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Vor dem Königsschießen der Bürgerschützen

Lobende Worte beim Antreten

Albersloh

Der Sonntag begann für die Bürgerschützen Albersloh mit dem Antreten und einem Orden für Bürgermeisterin Katrin Reuscher als „Girl of the day“.

Von Christiane Husmann

Lobende Worte gab es beim Antreten sowie einen Orden für Bürgermeisterin Katrin Reuscher als „Girl of the day“ Foto: Husmann

„Wenn ich diese schicken Klamotten und den Hut mit Federn trage, dann bin ich für euch Hauptfeldwebel“, disziplinierte Wolfgang Franke die Schützenbrüder, die kurz überlegen mussten, welchen Dienstgrad ihr Spieß inne hat. Der zeigte sich aber angesichts der großen Teilnehmerzahl versöhnlich, ließ sogar sein „Notizbüchlein“ stecken, äußerte stattdessen nur eine kleine Kritik: „Allmählich wird die Wiemhove zu klein.“

„Es gilt heute ein großes Lob auszusprechen“, meinte der Spieß. „Ihr habt euch in den drei Jahren diszipliniert und verantwortungsvoll benommen.“ Ein großes Kompliment machte er dem Organisationsteam des Jubiläums ‚850 Jahre Albersloh‘: „Obwohl alles geplant war und dann doch abgesagt werden musste, habt ihr nie den Kopf in den Sand gesteckt und ganz tolle Aktionen auf die Beine gestellt“, lobte er unter anderen den Heimatverein und viele weitere Helfer.

Auch dem Schützenverein widmete er warme Worte: „Das mit dem Sommerfest war eine gute Idee – manchmal muss das Kind nur einen anderen Namen bekommen“, so Franke, der sich an das schützenfestähnliche Klima in Telges Busch erinnerte: „Nur war ich abends schon um 6 statt um 3 Uhr zuhause und habe schon um 6 statt um 3 Uhr Mecker gekriegt.“ Ein ganz großes Lob sprach er der Bürgermeisterin bei der Ermöglichung verschiedenster Veranstaltungen im Jubiläumsjahr aus: „Ohne ihr Einverständnis, ihren Mut, hätte das nicht funktionieren können – sie hat große Verantwortung übernommen.“ Mit einem extra angefertigten Orden nominierte der Hauptfeldwebel Katrin Reuscher zum „Girl oft the day“. Fahnenträger Richard Fuchs Bruland ließ er indes wissen: „Kraft meines Amtes ernenne ich dich zum Unteroffizier der Reserve.“ Und Jonas Uhlenbrock steckte er gut gemeintes Zielwasser zu, das präventiv gegen Querschläger helfen könne.

„Was für den Kölner der Karneval, das ist für den Albersloher Schützenfest – allerdings gibt es keine ‚Klübchenwirtschaft‘“, machte der Spieß unmissverständlich deutlich, dass es egal sei, ob man ein Uralbersloher (gezeugt, geboren, aufgewachsen), oder ein Albersloher (gezeugt, geboren, unverständlicher Weise weggezogen, säuft sich hier aber drei Tage lang die Hucke voll) oder ein Neualbersloher (aus verständlichen Gründen hier hin gezogen) sei – „Alle sind herzlich willkommen!“ Den Neubürgern übermittelte er den Tipp: „Ein Tablett bestellen – niemals unter zehn Bier – und unters Volk bringen.“ Das wirke Wunder und schnell kämen Fragen, wie „Wo kommst du denn her“ oder „Was machst du denn so“.

Beim Antreten zählte der Spieß auf seine ganz eigene Weise: „77 mal 3,5 und dann noch mal etwa 30 dabei“, wären 299,5 Schützenbrüder gewesen. Geht nicht. Also legte er sich auf 276 fest. Wie viele Schützenbrüder sich genau auf den Weg machten, ihren alten König abzuholen, bleibt wohl ein Geheimnis. Kein Geheimnis: Es waren sehr viele. Die wurden in der Folge Zeuge davon, dass König Christof „Hülse“ Hülsmann und Königin Henrike Seebröker auch in schwindelnder Höhe eine gute Figur abgeben. Das Gerüst präsentierte sich stabil und diente dem langjährigen Königspaar ein letztes Mal als Podest, von wo aus sie die jubelnden Untertanen begrüßten.

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