellt, den Verlauf historisch wieder herzustellen, so wie er früher einmal war, also vor dem Gelände am Emssee. Damit sind nicht alle Bürger einverstanden. Es gab 22 Einwendungen, die sich dagegen aussprachen. Die meisten Einwender, darunter auch der Arbeitskreis Emsinsel, bevorzugen, die Trasse über das Brinkhausgelände verlaufen zu lassen. Vor allem, dass bei der Stadtvariante eine Vielzahl an Bäumen des Emsparks gefällt werden müssten, stößt hier auf Unmut. „Hier will die Stadt nachbessern, sodass durch die Änderung erheblich weniger Bäume, als geplant dem zum Opfer fallen würden“, erklärte Oberregierungsbaurat Klaus Brockmeier. „Ich denke, es geht um die Brinkhausbrache. Was passiert damit und was hat die Stadt damit vor? Das fragen sich viele.“

Die Erörterungen sind jedenfalls abgeschlossen. Die Bezirksregierung wird die Argumente jetzt abwägen und zu einem Planfeststellungsbeschluss kommen. Einwender hätten dann die Möglichkeit, dagegen zu klagen.

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