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Polizeibeirat bilanziert das Corona-Jahr 2020

Weniger Unfallopfer und Einbrüche

Kreis Warendorf

Weniger Autofahrer auf den Straßen, mehr Menschen zu Hause: Die Corona-Krise hat Einfluss auf die Unfall- und Kriminalitätsstatistik des Kreises Warendorf.

Von Peter Sauer und

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden und die Zahl der Verletzten ging 2020 deutlich zurück. Foto: dpa

Welche Auswirkungen hat das Corona-Jahr auf das gesellschaftliche Leben? Sorgte der Lockdown auch für weniger Kriminalität und für weniger Unfälle? Antworten darauf gab jetzt der Polizeibeirat auf seiner Frühjahrssitzung, auf der er

den Jahresbericht der Kreispolizeibehörde für 2020 vorstellte.

Weniger Verkehrsunfälle durch Lockdown und Homeoffice

„Die Betrachtung der Kriminalitätsentwicklung und der Verkehrsunfalllage unterliegt deutlich veränderten Rahmenbedingungen“, sagte Landrat Dr. Olaf Gericke. Offensichtlich unter dem Einfluss der Corona-Pandemie verlagerten sich die verschiedenen Deliktfelder der Kriminalität. Lockdown und Homeoffice führten im Straßenverkehr zu deutlich weniger Verkehrsunfällen mit Personenschaden.

Die Zahl der angezeigten Straftaten hat sich gegenüber 2019 kaum verändert. So wurden vergangenes Jahr 12 684 Straftaten angezeigt, die leichte Zunahme lag bei 222 Fällen. 57 Prozent der Straftaten, also mehr als die Hälfte, wurden aufgeklärt.

Damit lag die Kriminalitätshäufigkeit im Kreis Warendorf verglichen mit den Münsterlandkreisen am niedrigsten, bei gleichzeitig der höchsten Aufklärungsquote. Es wurden 331 Wohnungseinbrüche erfasst, drei Fälle weniger als in 2019.

Der Polizeibeirat besichtigte den neuen Prüfkraftwagen für den gewerblichen Personen- und Schwerlastverkehr vor dem Dienstgebäude in Warendorf Foto: Kreis Warendorf

Polizeidirektorin Andrea Mersch-Schneider erläuterte dazu, dass ein Drittel der Fälle vor der Corona-Pandemie registriert wurde. Tatsächlich habe die Pandemie bewirkt, dass besonders in den Wochen und Monaten des Lockdown kaum Wohnungseinbrüche angezeigt worden sind.

Auch ein Zeichen der Zeit ist die deutlich häufigere Nutzung des Internets. Die größte Zunahme von Delikten wurde denn auch bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten verzeichnet, die online passierten. Da gibt es ein Plus von 19 Prozent auf 2097 Fälle.

Hohe Aufklärungsquote

Außerdem wurden 154 Rauschgiftdelikte mehr erfasst, auf den Stand von 1058 Fällen. Um 68 Fälle stieg die Zahl der Fälle bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Die Verbreitung von pornografischen Schriften stieg um 42 auf 112 Fälle, bei einer Aufklärungsquote von 96 Prozent. Die ist deshalb so hoch, weil die Polizei bei den Ermittlungen anders vorging und mehr Personal einsetzte.

Bei den Verkehrsunfällen mit Personenschaden wurde ein erfreulicher Rückgang auf 820 registriert, in 2019 wurden noch 1023 Verkehrsunfälle gezählt. Der Rückgang beträgt knapp 20 Prozent. Und: Erstmals seit 2010 liegt die Zahl wieder unter 900. Auch die Verunglücktenzahlen gingen deutlich von 1319 auf 1055 zurück.

Pedelecfahrer verunglücken häufiger

Wie in 2019 verunglückten in 2019 zehn Menschen tödlich. Die Zahl der Schwerverletzten sank um 47 auf 282 Menschen, bei den Leichtverletzten sank die Zahl um 217 auf 1027.

Polizeidirektorin Mersch-Schneider und der Behördenleiter zeigten sich glücklich über die Rückgänge, zeigten aber dennoch die Problemfelder auf. So waren an 40 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden Radfahrer beteiligt. Innerorts waren Radfahrer sogar an 56 Prozent der Verkehrsunfälle mit Personenschaden beteiligt.

Immer häufiger nutzen auch die Menschen im Kreis das Fahrrad als Fortbewegungsmittel. Foto: picture alliance / dpa Themendienst

Auch wenn die absolute Zahl der Unfälle mit Radlern zurückgegangen ist, stieg der Anteil der verunglückten Pedelec-Fahrer. Auffällig: Bei fast 27 Prozent der Verkehrsunfälle handelte es sich um so genannte Alleinunfälle, alles Unfälle ohne Beteiligung anderer Verkehrsteilnehmer. Bei 57 dieser 217 Fälle handelte es sich um Radfahrer.

Positiv war der Rückgang der Zahl der Verkehrsunfälle mit Flucht, bei 58 dieser Fälle wurden Personen verletzt. Hier konnten mehr als die Hälfte der Fälle aufgeklärt werden (53 Prozent gegenüber 47 Prozent in 2019).

Ebenfalls zum Aufgabenbereich der Direktion Verkehr gehört die Verkehrsüberwachung des gewerblichen Personen- und Schwerlastverkehrs. Durch die Einstellung eines verkehrstechnischen Angestellten und stetige Verbesserungen der technischen Ausstattung wurden bei entsprechenden Kontrollen bei 721 kontrollierten Fahrzeugen 638 Maßnahmen getroffen. Dabei wurden 35 so gravierende Mängel festgestellt, dass die Fahrzeugführer nicht weiterfahren durften.

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