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„Haldern Pop“ feiert den lang ersehnten Neustart

Heiße Musiktage am Niederrhein

Rees-Haldern

Nach zwei Jahren Corona-Pause gab es bei „Haldern Pop“ nun den ersehnten Neustart. Bei der 39. Auflage am Wochenende spielten rund 70 Bands und Künstler an sieben Orten. Und es war heiß. In jeder Hinsicht.

Die „Beatsteaks“ mit Sänger und Gitarrist Arnim Teutoburger-Weiß zählten zu den Höhepunkten des Festivals. Foto: Ingo Koschinski

Endlich wieder Haldern Pop! Wie alle Festival-Fans in der aktuellen Saison freuten sich auch die Freunde des kleinen, aber feinen Musikspektakels am Niederrhein darüber, dass es nach zwei Jahren Corona-Pause den ersehnten Neustart gab. Bei der 39. Auflage am Wochenende spielten rund 70 Bands und Künstler an sieben Orten.

Die Auswirkungen der Pandemie hatten aber trotzdem Einfluss auf die Festivalplanung: Durch die gestiegenen Material- und Personalkosten standen die Veranstalter vor der Entscheidung, entweder die Ticketpreise spürbar zu erhöhen oder die Festivalkapazitäten zu vergrößern. Um das Flair des kleinen Indie-Pop-Festivals mit internationalem Ruf beizubehalten, entschied man sich für die erste Variante, und das Publikum zeigte sich dankbar. Erneut waren die 7000 Dreitagetickets komplett vergeben.

Zusätzlich war auch die lang anhaltende Hitze und Trockenheit während ein zentrales Thema, umfangreiche Maßnahmen mussten ergriffen werden: Auf dem Campingplatz herrschte absolutes Grill- und Feuerverbot, separate Grillstellen wurden eröffnet, und das Publikum konnte sich an verschiedenen Orten mit Frischwasser versorgen und abkühlen.

Die Veranstalter bewiesen mal wieder ein feines Händchen bei ihrer genreübergreifenden Zusammenstellung von etablierten und neu aufstrebenden Bands. Als Überraschungsgast rockten die Beatsteaks auf der Haupttribüne. Sänger Arnim Teutoburger-Weiß stellte heraus, es nun endlich geschafft zu haben, in der langjährigen Bandgeschichte erstmalig auf dem Haldern-Festival aufgetreten zu sein. Diese Begeisterung war spürbar bei einem grandiosen Auftritt, der vom Publikum frenetisch gefeiert wurde. Auch im weiteren Verlauf des Festivals standen Gitarren im Vordergrund: Die australische Formation Mid City überzeugte mit einer energievollen Performance, die britische Post-Punk-Band Shame brachte das Publikum mit ihren rotzigen Schrammelgitarren zum Tanzen, und die Indie-Rocker Sports Team aus England heizten im Spiegelzelt mächtig ein. Für ruhigere Klänge sorgte die Britin Nilüfer Yanya mit ihrem feinen Indie-Pop und zeigte dabei, dass sie bald ihren Status als Geheimtipp verlieren wird. Beeindruckend war auch der Auftritt von Kae Tempest Samstagnacht auf der Hauptbühne: Kaes Sprechgesang, verbunden mit elektronischen Beats und Synth-Pop, sorgte für eine intime, intensive Atmosphäre. Zum Abschluss begeisterten die britischen Newcomer Wet Leg mit ihren Songs zwischen Indie und Post-Punk.

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