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Wahlkampfauftritt des CDU-Kanzlerkandidaten

Laschet warnt auch in Warendorf vor einem rot-rot-grünen Bündnis

Warendorf

Unionskanzlerkandidat Armin Laschet hat bei seinem einzigen großen Wahlkampfauftritt im Münsterland seine Angriffe auf die SPD und deren Spitzenkandidaten Olaf Scholz wiederholt. Bei einer Rede vor über 1000 Zuhörern auf dem Marktplatz in Warendorf attackierte er Scholz wegen dessen Weigerung, ein rot-rot-grünes Bündnis nach der Bundestagswahl auszuschließen.

Von Frank Polke

CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet sprach am Samstag vor mehr als 1000 Zuhörern auf dem Marktplatz in Warendorf. Foto: Gunnar A. Pier

„Die Linkspartei hat dem Beschluss des Bundestages zur Evakuierung deutscher Staatsbürger sowie von Hilfskräften aus Afghanistan nicht zugestimmt. Mit so einer Partei kann man nicht regieren wollen“, sagte Laschet unter dem Beifall der Zuhörer am Samstagmittag. Scholz stilisiere sich in der Nachfolge einer Angela Merkel und eines Helmut Schmidt. „Ein Helmut Schmidt hätte eine derartige Koalition nie auch in den Bereich des Möglichen gelassen“, so Laschet, der in Umfragen derzeit hinter der SPD liegt.

Auch an die Rolle der Wiedervereinigung („Es war eben gut, dass in dieser Zeit Helmut Kohl Kanzler war, und nicht Oskar Lafontaine“) und die Zeit des Nato-Doppelbeschlusses Anfang der 80er Jahre erinnerte Laschet. „Damals war es die SPD, die Helmut Schmidt in Teilen bei seiner Rolle nicht gefolgt ist. Olaf Scholz war damals als Juso-Politiker demonstrieren. Es ist unredlich, sich in dieses Erbe stellen zu wollen.“

Die Wahlkampfkundgebung war die einzige große derartige CDU-Veranstaltung im Münsterland, die SPD plant für kommenden Freitag noch eine Kundgebung mit ihrem Spitzenkandidaten Scholz in Münster.

In seiner Rede in Warendorf ging NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann auf die großen außenpolitischen Herausforderungen ein. „Denken wir daran. Die Briten haben sich in Europa schon vom Hof gemacht. Ich schaue jetzt mit großer Sorge auf die Entwicklungen in Polen und Ungarn. Deswegen ist es so wichtig, dass ein so überzeugter und erfahrener Europäer wie Armin Laschet Kanzler wird“, sagte Laumann.

Auch Laschet sprach in seiner halbstündigen Rede, die von Juso-Mitgliedern mit Pfiffen gestört wurde, die europäischen und globalen Herausforderungen an. „In den 16 Jahren der Kanzlerschaft Angela Merkels musste Deutschland vier große Krisen bewältigen. Das haben wir unter der Regierung der Kanzlerin gut gemeistert.“ Jetzt komme es darauf an, die Weichen in den Themenfeldern Landwirtschaft, Digitalisierung und Klimaschutz zu stellen. Laschet lobte in diesem Zusammenhang die Minister im Bund Anja Karliczek (Kreis Steinfurt) und Jens Spahn (Kreis Borken) sowie die Landesminister Hendrik Wüst und Karl-Josef Laumann. „Da kann man als Rheinländer schon ein wenig neidisch ins Münsterland schauen. Wir haben exzellente Minister hier aus dem Münsterland.“

Armin Laschet

Zum Abschluss warnte er vor einem Gegeneinanderausspielen von Stadt und Land in Sachen Mobilität. „Man braucht in Berlin-Mitte kein Auto, aber im Münsterland sind viele Menschen darauf angewiesen zu pendeln.“ Zudem warnte Laschet vor zu großen Belastungen sowohl durch Steuererhöhungen für die heimische Wirtschaft als auch durch zu starke Auflagen für die Landwirtschaft. „Wollen wir wirklich die Zukunft unserer heimischen Höfe aufs Spiel setzen und unsere Produkte aus China kaufen? Ich glaube nicht, dass das dem Tierwohl und der weltweiten Klimabilanz dient.“

Gesprühte Parolen auf dem Marktplatz

Auf dem Warendorfer Marktplatz waren sichtbar gesprühte Parolen der Jungsozialisten zu sehen. „Armin – lass et“, hatten offenbar Mitglieder der Jusos mit Sprühkreide auf das Pflaster gesprüht. Die Stadtverwaltung nahm von einer Anzeige Abstand, weil keine Sachbeschädigung vorliegt. Circa 50 Mitglieder der Jusos, der ÖDP und anderer kleinerer Protestbewegungen waren bei der Rede anwesend. Nennenswerte Störungen gab es aber keine.

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