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Schulunterricht in der Forensik

Lernen für die Freiheit

Münster-Amelsbüren

Sie sind psychisch krank und haben zum Teil schwere Verbrechen begangen. In Simon Prasses Klasse versuchen Patienten der Forensik in Münster-Amelsbüren, sich auf ihre Freiheit vorzubereiten. Dabei geht es ihnen nicht nur um Schreiben und Rechnen.

Stefan Werding

Marvin möchte nachholen, was er in Freiheit nicht gelernt hat. Foto: Alexianer

Marvin hält ein Holzlineal in seinen Händen, die so zart sind wie die eines Pianisten. „Wenn das 30 Zentimeter lang und drei Zentimeter breit ist, welchen Umfang hat das denn dann“? fragt er grübelnd. Und macht seinen Lehrer Simon Prasse ein kleines bisschen glücklicher. Der Sozialpädagoge unterrichtet in der Forensik im münsterischen Amelsbüren Männer, die psychisch krank sind und deswegen Straftaten begangen haben. Der Ehrgeiz von Vorzeigepatient Marvin zeigt ihm, wie wichtig der Unterricht auf dem Weg zurück in die Freiheit ist. Marvin – zierlich, Kapuzenpulli mit „Giants NFL“-Schriftzug, die glatten Haare kleben an seinem Kopf, – ist einer von 54 Bewohnern und einer von 20 Schülern, die zurzeit bei Prasse lernen.

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