1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Warendorf
  6. >
  7. Werke unbekannter Exilkünstler

  8. >

Ausstellung „Vergessen, aber nicht verloren!“

Werke unbekannter Exilkünstler

Warendorf

Die Ausstellung „Vergessen, aber nicht verloren!“ präsentiert deutsche Künstler und deren Werke, die zwischen 1933 und 1945 im Exil waren.

Von Rebecca Lek

Jutta Fethke und Thomas B. Schumann (v.l.) sind stolz auf das Ergebnis der Ausstellung „Vergessen, aber nicht verloren!“ Foto: Rebecca Lek

Seit dem 10. Dezember warten 40 Werke aus der Sammlung „Memoria“ Thomas B. Schumann im Westpreußischem Landesmuseum darauf, dass Besucher sie bewundern. Vier weitere Exponate aus dem eigenem Repertoire ergänzen die Ausstellung „Vergessen, aber nicht verloren!“ in der deutsche Künstler und deren Werke präsentiert werden, die zwischen 1933 und 1945 im Exil waren. Die stellvertretende Museumsleiterin Jutta Fethke freut sich über die langjährige Beziehung zu dem Sammler. „Die Ausstellung planen wir schon seit langem. Sie ist etwas Besonderes, da die meisten Künstler und Werke eher unbekannt sind.“ Dies trifft allerdings nicht auf alle zu. „Einige sind in der Weimarer Republik bekannt gewesen, konnten unter den veränderten Lebensbedingungen allerdings nicht an alte Erfolge anknüpfen“, berichtet Schumann, der nicht nur die Werke an sich, sondern auch die Lebensgeschichte dahinter bewundert. Aus diesem Grund besteht seine private Sammlung nicht nur aus 1000 Gemälden sondern zusätzlich aus mehr als 10000 literarischen Werken, Briefen, Tagebucheinträgen und Ähnlichem.

Die Auswahl der Exponate

trafen Schumann und Fethke daher gemeinsam, wobei die stellvertretende Museumsleiterin aus dem Katalog des Sammlers bereits einige Werke ins Auge gefasst hatte. Wichtig war es ihnen, die stilistische und künstlerische Bandbreite vollumfänglich darzustellen. Daher wählten sie von allen Künstlern aus den ehemaligen Ostgebieten mindestens ein Werk aus. Fethke wusste direkt, dass sie den „Araber in der dunklen Gasse“ von Erich Wolfsfeld dabei haben möchte. „Zur damaligen Zeit war ein arabisches Motiv sehr ungewöhnlich“, erklärte die Kuratorin ihre Entscheidung. Ein weiterer Aspekt: die Verknüpfung mit der Lebensgeschichte des Künstlers. Aufgrund der persönlichen Beziehung zum Porträtierten schoss Schumann hingegen ein Bild von Eugen Spiro in den Kopf.

Während sie gemeinsam die umfangreiche Sammlung durchforsteten, merkten sie, dass es nicht ausreichte nur die Werke auszustellen. Schnell entstand die Idee, die Mitte des Raumes zu nutzen, um das Leben der Künstler kurz zu skizzieren. „Viele Schicksale haben mich sehr berührt. So haben die Besucher die Möglichkeit, etwas über die eher unbekannten Künstler zu erfahren. Eine Idee, die auf große Zustimmung bei Schumann stößt. „Ich kämpfe gegen das Vergessen an. Für mich ist es meine Mission, dagegen anzuarbeiten.“

Die Ausstellung kann, nach telefonischer Anmeldung, noch bis zum 11. April besucht werden. Die beiden geplanten Vorträge von Thomas B. Schumann mussten aufgrund der derzeitigen Corona-Pandemie ausfallen. Stattdessen plant das Museum derzeit ein Videoprojekt, in dem der Sammler durch die Ausstellung führt und sowohl zu den Künstlern wie auch zu den Werken etwas erzählt.

Startseite
ANZEIGE