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1000 Gäste lachen über Stornos „Sonderinventur Corona“ auf den Kulturwiesen

Woodstock in Alverskirchen

Alverskirchen

Ihre „Jahresabrechnungen“ sind legendär, ihre „Zwischenbilanz“ nicht weniger kultig. Harald Funke, Thomas Philipzen und Jochen Rüther, die Kabarettisten von „Storno“, besuchten jetzt die Kulturwiesen.

Von Marion Bulla

Harald Funke (r.), Thomas Philipzen (l.) und Jochen Rüther strapazieren als „Storno“-Trio die Lachmuskeln des Publikums. Foto: Marion Bulla

„W

ie schön, echte Menschen. Man kann sie sehen und man kann sie riechen.“ Harald Funke freut sich, endlich wieder live vor Publikum zu stehen. „Ein Woodstock in Alverskirchen. Henrik hatte heute morgen noch die Ernte eingeholt und jetzt – schwupp Kultur“, fügt Thomas Philipzen ebenso begeistert an. Auch Jochen Rüther, der dritte im Storno-Bunde, meldet sich zu Wort: „Das ist heute so heiß, dass die Kühe H-Milch geben.“ Der erste Lacher wie immer gekonnt pointiert.

Dieses Trio ist einfach der Knaller. Kein Wunder, dass alle 1000 Tickets zur „Sonderinventur Corona“ binnen weniger Minuten komplett ausverkauft waren. Am Sonntag stehen die drei Kabarettisten gleich zwei Mal auf der Bühne. Aber auch wenn schwüle 26 Grad vorherrschen, der hervorragenden Stimmung tut das keinen Abbruch.

Corona-Zwangspause für neue Nummern genutzt

Die Kabarettisten haben neue Sketche sowie lustige Songs während des Lockdown geschrieben. Es geht natürlich in erster Linie um Corona. Zunächst um die Fitness, die bekanntermaßen bei vielen lange auf der Strecke geblieben ist. „Der Deutsche hat in der Pandemie gelivingroomwalkt“, sagt Harald Funke und fordert das Publikum auf, etwas für den Körper zu tun, und aufzustehen. Das könne er aber nicht einfach so machen, wirft Jochen Rüther ein. „Doch, das sind alles Katholiken und die tun immer, was man sagt“, entgegnet Funke trocken. Anschließend beleuchten die drei Kabarettisten hochaktuelle Themen. So fragen sie sich, ob die Maske ein Doppelkinn-BH sei und ebenso wie das mit der Maskenpflicht in den Schulen sei.

Storno macht Spaß - jede Menge sogar. Foto: Marion Bulla

„Was ist eigentlich, wenn die Toilette in NRW ist und der Schulhof in Niedersachsen“, fragt sich Philipzen.

Auch stellt er sich die Frage, was wäre, wenn ein Ungeimpfter mit einer Geimpften ein Kind zeugt. „Ist das dann getestet?“ Natürlich bekommen auch die Politiker ihr Fett ab. Die Ministerpräsidenten-Konferenz interpretieren sie kurzerhand als Flamenco „Hüh – hott“ zur Melodie vom Las-Ketchup-Song. Hier zeigt Harald Funke seine Talente als Tänzer. Mit seiner ihm ganz eigenen, unvergleichbaren Mimik dreht und verbiegt er sich, hebt die Arme und tänzelt leichtfüßig über die Bühne. „Wie eine Elfe. Das war körperliche Ekstase und geradezu laschet-esk“, sind seine Mitstreiter voll des Lobes. Das Publikum ist es ebenso und lacht aus vollem Halse.

Publikum lacht sich schlapp – bei STORNO auf den Kulturwiesen in Alverskirchen Foto: Marion Bulla

Das sei aber auch ein solches Durcheinander bei den Ministerpräsidenten, findet das Trio und erklärt: „Die Regeln zu Corona haben das Virus komplett verwirrt.“ Sie würden dafür plädieren, dass die Politiker demnächst bei Ministerpräsidenten-land mitmachten. „Und Laschet ist der Bachelor“, grinst Philipzen. Das bringt Funke auf die Kanzlerfrage. „Ich wäre für Markus“, sagt er. „Söder?“, fragen die beiden anderen. „Ne Lanz“, lautet die schlichte Antwort.

Arbeitslos wegen Angela Merkel?

Harald Funke hatte in der Vergangenheit öfters die Angie gegeben. Da Merkel ab September nicht mehr Bundeskanzlerin sein wird, stellt das Trio sich die Frage, welche Rolle er danach übernehmen soll. „Ich bin aber eine Angie-Essenz. Ein Sirup wie früher Tri-Top. Das war auch nur verdünnt genießbar“, so Funke. Er solle doch nicht bockig sein, sondern lieber baer-bockig, regt Jochen Rüther an.

Welche Partei eigentlich Olaf Scholz habe, wollen die drei nun wissen. „Der hat eine eigene, das weiß ich genau. Die ist nicht wichtig, aber da. Ich habs – Schalke“, stellt Funke unter dem lauten Lachen der Zuhörer fest.

Storno begeistert. Foto: Marion Bulla

Auch Christian Lindner wird durch den Kakao gezogen. „Ich hol schon mal ein Hasenkostüm“, sagt Thomas Philipzen und blickt in verdutzte Gesichter. Na der sei doch 2017 weggehoppelt vor der Verantwortung, klärt er auf. Aber Sahra Wagenknecht, die habe einen Oskar für ihre Politik bekommen. Langsam dämmert es den Kulturfreunden, dass damit Lafontaine gemeint ist.

Kurzweilige Zwerchfellmassagen

In den 90 Minuten, die wie im Flug vergehen, werden unter anderem noch die AfD, Russland, der Klimawandel sowie Homeoffice thematisiert. Alles sehr humorvoll.

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