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Freude im Römerland Nordrhein-Westfalen

„Nasser Limes“ soll 2021 ins Welterbe

Münster/Haltern

Das geht schneller als gedacht. Der Niedergermanische Limes am Rhein soll bereits 2021 ins Welterbe aufgenommen werden. Das beflügelt die Ausstellungsmacher in sechs NRW-Museen, die von 2021 bis 2022 die römische Geschichte in unserer Region präsentieren wollen. Auch das Römermuseum in Haltern ist dabei. Denn dort war einst eine Legion des Statthalters Varus stationiert.

Johannes Loy

In Kalkriese wird seit einigen Monaten der Schienenpanzer eines Legionärs restauriert. Der Sensationsfund soll 2022 in Haltern gezeigt werden. Foto: Gerharz

Es tut sich so einiges im „Römerland“ Nordrhein-Westfalen: Über eine Aufnahme der römischen Grenzanlagen am Rhein in das Unesco-Weltkulturerbe soll bereits im Sommer 2021 bei der 44. Sitzung des Welterbekomitees in Chile, ein Jahr früher als erwartet, entschieden werden. Das freut Steve Bödecker vom Amt für Bodendenkmalpflege des Landschaftsverbands Rheinland in Bonn. Auch im Römermuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe hebt das die Stimmung.

Zwar ist Haltern als rechtsrheinisches Römerlager nicht Teil des künftigen Welterbes. Laut Museumsleiter Dr. Josef Mühlenbrock bildet Haltern aber den historischen „Prolog“ dessen, was die Römer dann mit der Grenzbefestigung am Rhein fortsetzten. „Haltern war zur Zeit um Christi Geburt bis etwa ins Jahr 16 Stützpunkt einer Legion des Varus“, erläutert Mühlenbrock. Nach der Niederlage des Statthalters am Teutoburger Wald zogen sich die Römer auf die linke Rheinseite zurück.

Den Antrag auf Eintragung des Niedergermanischen Limes (auch: „Nasser Limes“) ins Unesco-Register hatten die Niederlande sowie Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gestellt. In dem Gebiet waren vor 2000 Jahren bis zu 30 000 Soldaten an der damaligen Außengrenze des Römischen Reichs zu Germanien stationiert. Der größte Teil liegt am Rhein auf NRW-Gebiet: Es sind 220 Kilometer zwischen Bonn, Köln, Xanten und Kleve.

Die Eintragung schon 2021 dürfte die geplanten Limes-Ausstellungen in NRW beflügeln. Unter dem Titel „Roms fließende Grenzen“ machen sechs Museen in Detmold, Xanten, Bonn, Haltern am See und Köln mit spektakulären Neufunden, Modellen und Aktionen den Alltag in der Provinz Niedergermanien lebendig. Haltern liefert dazu mit der Ausstellung „Rom in Westfalen 2.0“ ab März 2022 die „Vorgeschichte“. Unter anderem mit spektakulären Funden aus Haltern und Kalkriese, dem mutmaßlichen Ort der Varusschlacht.

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