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Projekt der Lebenshilfe in 18 Monaten bezugsfertig / Geschäftsstelle zieht unters Dach

Wohnheim mit zwei Krisenplätzen

Warendorf

Das neue Wohnheim der Lebenshilfe liegt zentraler. Bezugsfertig sein soll es in 18 Monaten. Dann ziehen die Bewohner von der Revaler Straße an die Freckenhorster Straße um. Und unter das Dach die Geschäftsstelle, die zurzeit noch in der Brünebrede ist.

Joachim Edler

Ein Wohnheim für 21 Menschen mit geistiger Behinderung entsteht zurzeit zwischen Freckenhorster Straße und Kleine Straße in Warendorf. Bauherrin ist die „Lebenshilfe“. Der kreisweit tätige Verein baut auf einer 1540 Quadratmeter großen Teilfläche der ehemaligen Von-Ketteler-Schule ein Gebäude mit drei Vollgeschossen. Foto: Joachim Edler

Ein Wohnheim für 21 Menschen mit geistiger Behinderung entsteht zurzeit zwischen Freckenhorster Straße und Kleine Straße in Warendorf. Bauherrin ist die „Lebenshilfe“. Der kreisweit tätige Verein baut auf einer 1540 Quadratmeter großen Teilfläche der ehemaligen Von-Ketteler-Schule ein Gebäude mit drei Vollgeschossen.

„Ein Ersatzbau für das Wohnheim an der Revaler Straße, das nicht mehr den heutigen Standards entspricht“, betont Lebenshilfe-Geschäftsführer Jochen Mahne, vor allem, was die Barrierefreiheit angeht. Viel Geld sei in der Vergangenheit in das Wohnheim an der Revaler Straße geflossen, um den Bedürfnissen der Bewohner einigermaßen gerecht zu werden: Außenaufzug, Umbau der Bäder. Mahne: „Aber es ist und bleibt eben ein Wohnhaus, das wir damals gekauft haben.“ Mit dem Ersatzbau an der Freckenhorster Straße will der Verein die seit Jahren schwierige Situation in der Wohnstätte Revaler Straße endlich beenden. Zusätzlich zu den 21 Wohnplätzen wird es zwei sogenannte Krisenplätze geben. Eine Notfallbetreuung. Mahne gibt ein Beispiel: Ein Mensch mit geistiger Behinderung, der mit seiner betagten Mutter zusammenlebt, diese aber plötzlich ins Krankenhaus muss, findet in der Wohnstätte vorübergehend einen Krisenplatz. Das Wohnheim ist rund um die Uhr – nachts mit mindestens einer Fachkraft – besetzt. Unter das Dach zieht die Geschäftsstelle der Lebenshilfe, die mit Fertigstellung des Wohnheims ihre Räume an der Brünebrede aufgibt. Noch offen ist, was mit dem ehemaligen Wohnheim an der Revaler Straße passiert. „Wir würden dort gern weiter ein Angebot für Menschen mit geistiger Behinderung anbieten. Letztlich sind aber noch alle Optionen, darunter auch ein Verkauf, offen“, berichtet der Geschäftsführer. Eröffnet wurde die Wohnstätte im April 1994. Sie liegt in einer Einfamilienhaussiedlung am Ende einer Sackgasse, circa 20 Gehminuten von der Innenstadt Warendorfs entfernt.

Das neue Wohnheim liegt zentraler. Bezugsfertig sein soll es in 18 Monaten. Dann ziehen die Bewohner von der Revaler Straße an die Freckenhorster Straße um. Die Bewohner, die alle über ein eigenes Zimmer mit Bad verfügen, teilen sich auf drei abgeschlossene Wohnbereiche im Erdgeschoss, sowie der ersten und zweiten Etage auf. Zu jeder Wohngemeinschaft gehören eine Küche sowie Aufenthaltsräume und Wohnzimmer mit Terrasse oder Balkon. Die Erschließung erfolgt über eine getrennte Zu- und Abfahrt von und zur Freckenhorster Straße. Stellplätze gibt es vor dem Haus.

Die besondere Form des Wohnens richtet sich an

volljährige Menschen mit einer geistigen oder mehrfachen Behinderung aller Altersstufen. „Wir betreuen derzeit Menschen ab 30 Jahren bis ins Rentenalter. Wir sind kein Pflegeheim. Mit unseren Wohnstätten setzen wir uns zum Ziel, Menschen mit einer geistigen Behinderung die

Möglichkeit zu geben, sich ein individuelles Zuhause aufzubauen.“ Das Gros der Bewohner geht einer Arbeit nach, berichtet Mahne weiter, nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt. Aber: „Die Bewohner besuchen die Freckenhorster Werkstätten.“

Wert legt die Lebenshilfe darauf, dass die Persönlichkeit eines jeden Bewohners geachtet wird, seine Eigenverantwortlichkeit als die eines erwachsenen Menschen berücksichtigt und ihm soviel an Selbstständigkeit und Entscheidungsspielraum eingeräumt wird, wie es seine Behinderung zulässt. „Die gesellschaftliche Inkludierung von Männern und Frauen mit einer Behinderung steht dabei immer im Vordergrund“, heißt es auf der Homepage der Lebenshilfe. Die Normalisierung der Lebensbedingungen sei das Leitprinzip des Vereins.

Die Lebenshilfe hat noch ein Wohnheim in Freckenhorst. Dort gibt es 26 Plätze.

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