1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Kultur-regional
  6. >
  7. Sie legt „Mars“ und „Venus“ grandios auf die Tasten

  8. >

Sarah Kim eröffnet in Borken das 3. Internationale Orgelfestival

Sie legt „Mars“ und „Venus“ grandios auf die Tasten

Borken

Sarah Kim, australische Organistin mit koreanischen Wurzeln und Wohnsitz in Paris, gastierte am Mittwoch in der St.-Remigius-Kirche in Borken zur Eröffnung des 3. Internationalen Orgelfestivals. Ein grandioser Abend!

Von ChristophSchulte im Walde

Sarah Kim an der Orgel der Remigius-Kirche in Borken Foto: -cws-

Erst klopft er ganz leise an, der Tod – aber dann geht es los und er steigert sich hinein in einen wilden Tanz. Hinein in den „Danse macabre“, den Camille Saint-Saëns sich hat einfallen lassen und mit dem Sarah Kim einen von vielen Höhepunkten setzte. Die australische Organistin mit koreanischen Wurzeln und Wohnsitz in Paris gastierte am Mittwoch in der St.-Remigius-Kirche in Borken zur Eröffnung des 3. Internationalen Orgelfestivals. Ein grandioser Abend!

Sarah Kim muss man ganz ohne Zweifel zu den Besten ihrer Generation zählen, das belegte dieser Abend vor großem Publikum. Sensationell, wie sie „Mars“ und „Venus“ aus dem Zyklus „Die Planeten“ von Gustav Holst auf die Tasten legte, Krieg und Frieden scharf kontrastierte und die Orgel dabei in ein farbenreiches Orchester verwandelte.

Auch für die mal archaisch, mal verstiegen wirkenden Klänge eines Herbert Howells entwickelte Sarah Kim eine ausgeprägte Klangsinnlichkeit. Howells’ „Master Tallis’s Testament“ (eine echte Programmrarität) wirkte wie eine Insel der Meditation. César Francks a-Moll-Choral spielte sie mit jener großen gestalterischen Freiheit, die man dem Komponisten selbst immer attestiert hat. Authentischer geht es kaum.

Das ist genau der Punkt. Richtige Töne zu spielen ist das eine – Musik daraus zu machen das andere und viel Schwierigere. Sarah Kim kann beides perfekt! Georg Friedrich Händels Orgelkonzert d-Moll op. 7 sprudelte mit großem Atem in den rasch bewegten Sätzen sehr lebendig. Ähnlich das Konzert-Finale, Bachs Sinfonia aus der Ratswahlkantate. Noch einmal ein sowohl spieltechnisches als auch musikalisches Glanzlicht.

Von ihrer besten Seite zeigte sich auch die 1989 erbaute große Orgel in St. Remigius aus der Werkstatt Siegfried Sauer aus Höxter. Ein schönes Instrument mit 54 Registern, an dem sich in den zurückliegenden Jahren immer wieder die Crème de la Crème der Orgelszene hat hören lassen. So wie jetzt wieder. Orgelfans aus dem Münsterland sollten sich dieses tolle Angebot keinesfalls entgehen lassen

14. 9.: Orgel und Schlagzeug/Trio Wutzler (Dresden); 21. 9.: Orgel und Stummfilm mit Paolo Oreni (Italien)

Startseite
ANZEIGE