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Essbare Stadt: Obstbaum-Spalier in der Klosterstraße

Wenn der Geheimrat mit dem Boskop flirtet

Warendorf

Spazieren gehen und dabei frisch gepflücktes Obst verspeisen. Das können Menschen in der Altstadt, genauer gesagt, zwischen Filmtheater Scala und Tapetensaal in der Klosterstraße. Roter Boskop, Dülmener Herbstrosen-Apfel, Geheimrat Oldenburg und Birne Alexander Lucas wachsen dort an einem Spalier. Doch mit der Ernte dauert es noch. Die Bäume wurden erst gepflanzt.

Joachim Edler

Die an der Pflanzaktion der zwölf Obstbäume beteiligten Akteure (v.l.): Laurenz Sandmann (Altstadtfreunde) Foto: Joachim Edler

Jeder liebt sie: süß, rot und saftig, genießt man diese köstlichen Vitamine direkt vom Baum in den Mund. Pünktlich zum Frühlingsanfang hat die Bürgerstiftung ihr Angebot der „Essbaren Stadt“ in der Altstadt erweitert und zwölf Obstbäume gepflanzt.

Spazieren gehen und dabei frisch gepflücktes Obst verspeisen. Das können Menschen in der Altstadt, genauer gesagt, zwischen Filmtheater Scala und Tapetensaal in der Klosterstraße. Roter Boskop, Dülmener Herbstrosen-Apfel, Geheimrat Oldenburg und Birne Alexander Lucas wachsen an einem Spalier, das die Altstadtfreunde gezimmert und an der Kinowand befestigt haben. Möglich gemacht haben den Kauf der zwölf Obstbäume Heike Uphoff und Elisabeth Schmitz, die vor genau einem Jahr – mit Beginn der Corona-Pandemie – anfingen, Mundschutzmasken zu nähen. Die Ausgabe funktionierte wie an einem „Drive-in-Schalter“ – mitten im Wohngebiet. Der Materialwert lag bei 3,50 Euro pro Maske, die meisten Menschen gaben mehr. Denn die Mission „Maske gegen Spende“ war für einen guten Zweck.

Das Nähteam aus Warendorf unterstützte so das Frauenhaus, Spielstuben und Kitas, aber auch die Palliativ-Station des Josephs-Hospitals. Das Geld blieb bewusst in Warendorf.

Und so profitierte auch die Bürgerstiftung von dem Maskenverkauf. Von den 300 Euro konnten gleich zwölf Bäume gekauft werden. „Erst sollte es nur ein Corona-Baum sein – jetzt ist es eine ganze Plantage geworden“, freut sich Georg Drees von der Bürgerstiftung und verantwortlich für das Projekt „Essbare Stadt“. Bis die Bäume allerdings pflückreifes Obst tragen, wird wohl noch ein Jahr ins Land ziehen. Die Hege und Pflege der Bäume hat Bettina Sallermann übernommen, direkte Nachbarin.

Die Idee der „Essbaren Stadt“ wird bereits an vielen Stellen in der Stadt sichtbar. Quer durch das Stadtgebiet können die Menschen sich an blühenden Nutzpflanzen, Obst, Gemüse und Kräuter in Hochbeeten erfreuen. Das Pflücken, ernten, essen ist dabei ausdrücklich erwünscht. „Schön, wenn die Menschen in den Wohnquartieren diesen Wert für sich entdecken und selbst dazu beitragen, dass es wächst und sich gut entwickelt“, so Georg Drees. Vervollständig wird das Obstbaumbild vor der Kinoaußenwand noch mit Bodendeckern, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen werden und den Bienen eine geeignete Nahrungsgrundlage bieten.

Obstbaum Foto: Joachim Edler
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