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Münsterischer Versicherer zieht Bilanz

LVM eilt von Rekord zu Rekord

Münster

Es war das größte Schadenereignis in der Geschichte des münsterischen Versicherers LVM. Doch trotz den Belastungen durch die Flut-Katastrophe „Bernd“ wurde das Ertragswachstum nicht gestoppt.

Von Jürgen Stilling

Die LVM-Zentrale ist ein eindrucksvoller Blickfang in Münsters Skyline. Foto: LVM

290 Millionen Euro Schaden meldete der Vorstandsvorsitzende des LVM-Konzerns, Dr. Mathias Kleuker, am Dienstag bei der Vorlage der Bilanz für 2021. Dennoch: „Ein sehr bewegtes, aber erfolgreiches Jahr“, resümierte Kleuker.

Denn der Jahresüberschuss wuchs 2021 konzernweit von 140 auf 190 Millionen Euro. Gleichzeitig übertrafen die Beitragseinnahmen erstmals die Vier-Milliarden-Marke. Dass der Gewinn trotz der hohen Schadenaufwendungen wuchs ist laut Kleuker vor allem üppigen Ausgleichszahlungen der Rückversicherer in Höhe von fast 135 Millionen Euro zu verdanken. Außerdem floss 2021 kein Geld in die Schwan-kungsrückstellung. Im Vorjahr waren noch fast 85 Millionen Euro dorthin gebucht worden. Auch das Ergebnis aus Kapitalanlagen sei von 550 auf 737 Millionen Euro gewachsen, ergänzte Kleuker.

„Und bei der Abarbeitung der Schäden sind wir auch schon sehr weit“, betonte der LVM-Chef. „Mehr als 50 Prozent sind schon vollständig abgewickelt“.

Größter Wachstumsträger war im vergangenen Jahr – wie schon in den Vorjahren – die Sachversicherung mit einem Beitragszuwachs um 6,6 Prozent. Mit dem Gesamtwachstum um 3,9 Prozent lag die LVM-Versicherung deutlich über dem Plus der Konkurrenten. Am deutschen Versicherungsmarkt wuchsen die Beiträge nur um 1,4 Prozent.

Im laufenden Jahr hat das Unternehmen seinen Wachstumskurs bislang fortgesetzt. Kleuker bezifferte die Zunahme der gebuchten Beiträge im ersten Quartal auf 4,5 Prozent – nach 3,2 Prozent im entsprechenden Vorjahresvierteljahr.

Die LVM-Versicherung hat sich zudem das Thema Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben. „Wir haben 2021 eine umfangreiche Nachhaltigkeitsstrategie erarbeitet“, betonte Kleuker. Zu der zähle beispielsweise die konsequente und ganzheitliche Umsetzung von Nachhaltigkeit in der Kapitalanlage.

Im Zuge der Corona-Pandemie hatte der münsterische Versicherer das Gros seiner Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten lassen. Kleuker verwies bei diesem Thema auf die lange LVM-Tradition in Sachen Homeoffice. Schon in den Neunziger Jahren sei der Versicherer Vorreiter auf diesem Feld gewesen. Jetzt habe man in einer Betriebsvereinbarung festgelegt, dass die Mitarbeiter frei wählen können, wie oft sie zu Hause arbeiten wollen. „Möglich sind null bis 80 Prozent“, so Kleuker. Man wolle jetzt prüfen, ob dieses Vorgehen funktioniert. „Unsere hohe Service-Qualität muss erhalten bleiben. Wenn das gelingt, sind wir sehr flexibel“, betonte der Vorstandschef.

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