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Kunstmuseum Ahlen präsentiert frühe Jahre der Fotografie

Auf Platte und Papier gebannt

Ahlen

Einblicke in die frühen Jahre der Fotografie gewährt jetzt eine Ausstellung im Ahlener Kunstmuseum. Dazu passend haben Folkwang-Studenten ihre Arbeiten mit den historischen Apparaten und Abzügen in einen Dialog gesetzt.

Von Dierk Hartleb

Schriften, Apparate, Chemikalien und erste Abzüge aus der frühen Zeit der Fotografie sind nach ihrer ersten Station im Museum Georg Schäfer in Schweinfurt nun in Ahlen zu sehen. Foto: Peter Harke

Es ist wie ein Gang durch eine Wunderkammer. Im Altbau des Kunstmuseums Ahlen wird von Samstag an eine Ausstellung gezeigt, in der das Publikum in die Welt der Anfänge der Fotografie eintaucht. In abgedunkelten Räumen werden Kostbarkeiten wie Kulissenbilder, Silhouetten, Schattenrisse und eine Camera obscura gezeigt, die das Interesse der Menschen an bildlichen Erzählungen verdeutlichen und ihren Wunsch dokumentieren, Gesehenes und Erlebtes fotografisch festzuhalten. Der Neubau des Museums gehört 18 Studierenden der Folkwang Universität Essen, die sich mit fototechnischen Arbeiten präsentieren.

Das Aufsehen, das der Maler Louis Mandé Daguerre 1839 mit seiner Erfindung erregte, fotografische Aufnahmen auf versilberten Kupferplatten festzuhalten, war wahrscheinlich ähnlich groß wie der Hype um das iPhone von Steve Jobs. Zumindest ist überliefert, dass die Daguerreotypie im Eiltempo erst Frankreich und danach die Welt eroberte. Bei den 250 Exponaten handelt es sich um Objekte aus der Privatsammlung von Dr. Hans Gummersbach. „Bei den frühen Fotografien handelt es sich um Unikate“, betont Dr. Martina Padberg, künstlerische Direktorin des Kunstmuseums Ahlen.

Die nach ihrem Erfinder Daguerre (1787 – 1851) benannten Fotografien waren für die Menschen mit ihrer detailgetreuen Wiedergabe der Umwelt wie eine neue Wahrheit und „erschienen dem Publikum wie kleine Wunder“, so der Sammler, ein gebürtiger Ahlener. Und sie waren Unikate, betont Dr. Martina Padberg. Die Ausstellung beschränkt sich nicht nur auf die Blütezeit der Daguerreotypie, die von 1842 bis 1855 dauerte, sondern wirft auch einen Blick auf zeitgleich entwickelte fotografische Techniken – etwa die des englischen Fotopioniers William Henry Fox Talbot (1800–1877).

Dazu treten extra für die Schau gefertigte Werke von Studierenden der Folkwang- Universität in einen Dialog. Diese arbeiten mit neuen visuellen und digitalen Techniken. Ihre Arbeiten entwickeln feine Anziehungskraft.

Kunstmuseum Ahlen: Doppelausstellung „Neue Wahrheiten? Kleine Wunder!“ und „On Display“, bis 29. Mai.

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