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Stadt bereitet Bewerbung für Landesgartenschau 2026 vor

Zweiter Anlauf zur LaGa

warendorf

Es soll eine zweite Bewerbung Warendorfs um eine Landesgartenschau geben. Zehn Jahre nach Scheitern der ersten ist jetzt die Ausrichtung 2026 das Ziel. Das gibt am frühen Dienstnachmittag Bürgermeister Peter Horstmann bekannt.

Joachim Edler

Auf der Emsinsel (ehemaliges Brinkhausgelände) in Warendorf soll die Landesgartenschau 2026 stattfinden. Foto: Archiv

Vertraulich: Geheimprojekt Landesgartenschau. Auf der Emsinsel in Warendorf soll die Landesgartenschau 2026 stattfinden. Das findet der Warendorfer Bürgermeister Peter Horstmann und hat in Abstimmung mit dem Investor des ehemaligen Brinkhausgeländes (Emsinsel) ein Positionspapier skizziert, das am Dienstag auf einer Pressekonferenz vorgestellt wurde. Erste Gespräche mit den Fraktionsspitzen fanden Montagabend statt, am Dienstagmorgen mit dem Arbeitskreis Emsinsel. Denn die „Warendorfer Position“, in der die Entwicklung der Emsinsel politisch festgezurrt wurde, ist eng verknüpft mit der Bewerbung zur Landesgartenschau. Neu ist: Die Warendorfer Position soll ein bisschen verändert werden – unter anderem soll es keine Bebauung mehr nördlich des Emsufers geben. Aufatmen beim Arbeitskreis Emsinsel. Ganz auf Wohnbebauung soll auf dem ehemaligen Brinkhaus-Gelände aber nicht verzichtet werden. Und es bleibt dabei: die Sheddachhallen, vom Arbeitskreis Emsinsel und vom Heimatverein als historisch betrachtet, werden abgerissen.

„Warendorfer Position“ soll leicht verändert werden

Zentrale Punkte der Warendorfer Position auf der Emsinsel: Wohnbebauung, ein Radfahrer-Hotel oder eine Jugendherberge, ein Begegnungsplatz (Pendant zum Markt), Gastronomie am Emsufer ähnlich der Gebäude am münsterschen Aasee.

Die Stadt möchte die Warendorfer Position mit der Bewerbung zur Landesgartenschau verknüpfen. Voraussetzung ist der Erwerb von Grundstücksflächen. Hier laufen bereits vielversprechende Gespräche mit dem Eigentümer der Emsinsel. Und auch die Politik muss mitziehen, schließlich müssen die Investitionen aus dem Stadtsäckel bezahlt werden. Und die Verabschiedung des Haushalts für 2021 steht kurz bevor.

Mit der Bewerbung für die LaGa will Horstmann laut eigenen Angaben aus seinem Kommunalwahlkampf „einen gordischen Knoten durchschlagen“. Denn viele Warendorfer wünschten sich eine „grüne Emsinsel für Jedermann“, der Eigentümer wünsche sich ein möglichst wirtschaftliches Gelände. Eine Landesgartenschau unter Einbeziehung der Ortsteile soll beide Interessen unter einen Hut bringen und eine neue Warendorfer Position sein. Als positives Beispiel für die Nachhaltigkeit einer Landesgartenschau nennt Horstmann Oelde und Rheda-Wiedenbrück. Hier seien von der Landesgartenschau „Impulse für die Stadtplanung ausgegangen“.

Außerdem profitierten die Städte bis heute davon. Über die Bewerbung musste allerdings schnell diskutiert werden. Die Frist für eine LaGa 2026 endet im November 2021. Und so waren die Fraktionsspitzen bereits am Montagabend informiert worden.

Idealer Kompromiss zwischen Grün- und Wohnnutzung?

Kommt die Blumenschau in fünf Jahren nach Warendorf, in jene Stadt, die sich vor Jahren schon einmal beworben hatte, aber nicht den Zuschlag bekam? Bereits 2017 sollte die Landesgartenschau in Warendorf stattfinden, ebenfalls das Brinkhausgelände mit eingebunden. Das Stadtmarketing-Team hatte sich dafür ein Bein ausgerissen und für die Bewertungs-Kommission ein Programm organisiert, das sich sehen lassen konnte: Hufgetrappel, Kirchenchöre, winkende Kinder und sportliche Walker – ganz Warendorf im LaGa-Fieber. Groß waren die Hoffnungen, riesengroß die Enttäuschung. Die Jury hatte sich - wie NRW-Umweltminister Remmel seinerzeit Bürgermeister Jochen Walter mitteilte - für Bad Lippspringe entschieden.

Die enge Verzahnung des Ausstellungsgeländes und das Alleinstellungsmerkmal „Pferd“ waren seinerzeit von der Bewertungskommission positiv bewertet worden. Warum Bad Lippspringe den Vorzug vor Warendorf und den anderen Bewerbern Ahlen, Soest und Vreden erhalten hat, blieb unbeantwortet.

Im 200. Bestehensjahr des Landgestüts

Die Vermutung: zu unsicher die vorgestellte Entwicklung mit Hippologium auf der Emsinsel, die sich seinerzeit noch in der Hand des Insolvenzverwalters befand. Heute sind die Besitzverhältnisse der ehemaligen Brinkhausbrache geklärt. Die Arning Bauunternehmung GmbH hat das Brinkhausgelände auf der Emsinsel gekauft.

Jetzt hat die Stadt Warendorf erneut die Chance, sich von ihrer besten Seite zu zeigen und gleichzeitig eine neue Warendorfer Position für die Entwicklung der Emsinsel zu setzen.

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