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„Religio“-Ausstellung beleuchtet das Thema „Geld und Glaube“

Verführung, aber auch gute Gabe

Telgte

Was hat der Glaube mit Geld zu tun? Einiges. Das zeigt das Museum „Religio“ in Telgte. Geld bedeutet in den Religionen sowohl materielle Verführung wie auch gute Gabe im Dienst am Nächsten. Ein kurzer Streifzug.

wn

Diabolische Verführung: Auf diesem Bilderbogen, der 1880 in Frankreich gedruckt wurde, streut der Geld-Teufel die Münzen über verschiedene allegorische Figuren aus. Foto: Stephan Kube

Es ist ein weites und teilweise auch vermintes Feld: Die Ausstellung „Geld und Glaube“ im Relígio – Westfälisches Museum für religiöse Kultur in Telgte präsentiert, diskutiert und hinterfragt vom 2. Mai an Aspekte und Zusammenhänge von Geld und Glauben. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam.

In fünf Ausstellungsbereichen werden verschiedene Aspekte des Zusammenspiels von Geld und Glaube gezeigt: Bereits in den Heiligen Schriften lassen sich, wie die Kuratorin und stellvertretende Museumsleiterin Malin Drees erläutert, Gebote und Verbote zum Thema Geld finden. Dort spielt nicht nur Wohltätigkeit eine Rolle, es werden auch Regeln zum Zinsverbot aufgestellt. Gemeinsamkeiten der religiösen Schriften sowie Anleitungen für Gläubige zum Umgang mit Geld werden beispielhaft gezeigt. Neben Glaubenslehren wirft die Ausstellung auch einen Blick auf Glaubenspraktiken, die mit Geld verbunden sind: Die sonntägliche Spende in der Kirche wird ebenso präsentiert wie Rituale zu Festen und Feiern. Hier werden hochwertige Grafiken, Spendenkassen der drei Religionen sowie Kollektengeldquittungen präsentiert. Zentral ist auch der Umgang mit Geld bei religiösen Festen – Tauftaler, Konfirmationsgeld oder Hochzeitsmünzen sind Teil der Präsentation.

Sowohl der berühmte Glückspfennig als auch Märchenillustrationen vom „Sterntaler“ oder „Hans im Glück“ zeugen vom Umgang mit Geld in volkstümlichen Legenden, Sagen und Märchen. Geld und Reichtum, Frömmigkeit und Armut sowie Glück und Unglück sind vielfach genutzte Motive, wobei die ausgestellte Grafik vom „Geldteufel“ nur ein Beispiel von vielen ist. In der Abteilung „Münzgeld und Glaube“ wird die enge historische Verwobenheit der beiden Bereiche anhand der bildlich-religiösen Motive auf Münzen oder Geldscheinen verdeutlicht. Hier ist auch der sogenannte Pesttaler zu sehen, von dem man sich schützende Wirkung erhoffte.

Und auch bei Jenseitsvorstellungen hört der Gedanke an Geld und Reichtum nicht auf. So gab es auch Münzen als Grabbeigaben.

_Die Eröffnung wird per Zoom am 2. Mai um 15 Uhr digital übertragen. Zugangslink und Infos zu Corona-Bestimmungen gibt es auf der Homepage des Museums.

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