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Münsterland-Kreise reagieren auf Trockenheit

Kein Wasser aus Seen und Flüssen entnehmen

Münsterland

Zwei Münsterland-Kreise fordern die Bürger dazu auf, kein Wasser mehr aus Seen und Flüssen zu entnehmen. Zum Teil sind auch Landwirte betroffen. Grund die ist anhaltende Trockenheit in der Region. Diese führt teils zu problematischen Funden.

Von Joel Hunold

Die Pegelstände der Stever sind bedrohlich niedrig.   Foto: Thomas Fromme

Sowohl der Kreis Borken als auch der Kreis Coesfeld rufen zum Wassersparen auf. Hintergrund ist die Trockenheit in der Region und das Ausbleiben von ausreichendem Niederschlag. Der Kreis Coesfeld bittet laut einer Pressemitteilung darum, aufgrund der niedrigen Pegelstände kein Wasser mehr aus Fließgewässern zu entnehmen. Pumpen dürfen nicht mehr zum Einsatz kommen. An allen Gewässern sei die Wasserentnahme „unverzüglich zu unterlassen“, heißt es.

Wer eine offizielle Erlaubnis zur Wasserentnahme besitzt, sei zwingend an die festgelegten Wassermindeststände gebunden. Der Pegelstand der Stever, des wichtigstes Flusses im Kreis, sei demnach unter die kritische Marke des sogenannten „mittlere Niedrigwassers“ gefallen. Das könne zu großen Gefahren für viele Pflanzen und Tiere, die auf das Wasser angewiesen sind, führen.

Landwirte dürfen kein Wasser mehr entnehmen

Der Kreis Borken geht noch einen Schritt weiter und untersagt per Allgemeinverfügung ab Sonntag (9. Juli) die Entnahme von Wasser aus Oberflächengewässern. Das gelte nicht nur wie im Kreis Coesfeld für Privatverbraucher, die etwa ihren Garten Wässern wollen, sondern auch für jene, die eigentlich eine Erlaubnis zur Wasserentnahme aus Fließgewässern haben, wie einige Landwirte.

Ausgenommen seien nur das Tränken von Vieh und das Schöpfen mit Handgefäßen. Die Allgemeinverfügung ist bis Ende des Jahres befristet. Verstöße könnten im Einzelfall mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Granaten in Bachläufen entdeckt

Vermehrt, etwa im Kreis Warendorf, werden derweil in ausgetrockneten Fluss- und Bachläufen Granaten aus dem ersten oder zweiten Weltkrieg entdeckt. Laut Sprecherin der Bezirksregierung Arnsberg, wo der Kampfmittelräumdienst für die Region angesiedelt ist, sei das in Trockenperioden nichts ungewöhnliches.

Flüsse spielten in Kriegszeiten eine wichtige Rolle. Auch Angler fänden immer wieder entsprechende Sprengsätze. Grundsätzliche gelte: „Finger weg“, so die Sprecherin. Wer ein entsprechendes Objekt findet, solle dieses nicht berühren, bewegen und unverzüglich Polizei oder Feuerwehr rufen.

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