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Krippe steht vor dem Hochaltar der Klosterkirche

Zeit zum Innehalten

Warendorf

Die Krippe in der Kirche des ehemaligen Franziskanerklosters gilt für viele Warendorfer als eine der schönsten im gesamten Stadtgebiet. Noch bis zum 9. Januar kann sie täglich von 14.30 bis 17 Uhr bewundert werden.

Von Stephan Ohlmeier

Die Krippe in der Kirche des ehemaligen Franziskanerklosters gilt für viele Warendorfer als eine der schönsten im gesamten Stadtgebiet. Foto: Stephan Ohlmeier

Krippen haben für Jung und Alt eine ganz besondere Faszination: Auf unterschiedliche Art und Weise stellen sie die Geburt Jesu Christi dar und machen das Geheimnis der Weihnacht erlebbar. Die Krippe in der Kirche des ehemaligen Franziskanerklosters gehört für viele Warendorfer zu den schönsten im gesamten Stadtgebiet und kann seit dem ersten Weihnachtsfeiertag wieder täglich von 14.30 bis 17 Uhr bewundert werden.

Anders als in den Vorjahren hat eine Gruppe engagierter Mitbürger die Krippe diesmal nicht in der Seitenkapelle, sondern vor dem Hochaltar aufgebaut. Ursächlich hierfür ist, dass in der Klosterkirche zurzeit keine Gottesdienste stattfinden. Den Besuchern bietet der Umzug zugleich die Gelegenheit, mit Abstand vor der Krippe einen Moment in Stille einzuhalten, ein Gebet zu sprechen, eine Kerze anzuzünden oder einfach nur die Geburt Jesu Christi zu erleben. Festliche Musik und die Illumination der Klosterkirche sorgen für eine ansprechende Atmosphäre. Schon an den Weihnachtsfeiertagen kamen zahlreiche Warendorfer ungezwungen in die Kirche. Während manche nur einen kurzen Blick auf die Krippe warfen oder von dieser ein Foto machten, blieben andere deutlich länger.

Die heutige Krippe haben die Franziskaner 1887 bei den Schwestern „vom armen Kinde Jesu“ in Aachen gekauft. Sie war konzipiert in dem damals üblichen Nazarener-Stil, einer Kunstrichtung, die aus Wien stammt und sich entsprechend der damals vorherrschenden klassizistischen Auffassung stark an antiken Vorbildern orientierte. 1977 waren die Wachsfiguren derart ramponiert, dass die Krippe aufwendig restauriert werden musste.

Wenngleich sie auf den ersten Blick schlicht wirkt, hat sie einen ganz besonderen Glanz. Neben dem Jesus Kind stehen klassisch Maria und Josef. Ringsum reihen sich die Hirten mit ihren Schafen.

Über allen schwebt der Verkündigungsengel und hinter den Figuren öffnen sich leicht zwei Türen des Stalles, durch die Engel hereinblicken. Es sind zugleich Himmelstüren, durch die himmlisches Licht in die Welt fallen und die Armut im Stall in festliche Freude verwandeln soll. Eine Figur ist für Krippendarstellungen jedoch unüblich: ein betender Mönch in dunkler Kutte – der Heilige Franziskus. Auf der Schulter trägt Franziskus einen kleinen Vogel, was den Frieden zwischen Menschen und Natur symbolisieren soll.

Seit die Franziskaner-Mönche 2008 das Warendorfer Kloster verlassen haben, kümmern sich Ehrenamtliche um den Aufbau und die Betreuung der Krippe. Noch bis zum 9. Januar ist die Klosterkirche täglich von 14.30 bis 17 Uhr geöffnet. Es gilt Maskenpflicht.

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