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Verwaltung stellt Idee für Brinkhaus-Wettbewerb vor

Wenn Klimasiedlung, dann richtig

Warendorf

Der auf dem Brinkhaus-Areal geplante Wohnraum soll hohe Klimaschutzauflagen erfüllen. Die Wettbewerbsauslobung fand quer durch den Fachausschuss Anerkennung.

Eine der alten Brinkhaushallen. Die Wettbewerbsteilnehmer sollen überprüfen, ob Bauteile erhalten und anders genutzt werden können. Bisher waren die Fachbüros von Komplettabbruch auf dem Gelände (kl. Bild) ausgegangen.   Foto: Jörg Pastoor

Noch zwei Mal flackerte der Widerstand des Arbeitskreises Neue Emsinsel gegen Wohnen auf dem Brinkhaus-Areal auf. Während Sigfrid Krebse im Stadtentwicklungsausschuss unterstrich, „die Bürgerschaft will das nicht“ und einen Bürgerentscheid forderte, wies Alfred Kiel auf die etwas mehr als 20 Prozent Stimmen für Wohnungen aus der Abstimmung 2019 hin. „Dazu“, gab Vorsitzender Peter Steinkamp zurück, „gibt es in Warendorf unterschiedliche Meinungen. Ich wundere mich, dass Sie immer für alle Bürger sprechen.“

Ein Blick auf die nächsten Monate war dann Pascal Schembeckers Sache. Die Leiterin des Teams Stadtplanung stellte Details für den geplanten städtebaulichen Wettbewerb über die Gestaltung der Emsinsel vor. Die enthalte gemäß der angepassten „Warendorfer Position“ eben auch Wohnen. „Da gibt es einen ganzen Strauß von Wohnraum, den man hier entwickeln könnte“, meinte Schembecker. Zu den Vorgaben für die Wettbewerbsteilnehmer: Die Baukörper sollen so wenig Boden wie möglich verbrauchen, die bestmögliche Energiebilanz, genug Grün sowie möglichst wenig Flächenverbrauch für das Straßennetz sowie die Parkplätze seien Bedingung. Da denke man an eine „Quartiersgarage“.

Ausschussvorsitzender Peter Steinkamp (CDU) an den Arbeitskreis Neue Emsinsel

An der Hauptzufahrt Dreibrückenstraße solle ein „Willkommenspunkt“ unter anderem das jetzt teilweise unsortierte Ankommen und Abfahren touristischer Busse ordnen helfen, um Pförtnerhaus und Wagenhalle herum könne man sich einen „Mobilitätsschwerpunkt Fahrrad“ vorstellen.

Der Erhalt vorhandener Gehölze gehört ebenso zu den Vorgaben der Stadt für die Planer, wie die Anbindung der Wohnhäuser im hinteren Bereich und hohe Aufenthaltsqualität in den nördlich des Breuelwegs vorgesehenen Park- und Spielflächen.

Neu in der Erwartung ist wie berichtet der Aspekt, Bestandsbauten möglicherweise in die Planung des neuen einzufügen. Die frühere Waschmaschinenhalle etwa. Da mit der Schließung des Kolpinghauses kein angemessener Tagungsraum mehr in der Stadt verfügbar sei, sei so ein Raum im Planentwurf denkbar. Die Dimensionen? „Also da kann man jetzt nicht Karneval feiern“, so Pascale Schembecker. Eine „24/7“ rund ums Jahr bespielte Feierhalle, das hatte Baudirektor Peter Pesch noch zu Beginn der Sitzung auf eine Bürgeranfrage gesagt, sei an diesem innenstadtnahen Standort sowieso nicht denkbar. Die im Rahmen des geplanten Nahwärmenetzes geplante Flusswasser-Wärmepumpe sei noch „zu frisch“ für die Einarbeitung in die bisherigen Pläne gewesen, so Pesch. Da spiele der Stadt aber in die Karten, dass sie sowohl Besitzerin des Grundstücks sei als auch die Planungshoheit habe.

Pesch über Flusswärmepumpe: Stadt hat Grundstück und Planungshoheit

Die Bürger sollen über einen eigens zu gründenden Bürgerbeirat beteiligt werden. Der ist gedacht aus 20 Mitgliedern aus allen Stadtteilen und Altersgruppen.

Nina Hiller (Bündnisgrüne) und ihre Fraktion waren“ „recht begeistert“ über die von der Verwaltung erarbeitete Vorlage. Allerdings reiche ihrer Ansicht nach der Anspruch „Klimaschutzsiedlung“ als „nicht scharf genug“ nicht aus. Büros sollten ihrer Ansicht nach den Nachweis erbringen, dass sie Klimaziele „als hard skills“ haben.

„Wir freuen uns über Wohnraum in angemessenem Maß“, kommentierte Andreas Hornung für die SPD, wollte aber auch öffentliche Begegnungsräume wie eine Seniorenbegegnungsstätte dabei nicht vergessen wissen. Alle wollten eine Entwicklung der Emsinsel, konstatierte Frederik Büscher (CDU). Es dürften nur keine „Traumschlösser“ werden.

Baudirektor Peter Pesch war froh über das positive Echo. Die überarbeitete Vorlage („ein erster Aufschlag) werde nochmals in den Ausschuss kommen – wegen der Komplexität vielleicht dann auch erst in den übernächsten.

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