1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Mehr Verstöße auf Bahnhöfen als in Zügen

  6. >

Kontrolltag zur Maskenpflicht

Mehr Verstöße auf Bahnhöfen als in Zügen

Münsterland

Wie gut klappt es mit der Maskenpflicht in Bahnen und auf Bahnhöfen? Dieser Frage gingen am Montag hunderte Polizisten und Kontrolleure in ganz NRW nach. Schon zur Halbzeit des Kontroll-Tags wurden erste Erkenntnisse deutlich. 

Stefan Biestmann und Karin Völker

Am Montag wurde die Einhaltung der Maskenpflicht in Bus und Bahn kontrolliert. Foto: Matthias Ahlke

Mit einer landesweiten Großaktion auf Initiative des NRW-Verkehrsministeriums ist die Einhaltung der Maskenpflicht in Regionalzügen, S-Bahnen und auf Bahnhöfen überprüft worden. Zur Halbzeit der achtstündigen Kon­trolle, die bis zum Montagabend andauerte, verzeichnete das Ministerium 176 Verstöße.

Es sei häufiger auf Bahnhöfen als in Zügen gegen die Maskenpflicht verstoßen worden, berichtete Ministeriumssprecher Christian Voss. „In den Bahnen war die Masken-Disziplin hoch.“ Das Gesamtergebnis soll an diesem Dienstag vorliegen. Dann werde auch mitgeteilt, wie viele Bußgeldverfahren eingeleitet werden.

176 Menschen ohne Masken

An der Großaktion beteiligt waren 250 Mitarbeiter von Verkehrsunternehmen, Bahn und Ordnungsämtern sowie ein „Großaufgebot“ der Bundespolizei, teilte das Ministerium mit. „176 Menschen ohne Maske in Bahnhöfen, auf Bahnsteigen und in Zügen zeigen, dass es trotz tagelanger Ankündigungen nötig ist, an die Solidarleistung zu erinnern, die Maske zu tragen“, sagt NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst. „Es ist ein Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme, das den meisten Menschen, aber eben nicht allen mehr geläufig ist.“

Seit knapp zwei Wochen gilt ein Bußgeld in Höhe von 150 Euro für Masken-Verweigerer in Bussen und Bahnen. Der Hauptbahnhof Münster war eine von neun Stationen der Kontrollaktion.

Sicherheitsdienste begleiten Kontrollaktion

Auf die Maskenpflicht macht am Eingang von Münsters Hauptbahnhof ein Schild aufmerksam. Am Montag begleitete etwa ein Dutzend Mitarbeiter der DB Sicherheit sowie privater Sicherheitsdienste die Kontrollaktion. Letztere begleiteten die Züge der Bahngesellschaften – hatten es aber selten mit Maskenverweigerern zu tun, wie René Hübner vom B-K Sicherheitsdienst berichtete, der im Auftrag der Eurobahn mit zwei Kollegen den Tag über zwischen Drensteinfurt und Münster-Hauptbahnhof kontrollierte.

Der Fahrgastverband „Pro Bahn“ begrüßte die Kontrollaktion, während die SPD von einer „Show-Veranstaltung“ sprach. Angesetzt waren die Kontrollaktionen an den Hauptbahnhöfen in Bielefeld, Siegen, Köln, Bonn, Aachen, Düsseldorf, Dortmund, Essen und Münster. Das Verkehrsministerium deutete an, dass es nicht die letzte Großaktion war. „Über weitere Schwerpunktkon­trollen führen wir Gespräche“, berichtete Voss. Er betonte, dass es bereits in Abstimmung mit Verkehrsbetrieben und Ordnungsämtern Kon­trollen in einigen Städten gegeben habe – auch in Münster.

Bahn will Kontrollen verstärken

Die Deutsche Bahn will zudem auf Innenstadt-Bahnhöfen vor allem am Abend ihre Kontrollen verstärken. Bereits vor einer Woche hatte die Bahn angekündigt, bis zum 1.  September die Masken-Kontrollen durch Sicherheitspersonal in Fernzügen auszuweiten.

Kommentar

Allein die Ankündigung einer Geldbuße für Maskenverweigerer hat laut Bundespolizei und Bahn dazu geführt, dass mehr Fahr­gäste einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Doch dass von zigtausend Bahnkunden nur Einzelne an den ersten Tagen der Neuregelung ein Bußgeld zahlen mussten, belegt auch: Es fehlen ausreichend Kon­trolleure – und zu oft wird ein Auge zugedrückt. Angesichts steigender Neuinfektionen ist zu viel Nachsicht fehl am Platz.

Die landesweite Kontrollaktion setzt ein Zeichen. Aber es kommt nicht auf einmalige medienwirksame Aktionen an, sondern auf regelmäßige Kon­trollen. Nur dann wirkt die drohende Geldbuße abschreckend. Deswegen ist es gut, dass die Bahn die Zahl der kontrollierenden Sicherheitsmitarbeiter verdoppelt. Die Zugbegleiter werden dadurch entlastet. Sie sind schon jetzt oftmals Provokationen ausgesetzt, wenn sie Fahrgäste nur darum bitten, eine Maske aufzusetzen.

Menschen, die ihre Maske fallen lassen oder darauf verzichten, gefährden die Gesundheit anderer. Viele Bus- und Bahnkunden fühlen sich verständlicherweise unwohl in unmittelbarer Nähe von Maskenverweigerern. Strengere Kontrollen stärken also auch ihr Wohlbefinden.

von Stefan Biestmann

Startseite