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Aktuelle Grabungen in Kalkriese stützen die These von einem Marschlager der Römer

Fibel, Dolch und spitze Gräben

Bramsche-Kalkriese

Bei den Grabungen zur Varusschlacht Kalkriese bei Bramsche verdichten sich die Anzeichen auf ein römisches Marschlager. Neue Spitzgräben wurden entdeckt, der spektakulärste Fund in dieser Saison war ein römischer Dolch. Die Experten gehen davon aus, dass das Marschlager, das möglicherweise noch auf eine viel größere Fläche ausgreift, als Teil der Varusschlacht gedeutet werden kann. Es bleibt viel zu tun.

Von Johannes Loy

An der südwestlichen Ecke des Geländes in Kalkriese wurde in der nun ablaufenden Saison gegraben. Zum Vorschein kamen unter anderem ein Römerdolch, eine Aucissa-Fibel (Gewandspange) sowie ein Pferdegeschirr-Anhänger. Foto: Pentermann/Loy/Materlik

Gewissheiten gibt es auch nach über 30 Jahren Grabungsarbeiten am vermuteten Ort der Varusschlacht in Kalkriese nicht. Wohl aber archäologische Funde in Hülle und Fülle. Zugleich immer wieder Thesen, die sich im Laufe der Zeit wandeln oder verfestigen. Die Grabungssaison 2021 jedenfalls, die in diesen Tagen am Wiehengebirge endet, untermauert den begründeten Verdacht, dass sich auf dem Gelände in Kalkriese ein provisorisches Römerlager befand, das als Teil der Varusschlacht gedeutet werden kann und dessen Grundfläche vermutlich noch weit über die heutige Bundesstraße 218 hin­ausreichte. Der als Hinterhalt der Germanen gedeutete Wall zählte, so Dr. Stefan Burmeister, Geschäftsführer von Museum und Park Kalkriese, vermutlich zu einem schon vor der Varusschlacht (9 n. Chr.) vorhandenen germanischen Gehöft und war wohl als Einfriedung gedacht. Die Römer nutzten dieses Gelände als Rastplatz bei ihrem Rückmarsch von der Weser gen Westen.

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