1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Warendorf
  6. >
  7. WEV spricht von Missverständnissen

  8. >

Ökostrom des Unternehmens hat kein Zertifikat

WEV spricht von Missverständnissen

Warendorf

Die Warendorfer Energieversorgung WEV spricht von „Missverständnissen“ und „Unstimmigkeit in der Kommunikation“. Gemeint ist der Umstand, dass das Unternehmen sich in der Werbung für seinen Ökostrom darauf berufen hat, das Okö-Institut in Freiburg habe das WEV-Produkt zertifiziert. Die „Westfälischen Nachrichten“ hatten vom Einspruch des Instituts gegen diese Darstellung berichtet. Dominik Seebach vom Öko-Institut gegenüber den WN: „Wir haben nichts zertifiziert.“

Christoph Lowinski

Der Ökostrom, der in Warendorf aus den Steckdosen kommen soll, wird – zumindest in den ersten eineinhalb Jahren – von RWE geliefert. Das Unternehmen ist bereits seit Jahren Grundversorger in der Kreisstadt. Foto: Colourbox

In einer Pressemitteilung der WEV vom Montag heißt es nun: „Die WEV hat kein Interesse daran, ihre Kunden vorsätzlich zu täuschen.“ Und sie trage deshalb zur „Aufklärung der Missverständnisse“ bei. In Absprache mit dem Öko-Institut werde die WEV „möglicherweise irreführende Aussagen zur Zertifizierung von Warendorf-Strom“ korrigieren. Auf der WEV-Seite „warendorf-strom.de“ wurde allerdings am Montag noch mit der fehlerhaften Angabe Werbung gemacht.

Statt eines Zertifikats habe die WEV für ihr Ökostrom-Produkt einen Herkunftsnachweis nach dem European Energy Certificate System (EECS). Das bescheinige der WEV, dass der von ihr in Warendorf verkaufte Strom zu 100 Prozent in skandinavischen Wasserkraftanlagen erzeugt werde. Aus Kostengründen habe sich die WEV für diesen Weg entschieden, weil die hochwertigen Gütesiegel für Ökostrom wie „ok power“, TÜV oder „Grüner Strom Label“ teuer seien.

Den Herkunftsnachweis erhält die WEV von der RWE Vertrieb AG. Die liefert – für vorerst eineinhalb Jahre – den Strom, den die WEV in Warendorf anbietet. Für ein Unternehmen der Größe und Struktur der WEV sei das marktüblich und unternehmerisch sinnvoll, so die WEV in ihrer Erklärung. Dass die RWE, mit der die Warendorfer Politik wegen der Stromnetz-Konzession in zähen und nicht ganz konfliktfreien Verhandlungen liegt, den Warendorfer Ökostrom liefert, hatte die WEV bislang nicht kommuniziert. Auf konkrete Nachfrage der WN bei der Vorstellung des Ökostromangebots hatte WEV-Geschäftsführer Jürgen Brüggemann von einem Einkauf an der Leipziger Strombörse geredet, der über einen Broker abgewickelt werde.

Neben der RWE bedient sich die WEV bei ihrem Einstieg in das Stromgeschäft eines zweiten Dienstleisters: „Um die Kunden ohne Verzögerungen beliefern zu können“, heißt es, habe man beschlossen, sich in der Anfangszeit die Unterstützung der Stadtwerke Schwäbisch Hall zu sichern: „Diese haben sich spezialisiert auf Dienstleistungen bei der Abwicklung der hochkomplexen Lieferantenwechselprozesse.“

Im Klartext heißt das: Die Kündigung beim Vorlieferanten wird von Schwäbisch Hall gemanagt. „Um Irritationen zu vermeiden“, weise die WEV darauf hin, dass der eigene Kundenservice vor Ort erster Ansprechpartner sei und personell aufgerüstet habe.

Startseite
ANZEIGE