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Serie zur Sonderausstellung „Macke“

Farbige Karosmit Flimmereffekt

Münster

Werke von August Macke sind bald in Münster in einer Sonderausstellung zu sehen. Die Freunde des Landesmuseums stellen eines seiner besonderen Werke, das ebenfalls zu sehen sein wird, im Vorfeld der Ausstellung vor.

Farbige Karos (1913) Foto: LWL Museum für Kunst und Kultur/ Reiners

Der Maler August Macke zählt zu den beliebtesten im Landesmuseum. Im Vorfeld der Sonderausstellung „August und Elisabeth Macke. Der Maler und die Managerin“, die vom 28. Mai bis 5. September im Museum für Kunst und Kultur zu sehen sein wird, stellen die Freunde des Landesmuseums eine Handvoll Werke vor – in diesem Fall Mackes „Farbige Karos“ (1913):

Mit Splittern aus Farben und Licht scheint August Macke (1887–1914) seine Farbigen Karos gefertigt zu haben. Es ist eines der wenigen Werke, in denen Macke gänzlich gegenstandslos arbeitet.

Der Komposition liegt ein lineares geometrisches Raster zugrunde. Sie wird von farbigen Dreiecken gebildet, die zu Quadraten oder Karos zusammengesetzt werden. In den meisten Fällen bilden Farben einer Farbfamilie eine Raute. In anderen spielt Macke aber auch mit starken farblichen Kontrasten. Die Zersplitterung der Bildfläche in unterschiedliche Farbflächen erweckt den Eindruck eines flimmernden Lichts vor dem Auge, wie man es von Lichtspiegelungen kennt.

Von Fensterbildern inspiriert

Inspiriert wurde Macke durch Robert Delaunays (1885–1941) Fensterbilder, die er 1913 im Gereonsklub in Köln sieht. Delaunay versucht, in dieser Bilderreihe seine Eindrücke von Lichtreflexionen in den (Schau-)Fenstern von Paris festzuhalten.

Macke lernte Delaunay schon 1912 persönlich kennen, als er ihn zusammen mit Franz (1880–1916) und Maria Marc (1876–1955) in seinem Atelier in Paris besuchte. In Mackes Bonner Atelier fand ein zweites Treffen der beiden Künstler statt, bei dem auch Elisabeth Macke (1888–1978) den französischen Maler kennenlernte.

Brieffreundschaft der Frauen

Sonia Delaunay (1885– 1979) und Elisabeth Macke verband seit den Treffen ihrer Männer eine Brieffreundschaft. In ihren Briefen schrieben die Frauen über aktuelle Diskurse in der Malerei und andere Themen. Persönlich lernten sich die Frauen erst 1956 auf einer Ausstellungseröffnung im Schloss Morsbroich kennen.

Die Farbigen Karos, die bis dato als Leihgabe im Museum verweilten, konnten 2008 mit Hilfe der Freunde des Museums erworben werden.

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