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Lebensmittel-Ausgabe

Warenkorb verzeichnet durch Ukraine-Flüchtlinge hohe Nachfrage

Warendorf

Die hohe Nachfrage nach Lebensmitteln bringt den Warendorfer Warenkorb an seine Grenzen. Und das liegt nicht an fehlenden Waren oder Ehrenamtlichen, sondern am Zeitaufwand. „Wir schaffen die Arbeit einfach nicht mehr“, sagt Teamleiter Heiner Schoppmann.

Der Warendorfer Warenkorb versorgt Bedürftige mit Lebensmitteln und stößt so langsam an seine Grenzen. Für den immer noch reibungslosen Ablauf sorgen unter anderem (v.l.): Thomas Mundmann, Heiner Schoppmann und Horst Möllmann. Foto: Ulrich Lieber

Seit rund 15 Jahren versorgt der Warenkorb in Warendorf Menschen mit Lebensmitteln, denen es finanziell nicht so gut geht. Was damals von Johanna Lienkamp initiiert wurde und klein begann, hat heute ganz andere Dimensionen erreicht. Mittlerweile versorgt der Warenkorb fast 650 Personen, davon 288 Kinder, und stößt jetzt an seine Grenzen. „Der Zeitaufwand für die Ehrenamtlichen ist gestiegen. Wir arbeiten am Limit“, sagt Horst Möllmann vom Kreiscaritasvorstand. Heiner Schoppmann ist der ehrenamtliche Teamleiter des Warenkorbes und täglich im Einsatz. „Wir schaffen die Arbeit einfach nicht mehr. Wir brauchen zwei Tage zur Vorbereitung auf eine Ausgabe“, erklärt Schoppmann.

Teamleiter Heiner Schoppmann

Die Nachfrage nach Lebensmitteln sei enorm gestiegen. Das liegt in erster Linie am Krieg in der Ukraine und den Geflüchteten, die hier Hilfe benötigen. Die 650 Kunden erhalten rund 220 Warenkörbe mit Lebensmitteln. „Vor dem Krieg waren es 120 Warenkörbe“, zeigt Heiner Schoppmann den Unterschied auf. Und der Bedarf ist noch viel höher, wie Thomas Mundmann, Teamleiter für Soziales bei der Stadt Warendorf, zu berichten weiß. „Ich habe 36 Anmeldungen, die auf der Warteliste stehen.“ Doch die können erst zum Zuge kommen, wenn andere Kunden nicht mehr zum Warenkorb kommen. „Das sind so vier bis fünf im Monat“, sagt Schoppmann. „Wir könnten einen Warenkorb 2 gebrauchen“, sagt Möllmann.

Horst Möllmann, Kreiscaritasvorstand

Für jede Bedarfsgemeinschaft wird nach Anzahl der Personen einen Warenkorb von den Ehrenamtlichen zusammengestellt. Jeder Korb hat eine Nummer, zudem steht dort, wie viele Erwachsene und wie viele Kinder versorgt werden müssen und ob Schweinefleisch gegessen wird. Es gibt zwei Ausgabetage für die Kunden, die unter Coronaschutzmaßnahmen ablaufen. Für den Dienstagnachmittag gibt es ein festes Team aus sechs bis sieben Ehrenamtlichen, das jede Woche im Einsatz ist und 110 Warenkörbe ausgibt. Für den Freitagvormittag gibt es vier Teams zu je sechs Personen, die sich entsprechend abwechseln, so dass jedes Team alle vier Wochen ebenfalls rund 110 Warenkörbe ausgibt.

Rund 70 Ehrenamtliche sich in Warendorf dabei. „Leute haben wir genug. Unsere Ehrenamtlichen arbeiten mit viel Freude, sind zuverlässig und arbeiten gerne auch mal länger“, sagt Heiner Schoppmann. „Das Engagement kann man gar nicht hoch genug einschätzen. Es ist eine tolle Zusammenarbeit“, lobt Thomas Mundmann.

An Lebensmitteln, die individuell für jeden Korb gepackt werden, fehlt es derzeit nicht. „Die Waren kommen von Lebensmittelhändlern aus Warendorf.“ Diese sind oft kurz vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum, aber natürlich trotzdem einwandfrei. Das gilt auch für Gemüse und Obst, das in den Geschäften oft nicht mehr verkauft werden kann. Es fehlt eher an Produkten, die länger haltbar sind, wie beispielsweise Öl, Mehl, Nudeln oder auch Hygieneartikel.

Die Waren werden von ehrenamtlichen Fahrern abgeholt und zum Warenkorb gebracht. Tiefkühlware kommt in das Kühlhaus, so dass es auch hier ein gutes Angebot gibt. Auch Schokolade und Süßigkeiten für die Kinder sind ausreichend vorhanden. Aber angesichts der steigenden Energiekosten benötigt der Warenkorb auch finanzielle Unterstützung. „Wir brauchen Spenden“, sagt Heiner Schoppmann. Von der Stadt gibt es einen festen Zuschuss, der seit Jahren gleich ist. Ob die Politik diesen Zuschuss eventuell erhöht, kann noch niemand sagen.

Derzeit macht sich der Teamleiter auch eher Sorgen darum, dass die Ehrenamtlichen angesichts der hohen Belastung die Lust verlieren. „Der Punkt ist, dass wir nicht größer werden können. Es geht mittlerweile für die Ehrenamtlichen nur noch ums Arbeiten. Uns fehlt einfach Zeit“, bedauert Schoppmann, der dafür sorgt, dass die Organisation läuft. Thomas Mundmann kann seitens der Stadt auch wenig ausrichten. „Wir sehen da keine einfache und kurzfristige Lösung.“

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