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Flüchtlinge aus der Ukraine lassen die Erwerbslosigkeit wachsen

Mehr Arbeitslose im Münsterland

Nürnberg/Münster

Der Flüchtlingszustrom nach Deutschland treibt die Arbeitslosenzahlen nach oben. Das gilt bundesweit – aber auch im Münsterland. In allen Agenturbezirken der Region nimmt die Erwerbslosigkeit spürbar zu.

Von Jürgen Stilling

Flüchtlinge aus der Ukraine suchen vermehrt in Deutschland nach Arbeit Foto: dpa

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist wegen der Erfassung ukrainischer Flüchtlinge erstmals seit Monaten wieder gestiegen. Im Juni waren 2,363 Millionen Menschen ohne Job. Das sind 103.000 mehr als im Mai, aber immer noch 251.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,3 Punkte auf 5,2 Prozent.

„Der Arbeitsmarkt insgesamt ist weiterhin stabil“, sagte der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele. „Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung haben zwar im Juni kräftig zugenommen. Diese Anstiege gehen aber darauf zurück, dass die ukrainischen Geflüchteten nun in den Jobcentern erfasst und dadurch in der Arbeitsmarktstatistik sichtbar werden“, sagte er.

Auch im Münsterland ist die Arbeitslosigkeit im Juni gegenüber dem Vormonat angestiegen. In der Region wurde ebenfalls der Flüchtlingsstrom aus der Ukraine spürbar. Für den am Donnerstag abgelaufenen Monat meldeten die münsterländischen Arbeitsagenturen insgesamt 36.140 erwerbslos gemeldete Menschen. Das waren 2520 mehr als noch im Vormonat, aber 2054 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag im Juni bei 3,9 Prozent und damit um 0,3 Prozentpunkte höher als im Mai 2022.

Alle drei Agenturen im Münsterland verzeichneten gegenüber Mai einen Anstieg der Erwerbslosigkeit. So kletterte die Arbeitslosenquote im Bezirk Ahlen-Münster um 0,2 Prozentpunkte auf nunmehr 4,4 Prozent. Im Bezirk Coesfeld fiel der Anstieg sogar etwas größer aus. Hier zog die entsprechende Quote gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozentpunkte auf 3,2 Prozent an. Dennoch bleibt dies der niedrigste Wert in Nordrhein-Westfalen. Die Agentur für Rheine verzeichnete für den Kreis Steinfurt eine Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent. Sie liegt um 0,4 Prozentpunkte höher als noch im Vormonat.

Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern ist in der Region indes weiter gestiegen. Im Juni waren 20 862 freie Stellen gemeldet, das sind 65 mehr als im Vormonat und sogar 4050 mehr als im Vorjahres-Juni.

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